Yoga Kongress 2018 – Samstag, Teil 2 von 3

Hallo zum 2. Kongresstag bei Yoga Vidya in Bad Meinberg (den Nachbericht zum 1. Kongresstag am 16.11.2018, findest du hier). Am Samstag, den 17.11.2018, startete das Programm zum Motto „Yoga Forschung und Selbsterforschung“ um 5:00 Uhr mit Homa oder Pranayama, anschließend um 6:00 Uhr Satsang mit Meditation und Kirtan.

Ab 7:10 Uhr dann vier Vorträge zur Wahl: „Mystik und Wissenschaft“ mit Prof. Dr. Gela Weigelt oder eher weltlich bezogen „Vermeidung von Herzkrankheiten durch einen yogischen Lebensstil“ mit Dr. Nalini Sahay. Anschließend „Yoga Psychologie“ mit Harilal. Parallel dazu Dr. Ulrich Ott und Janika Epe zum Thema:

„Wirkungen von Pranayama auf Psyche und Nervensystem“

Der Atem gilt als Lebensindikator. Im Yoga ist es besonders wichtig, den Atem bewusst und achtsam in die Praxis miteinzubeziehen. Über die Atmung lassen sich sehr schnell Wirkungen erzielen: durch bewusste, langsame, tiefe Bauchatmung reduziert sich Anspannung und Angst auch werden Herzkreislauf, Verdauung und Körperwahrnehmung verbessert. Es entsteht eine besonders klare Gegenwärtigkeit im Körper. Meist ist die Bauchatmung auch ein guter Einstieg in die Meditation.

Das Ziel der Doktorarbeit von Janika Epe ist der Einsatz von yogischen Atemtechniken zu therapeutischen Zwecken für Menschen mit psychischen Schwierigkeiten. Sie hat zusammen mit Dr. Ulrich Ott die „Wirksamkeit von Atemtechniken zur Selbstregulation“ untersucht und ausgewertet.

Dazu erlernte eine Gruppe von Menschen vier verschiedene Atemtechniken: Bauchatmung, Atemverlängerung mit Ujjayi, Wechselatmung und Kapalabhati. Mit Hilfe von EEG-Messungen und ausgefüllten Fragebögen wurden die Wirkungen auf die Probanden ausgewertet. Die Ergebnisse der Testgruppe waren durchweg positiv. Genannt wurde eine größere Zufriedenheit mit dem aktuellen Körperzustand, Beruhigungseffekt, mehr Vitalität und Lebensfreude, mehr Genussfreude und Lustempfinden, nachlassende Anspannung. Die Testpersonen gaben an, dass sie die Atemtechniken im Alltag bspw. vor Prüfungen oder in stressigen Arbeitssituationen einsetzten oder zur Beruhigung vor dem Einschlafen. Wichtig für den Erfolg der Probanden mit den Atemübungen, war auch der schrittweise Einstieg von einfachen zu komplexeren Techniken.

Doktorandin Janika Epe erforscht die Wirkungen von Pranayama. Im Hintergrund, Dr. Ulrich Ott, der ihre Arbeit begleitet.

Kundalini-Energie fließt.

Wer ab 9:15 Uhr nicht mehr sitzen konnte, für den gab es eine Auswahl von 9 verschiedenen Praxiseinheiten oder Workshops. Darunter auch Kundalini Yoga in Verbindung mit Samyama Konzentration nach Patanjali mit Shaktipriya. Eine sehr energieerweckende Praxis mit viel Bewegung, Atmung und Tiefgang. Aha-Satz: Wenn alle das Gleiche machen, steigt die Energie im Raum.

Patanjalis einpünktige Konzentrationstechnik „Samyama“ war besonders wirksam in dieser Stunde: zum Beispiel übten wir mit Samyama auf das eigene Herz, ein besseres Verständnis für den eigenen Geist zu bekommen, was auch hilft andere besser zu verstehen. So gibt es nach Patanjali viele weitere Konzentrationspunkte. Zum Beispiel soll die Konzentration auf den Punkt unterhalb des Kehlkopfs von Gier, Hunger und Durst befreien und Zufriedenheit schaffen.

Wenn du auch dein Pranayama-Wissen vertiefen und neue Energie-Erfahrungen machen möchtest, probiere mal die Kundalini Seminare bei Yoga Vidya für verschiedene Level aus.

Ruhe im Geist: Wunschvorstellung oder erreichbar?

Alternativ dazu um 9:15 Uhr der Vortrag „Über das Erreichen von ‚Sthitaprajna’- den ausgeglichenen, ruhigen, gleichzeitig aktiven Geisteszustand“ von Shekar Pandey. Eine Möglichkeit diesem Geisteszustand Stück für Stück näher zu kommen, ist zu erkennen, dass ich reines Bewusstsein oder reine Freude bin.

Meditation ist ein gutes Mittel auf diesem Weg. Im Vortrag wird aber auch klar, dass es nicht das Ziel ist, ständig alleine in einer Höhle zu sitzen und nur noch zu meditieren. Nein, ein Mensch, der diesen ruhigen Geisteszustand erreichen möchte, findet seinen Lehrer eben auch in den täglichen Aufgaben, die zu tun sind. Shekar betont, dass die Familie nicht unter deinem spirituellen Streben leiden soll. Wenn deine Kinder morgens zur Schule müssen, dann ist es deine Aufgabe sie dabei zu unterstützen mit Frühstück etc. So trägst du mit dem Erfüllen deiner Aufgaben zum Glück anderer bei, und das kann dann auch dein Glück sein.

Der 2. Vortrag von Shekar Pandey am Nachmittag, geht auf Naam Japa ein, und hier lerne ich, dass ich mich während meiner Aufgaben, von (m)einem Mantra tragen lassen kann oder durch die Mantra-Wiederholung meine Aufgaben auch Gott widmen kann. Das Mantra sorgt für einen Geist frei von Sorgen und anderen negativen Gedanken. Es überwiegt Freude und die überträgt sich auf die Tätigkeit. Ich bin im Hier und Jetzt und nicht gebunden an die Ergebnisse meines Tuns.

Mittagspause.

Für eine erdende Stärkung zwischendurch, auf zum Buffet, mit leckeren vegetarisch/veganen Köstlichkeiten. Anschließend zum Beispiel Frischluft tanken im wunderschönen Waldpark hinter dem Haus oder im Schweigegarten am Haus Shanti. Mit neuer Energie geht’s weiter im Programm…

Nachmittags dann wieder die Qual der Wahl:

Biodanza, Heldenyoga, Chakratönen oder Entfaltung deiner 4 yogischen Führungsqualitäten. Oder anatomisch ins Detail mit dem Workshop zur „Selbstregulation der Wirbelsäule – Behandlung und Vorbeugung“. Zur essentiellen Wichtigkeit einer gelösten, aufgerichteten Wirbelsäule gab der russische Yogameister Andrei Lobanov einen dreistündigen Workshop im gut gefüllten Sivananda Saal.