Yoga Wiki über den Skorpion

Dank frühlingshafter Temperaturen sind viele Menschen im Dezember nicht in Weihnachtsstimmung geraten. Ohne Schnee und Matsch mochte sich nicht mal der Winterblues einstellen. Nach hoffentlich besinnlichen und erholsamen Feiertagen wandern die Gedanken rückblickend auf das ausklingende Jahr. Die Innenschau beginnt und Silvester ist plötzlich da. Die Sonne scheint und wie ein karmisches Ritual werden neue Vorsätze gefasst. Abnehmen, alte Laster loswerden oder eine neue Sprache lernen, können solche Sankalpas sein. Vorschlag: Den Skorpion in sein regelmäßiges Programm mit aufzunehmen! Bitte waaaaas? Und warum?

Vrishchikasana, der Skorpion, ist bei erprobten “Mittelstuflern“ so etwas wie der Pfau. Schön anzuschauen, kann man zwischendurch mal probieren, muss aber nicht sein. Doch mit etwas Geschick lässt sich der Skorpion gut bewältigen. Und alle guten Vorsätze für das neue Jahr können zugleich in den Skorpion mit hinein gepackt werden und thematisch mit angegangen werden. Für den Skorpion benötigst du nämlich Geduld, Willenskraft, Gleichgewichtssinn und Freude am Sein.

Du beginnst den Skorpion klassischerweise aus dem Kopfstand heraus. Beuge die Unterschenkel und öffne deine Hände. Um im Skorpion die Hände weit auseinander legen zu können kannst du als Hilfsmittel einen Yogablock zwischen die Hände geben. So eingerichtet, spiele zunächst mit deinem Körperschwerpunkt. Spüre die Atmung. Du bist in einer Umkehrstellung und betrachtest die Welt andersherum. Durch die geerdete Kraft deiner Unterarme und Hände schwebt dein Kopf schon leicht über dem Boden. Lege den Kopf sanft in den Nacken, blick nach vorne-oben zu deinen Händen und lass die Beine ein Stück weiter Richtung Kopf absenken.

Die Körpervorderseite öffnet sich. Die Körperrückseite wird im Skorpion komprimiert. Man könnte auch sagen: Für das vor dir liegende öffnest du dich, das zurückliegende endet, denn im Idealfall berühren die Füße (bald) den Kopf und der Kreis schließt sich.

Junge-SkorpionDie westliche Welt erinnert sich wieder der Zeit als Rhythmus und Wiederholung. Als ein Kreislauf, der sich im Anfang und Ende berührt und Harmonie und Ordnung zum Ausdruck bringt. Die Zeit als ein linearer Strang ist eindimensional gedacht. Im Skorpion ist der Blick im Kreis nach vorn gerichtet. Energetisch ist man fantastisch geerdet. Das Ajna Chakra wird besonders angesprochen und der eigene Weisheitsstrom kommt zum fließen. Alte gelebte Laster erscheinen nun umso komischer. Kichere innerlich darüber aber komme nicht ins Lachen, sonst purzelst du aus der Asana. Keine Sorge um die eigenen Nase: die meisten Yogis fallen einfach zur Seite.

Im Skorpion trainierst du Harmonie und Gleichgewicht. Deine Unterarmmuskeln, Trizeps und auch die Deltamuskeln werden gestärkt. Da kann der Sommer mit Strand ruhig eher kommen. Mit Willenskraft wirst du im Skorpion sehr weit kommen. Jede Tugend braucht ihre Ausgleichstugend. In unserem Fall Geduld. Der Skorpion ist erst dann ein Skorpion, wenn du genauso elegant wieder herauskommst wie du hineingelangtest. Teile dein Prana daher geschickt ein. Vom Skorpion über Kopfstand zurück in die die Stellung des Kindes gleiten und nachspüren. Ein weiterer Kreis ist geschlossen und das Neue bahnt sich an. Der Hatha Yogi erfährt das Spiel der Natur in seiner Praxis, das ewige Entstehen und Vergehen, das kosmische Spiel Gottes. Weitere Tipps und Tricks zum Skorpion im Wiki.  (cb)

1 Kommentar zu “Yoga Wiki über den Skorpion

  1. Wie soll das gehen, einen Yogablock zwischen die Hände nehmen, dorthin wo vorher der Kopf lag ? Wo kommt der Block her ?
    Auch wenn das eine Umkehrstellung ist, seh ich die Welt nicht andersrum, da mein Kopf nach vorne/hinten gebeugt ist. Deshalb sehe ich die Welt unter/vor mir.
    Ausserdem verspüre ich kaum Anspannung der Unterarmmuskeln, der Körper wird eher durch die Schultern angehoben und gehalten.
    Was hat das Ganze mit Sommer und Strand zu tun ?
    Und das Spiel der Natur erlebe ich in jedem Augenblick und muss nicht in den Skorpion, um das zu erleben.
    Mache ich da vielleicht was falsch?

    Om Namah Shivaya

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