Eine Inspiration: Vom Versinken

Der Meister sprach: „Gleich einer Katze, vor deren Augen man eine Schnur hin und her schnellen lässt, folgt der junge Schüler seinen ständig wechselnden Gedanken und springt ihnen ein ums andere Mal mit voller Aufmerksamkeit hinterher. Doch was gäbe es dadurch anderes zu erfahren, als ein immer gleiches Spiel der Zerstreuung?

Darum folge in der Meditation nicht länger den unzähligen Gedanken, sondern lass dich auf die Ruhe ein, die du am Born all deiner Regungen anzutreffen vermagst. Sei still und spüre, wo alle Gedanken entspringen. Vertiefe dich. Forsche nach. Gehe tiefer und tiefer. Versinke. Sei nicht wie die Katze, gebannt vom lächerlichen Wechsel einer vorgetäuschten Aufregung. Lass dich von deinem unruhigen Gedankenspiel nicht zum Narren halten.

Sei der dauerhafte Hintergrund, vor dem sich alles ereignet. Gedanken und Atem sind Bewegung. Du selbst bist die alles bezeugende Kraft. Sei dir darüber im Klaren. So wirst du nach und nach zu der Erkenntnis gelangen, dass du mehr bist, als das, von dem du vormals dachtest, es zu sein.“

(dg)

 

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