Bhakti – Der Weg zur Befreiung Teil 6

Puja feiern ist ein Teil von Bhakti-Yoga

Im Zusammenhang mit dem Wunsch nach Befreiung fiel das Wort Bhakti schon einige Male, insbesondere beim Gebet. Bhakti Yoga ist wie eine Verbindung von Karma Yoga und dem Gebet. Durch aufrichtige Hingabe und ehrliche Absicht, ziehen wir wie Sukadev sagt „… die Gnade Gottes an, die sich als gestärkter Wunsch nach Befreiung äußert.“ (Sukadev, die „Yogaweisheit des Patanjali für Menschen von heute“, Seite 57). Wir üben uns in Demut, innerer Hingabe und Aufrichtigkeit, sodass wir weniger am Materiellen klammern und mehr in das Gottvertrauen gehen können.

Hier geht es zum ersten, zweiten, dritten, vierten und fünften Teil der Reihe.

Wenn wir Pujas feiern, Mantras singen oder in der Homa alten Ballast loslassen, wird unser Leben immer leichter. Wir können uns mehr und mehr dem göttlichen widmen und wollen noch mehr Verhaftungen loslassen, weil wir merken, wie leicht es sich ohne lebt. Damit ist gemeint, dass wir unsere Gedanken einfach neu ausrichten. Wir denken nicht mehr den ganzen Tag über Aktien, Beziehungen und den Haushalt nach, sondern haben Tugenden im Hinterkopf, die wir in der Puja entdeckt haben. Statt über die Nachrichten zu sinnieren, haben wir einen Ohrwurm von einem Mantra, dass wir im Satsang gehört haben. Es geht also weniger um das, was wir während der Rituale machen, als viel mehr, was wir damit verbinden.

Wünsche loslassen durch Neuausrichtung

Bhakti Yoga heißt, Liebe um der Liebe willen. Es geht nicht um Emotionen im engen Sinne, sondern um das Einstimmen des Willens und des Denkvermögens auf das Göttliche. Dieser Yogaweg wird auch oft der Yoga der Hingabe genannt, weil es darum geht, die Praxis aus tiefstem Herzen zu tun, mit Überzeugung und ohne Hintergedanken. Zu Bhakti Yoga gehört eine ganze Menge. Singen, Tanzen, Mantren Rezitieren und Rituale feiern können dazu gehören. Wir richten in dieser Übung unser ganzes Sein auf das Höhere aus. Wie immer kann das Gott, die göttliche Mutter, Liebe, Gnade oder ein anderes Sinnbild sein.

Dadurch, dass unsere Gedanken beim Ausüben nur auf das entsprechende Sinnbild ausgerichtet sind,  fällt es uns leichter, unsere Wünsche ziehen zu lassen. Je tiefer wir uns hineinfallen lassen, erklärt Sukadev in „die Yogaweisheit des Patanjali für Menschen von heute“, desto größer wird unser Wunsch nach Befreiung. Wir wollen, dass unser ganzes Leben von dieser Einpünktigkeit durchdringt wird. Die Gedanken an Wünsche, Süchte oder Forderungen werden langsam weniger, weil wir uns nicht auf sie einlassen. Jeder Wunsch wird leiser, wenn er keine Beachtung bekommt. Bhakti kann uns also durch Hingabe zum gesteigerten Wunsch nach Befreiung bringen.

Gebet vs. Bhakti

Manche werden sich wundern, dass Gebet und Bhakti zwei verschiedene Punkte sind auf dem Weg zum Wunsch nach Befreiung. Das Gebet gehört in den Yogaweg des Bhakti Yoga. Wie so oft in dieser Philosophie sind die Grenzen fließend. Wo hört das Gebet auf, wo fängt eine andere Bhakti-Yoga-Übung an? Aber genau deshalb sollten sie getrennt erwähnt werden, um uns diese Einheit bewusst werden zu lassen. Wenn wir den Wunsch nach Befreiung stärken wollen, kommt es nicht darauf an, dass wir jeden Tag nur einen Weg folgen und das am besten zu einer bestimmten Zeit für genau zwanzig Minuten. Wir sollten eher einen ganzheitlichen Lebensstil anstreben, in dem die eine Praxis in die nächste übergeht.

Allerdings denken Menschen oft in Worten und Kategorien. Besonders zu Anfang ist es deshalb leichter, für alles Wörter zu haben. Wir können dann bewusster leben, indem wir merken „Oh, ich bete grade.“ oder „Das kann ich ein Verehrungsritual nennen.“ und dann kommt die passende Hingabe von alleine dazu. Der Nachsatz kann dann sein „und das will ich aus ganzem Herzen sehr ordentlich machen.“ Eine Puja korrekt auszuführen bringt natürlich mehr spirituelle Energie, als sie zusammenzubasteln, aber letztendlich kommt es immer auf die Einstellung an, mit der wir es machen. Wollen wir sie besonders ordentlich ausführen, sind wir viel bewusster bei der Sache. Wir schaffen uns quasi kleine Hürden zur Unachtsamkeit.

Alles zusammen

Der Wunsch nach Befreiung kann auf vielen unterschiedlichen Wegen gestärkt werden. Es gibt kein Patentrezept, das für alle gleich ist. Wenn wir lernen, Bedürfnisse von Wünsche zu unterscheiden, aufrichtig anderen Gutes tun und langsam aber sich, immer weniger an der materiellen Welt hängen, wird der Wunsch nach Befreiung immer stärker. Durch Verhaftungslosigkeit, ist es einfach einfacher glücklich zu sein und das in vollem Bewusstsein, aus ganzem Herzen und in jeder Situation.

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