Ganesha Chaturthi – Ganesha feiern, Hindernisse beseitigen

Ganesha Chaturthi

Am 31. August 2022 wird der Geburtstag von Ganesha gefeiert – Ganesha Chaturthi. Der Sohn Parvatis ist eine imposante Gestalt: ein Menschenkörper mit dem Kopf eines Elefanten und großen, weiten Ohren, wie gemacht zum Zuhören. In Ganeshas Ohren ist das Hören Selbst eine spirituelle Praxis, im Jnana Yoga der erste schritt auf dem Weg zur Selbsterkenntnis.

Ein Beitrag von Katyayani

Was bedeutet Ganesha?

Man sagt, ein Elefant vergisst nie. So steht der große Kopf Ganeshas mit den mächtigen Ohren symbolisch für Weisheit, Wissen, Verständnis. Mit seinem Rüssel kann ein Elefant Baumstämme herausreißen, doch genauso auch eine zarte Blume pflücken. Dies symbolisiert in der indischen Mythologie Viveka, die Unterscheidungskraft.

In unserem Leben brauchen wir vielleicht manchmal einen „harten Schädel“, dürfen auch mal dickköpfig sein, wenn wir verbunden sind mit der Unterscheidungskraft, wann es unser Durchsetzungsvermögen braucht, um zum Beispiel über ein Hindernis hinwegzukommen, trotz allem jetzt den einen notwendigen Schritt zu tun. Dickköpfigkeit hat natürlich auch die andere Seite der blinden Sturheit. Ich bin mir sicher, dass genau deshalb dort, am Kopf, unsere Ohren verortet sind.

Vom wahren Hören…

Om Gam Ganapataya Namaha von Sundaram

Über die Ohren hören wir. Wir hören ununterbrochen und sehr viel. Besonders in der Stille hörst du dein eigenes Orchester, deine eigenen physischen und mentalen Geräusche sehr laut. Und zugleich kommt unser Geist mit seiner Einordnung, Interpretation und Bewertung des Gehörten. Da überhören wir oft so einiges oder verhören uns. Im Yoga lernen bzw. üben wir wirkliches Zuhören.

Wir hören dem Körper in den Asanas zu, indem wir genau spüren. Wir beobachten den Atem im Pranayama, was auch eine Art zu Hören ist. Wir nehmen Gedanken, Emotionen und Energiebewegung war, unsere Herzensberührung beim Kirtansingen u. ä. Dies ist ein Teil von Svadhyaya, dem Selbststudium.

Zuhören beinhalt die Silbe „zu“. Um wirklich zu hören, braucht es also unsere ganze Zuwendung zum Lauschobjekt (Klang, Schwingung). Wenn wir einem Gegenüber präsent zuhören, ohne dabei Antworten, Ratschläge oder Rechtfertigungen im Geiste zu formulieren und ohne den Geist abschweifen zu lassen, dann haben wir die Möglichkeit, dort in Harmonie und Einklang mit dem Gegenüber zu gelangen.

„Er neigte sich ihr zu, um sie besser zu verstehen“, las ich gerade in einer Geschichte. Das ist ein Weg zur Einheit, das ist Yoga. Mein Gegenüber kann mein Körper sein, der zu mir spricht, denn auch nicht physisch hörbare Klänge, sind Klänge. Mein Gegenüber kann eine Emotion sein, ein Verhaltensmuster, das ich wahrnehme.

Genauso kann mein Gegenüber eine Person sein. Wenn ich ihr wirklich zuhöre, dann höre ich nicht nur die physisch hörbaren Worte, sondern über die Klangfärbung der Stimme, weiter über Mimik, Gestik und Ausstrahlung sogenannte Zwischenklänge. Somit kann ich Zusammenhänge des Zustandes der Person und der Situation erfassen, den Gegenüber als Ganzes erfassen und schließlich meine Verbindung dazu erkennen bis hin zur Erfahrung, dass wir eins sind.

…zur Erkenntnis der Wahrheit

Ganesha Kirtan von Sundaram & Friends

Einfaches pures Hören kann also zum Erkennen der Wahrheit führen. Shravana, das Hören, ist die erste Stufe auf dem Weg des Jnana Yoga. Shravana ist wichtig als Sadhana, als spirituelle Praxis im Jnana Yoga und im Bhakti Yoga.

Shravana ist eine Grundlage für direkte Erfahrung. Dafür stehen die mächtigen Ohren von Ganesha. Ganesha ist als Vinayaka und Vigneshwara der Beseitiger der Hindernisse, das, was uns wegführt von den Hindernissen.

Was führt uns über die Hindernisse hinweg?

In der Jahresgruppe von Sundaram und in der Mantra Yogalehrer*in Ausbildung, wo wir auf vielfältigste Weise uns mit Mantras und den göttlichen Aspekten beschäftigen, hat es Sundaram so ausgedrückt: „Ganesha beseitigt die Hindernisse, indem er unser Verständnis erweitert.“

Wahres (Zu)Hören und Unterscheidungskraft schenkt uns Verständnis. Mit Verständnis erwächst Einsicht und Kraft. Siddhi (mystische Kraft, Vervollkommnung) und Buddhi (Einsicht) sind die beiden Ehefrauen von Ganesha. Unsere Energie auf das wahre Hören zu lenken eröffnet die göttliche Kraft der Sicht des Einen.

„Waymaker“ Klavier Meditation

„Waymaker“ : Kleiner Ausschnitt einer Klavier Meditation über Ganesha (von Sundaram)

Wenn wir wirklich hören, bekommen wir Verständnis und ein Verstehen der Situation, des Gegenüber und schließlich die Einsicht und die Kraft, den nächsten Schritt zu tun – losgelöst von den vermeintlichen Hindernissen wie „Warum etwas nicht geht“, „Warum etwas erst geht, wenn…“ usw., was uns unser Geist ständig erzählt. Wir bekommen das Wissen, was es jetzt braucht und was nicht.

Ganesha ist die Kraft, die Freude, der Zauber des immer wieder Beginnens. Eigentlich können wir jeden Tag als Geburtstag von Ganesha feiern. Jeder Tag, jeder Moment, beginnt mit dieser göttlichen Kraft. Wir brauchen nur zuhören.

oṃ gaṃ gaṇapataye namaḥ

Indische Feiertage im Ashram feiern

Es gibt viele Götter im Hinduismus und in Indien allgemein, weshalb es immer viel zu feiern gibt. Indische Feiertage werden von Ritualen begleitet, deren Kraft du in den Yoga Vidya Seminarhäusern erleben kannst. Auch christliche Festtage werden bei Yoga Vidya groß gefeiert. Erlebe Festessen, viel Freude und inspirierende Begegnungen:

Über die Autorin

Katyayani ist eine sehr erfahrene Yogalehrerin und Yoga Vidya Acharya. Mit viel Fachkompetenz, Einfühlungsvermögen und einer besonderen Stimme und Ausdrucksweise führt sie dich durch deine Yogapraxis.

Bekannt ist sie auch durch die Herzen berührenden Satsangs, Meditationen und Mantra-Yogastunden.

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