Der Königsweg zur Gelassenheit, 101 Ahimsa und Maitri im Yoga Sutra des Patanjali

Gelassenheit Entwickeln - Podcast für mehr Gelassenheit im Alltag

Im Yoga gilt das Yoga Sutra von Patanjali als ein besonders wichtiger Text auf dem Weg zur Gelassenheit. „Yoga ist das Zur-Ruhe-Bringen des Geistes“ ist die Definition von Patanjali. Es geht also darum, Gelassenheit zu entwickeln, zur Ruhe zu kommen. Warum? Um Erkenntnis des Selbst zu erreichen. So beschreibt es Patanjali in Sutra 2 und 3. Patanjali schätzt dabei Maitri, Liebe sehr hoch. Das Yoga Sutra hat ja nur 195 Verse. Interessanterweise schreibt Patanjali an mehreren Stellen über Maitri. Maitri kommt von Mitra- Freund. Maitri – Freund von allen sein. Was Maitri und Ahimsa bedeuten und wie Patanjali sie im Yoga Sutra erläutert – und wie sie umsetzbar sind, darüber spricht Sukadev in dieser 101. Ausgabe des Yoga Vidya Gelassenheits-Podcast.

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Mitgefühl und nicht verletzen. Im Yoga gilt das Yoga Sutra von Patanjali als besonders wichtiger Text und er ist auch ein besonderer Text auf dem Weg zur Gelassenheit. Patanjali definiert ja Yoga im zweiten Vers des Yoga Sutra „Yogas Chitti Vritti Nirodehah“. Yoga ist das zur Ruhe bringen der Gedanken im Geist. „Tada Darashtu Swarupe Vasdanam.“ Dann ruht der Sehende in seiner wahren Natur. Er sagt also, im Yoga geht es darum seinen Geist zur Ruhe zu bringen, was auch beinhaltet gelassener zu werden und dann kommst Du zur Selbsterkenntnis. Und die Selbsterkenntnis gibt Dir KaivalyaFreiheit. Auf dem Weg zur Ruhe des Geistes schätzt Patanjali Maitri, Liebe sehr hoch. Das Yoga Sutra hat nur 195 Verse aber interessanterweise schreibt Patanjali an mehreren Stellen über Maitri und an mehreren Stellen über Ahimsa. Maitri kommt von Mitra- Freund. Maitri heißt sich als Freund von allen zu fühlen. Ahimsa heißt Nicht verletzen und ist der andere Ausdruck von Maitri. Um Liebe zu zeigen zu anderen, gilt es natürlich auch, sie nicht zu verletzen. Es gibt einige Verse die hier von Relevanz sind, die ich kurz erwähnen will.

Im 1. Kapitel, 33. Vers heißt es, der Geist wird durch Kultivierung von Freundlichkeit klar. Also wenn Du einen klaren Geist haben willst, brauchst Du Maitri – Freundlichkeit oder Liebe. Emotionen sind also laut Patanjali nicht etwas was der Klarheit des Geistes entgegensteht, man könnte sogar sagen, Gefühlskälte ist nicht der Klarheit des Geistes zuträglich. Klarheit des Geistes heisst auch, dass Du von Liebe und Freundlichkeit erfüllt bist. Und wenn Dein Geist sehr durcheinander ist, kann es helfen Liebe und Freundlichkeit wieder herzustellen.

2. Kapitel 34. Vers: Negative Gedanken und Emotionen wie Gewalttätigkeit führen in endlosen Schmerz und Unwissenheit. Daher sollte man die entgegengesetzten Eigenschaften also Freundlichkeit und Liebe entwickeln. Also wenn Du dich negativ fühlst oder wenn Du dich voller Hass fühlst, ich hoffe das passiert bei Dir nicht, aber es gibt auch Gekränktheit usw dann kannst du dir bewusst sein, ja das führt zu endlosem Schmerz und es führt zu Unwissenheit. Du willst letztlich zu Glück kommen, Du willst zum Wissen kommen, zum höchsten Wissen, Wissen des Selbst. Um dorthin zu kommen, musst Du die entgegengesetzte Eigenschaft kultivieren, nämlich statt Gewalttätigkeit – Freundlichkeit, Liebe. Kultiviere Freundlichkeit und Liebe und dann verschwinden negative Gedanken und Emotionen.

35. Vers. Wenn Ahimsa fest begründet ist wird Feindschaft in der Gegenwart des Yogi aufgegeben oder anders ausgedrückt, trifft der Yogi auf keine Feindschaft. Darüber werde ich vielleicht später ein wenig mehr sprechen. 34. Vers. 3. Kapitel, 34. Vers. Durch Samyamah auf das Herz kommt Verstehen des Geistes. Also Samyamah heißt liebevolle Achtsamkeit. Mit anderen Worten, wenn Du dich selbst verstehen willst und wenn Du andere verstehen willst, dann gilt es, dass Du das mit dem Herzen tust. Du kannst Menschen nicht rein intellektuell verstehen. Du kannst auch Dich selbst nicht rein intellektuell verstehen. Du kannst auch nicht wirklich dauerhaft eine herzlose Gelassenheit beibehalten. Gelassenheit heißt auch liebevoll sein und Freundlichkeit ist eine heitere, liebevolle Gelassenheit und wenn Du lernst öfters Dein Herz zu spüren und Dich selbst mit Liebe und Freundlichkeit zu behandeln, kannst Du auch lernen, andere mit Liebe und Freundlichkeit zu behandeln. Und es ist wichtig, dass Du von Deinem Herzen aus die Herzen der anderen spürst. Aus dieser Herzensverbindung heraus kommt Verstehen des Geistes, daraus kommt Gelassenheit.

3. Kapitel, 23. Vers. Durch Entwicklung von Liebe und Freundlichkeit kommen alle Kräfte. Auch eine interessante Aussage. Er sagt, die Grundlage von allen geistigen Kräften ist Liebe und Freundlichkeit. Oder auch anders ausgedrückt. Wenn Du Liebe und Freundlichkeit nicht hast, dann kannst Du nicht wirklich dauerhaft die anderen Kräfte entwickeln. Patanjali macht aus Maitri die wichtigste aller Kräfte, aller geistigen Kräfte. Im Raja Yoga geht es ja auch darum geistige Kräfte zu entwickeln. Du verbesserst deine Konzentrationsfähigkeit, es geht auch darum, die Stärke Deines Geistes zu entwickeln. Er beschreibt verschiedene Siddhis, besondere geistige Fähigkeiten, aber er sagt, die Grundlage ist Maitri – Liebe und Mitgefühl.

Ein letzter Vers. 38. Vers des 3. Kapitels des Yoga Sutra von Patanjali. Ist die Ursache der Bindung gelockert und sind die Verbindungswege bekannt, dann kann man sich in einen anderen Menschen hineinversetzen. Hier beschreibt er den Weg, wie kannst Du andere wirklich verstehen. Zuerst gilt es, dass Du Deine eigenen Verwircklungen erkennst, die Ursachen der Bindungen lockerst. Also der inneren Verstrickungen. Und dann gilt es Verbindungswege herzustellen, also Dich hineinzuversetzen. Und über die Fähigkeit sich in den anderen Menschen hineinzuversetzen kommt die Fähigkeit ihn vom Herzen her zu spüren. Über die Fähigkeit einen anderen Menschen mit dem Herzen zu spüren kommt Maitri, die tiefe Liebe und Freundlichkeit und aus Liebe und Freundlichkeit resultiert alles andere. Du kannst ja mal in der nächsten Woche darüber nachdenken und meditieren und Du kannst Dir bewusst machen, Liebe und konkreter Ausdruck von Liebe ist Freundlichkeit. Das ist ein Grundprinzip oder ist eigentlich die Grundlage für jede spirituelle und geistige Übung.

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