Reisebericht Indien 2015 – Teil 8

Dies ist der 8. Teil des Indien-Reiseberichts von Vani Devi, die im Oktober/November diesen Jahres mit der Yoga Vidya Reisegruppe in Indien im Sivananda Ashram in Rishikesh zu Besuch war.

Teil 8 – Reisebricht: 

Freitag 06.11.2015

Ebenso ein Vortrag mit Swami Padmanabhananda: Bhagavad Gita – handeln oder nicht handeln?

Swami Padmanabhananda erzählt uns ein Gleichnis: In einer Straßenbahn sitzt eine Mutter mit ihrem Baby auf dem Arm. Das Baby lächelt dich an, du lächelst zurück. Das Kind beginnt mit dir zu spielen und greift plötzlich in deine Jackentasche und holt die Kreditkarte heraus. Du lächelst weiter und nimmst sie zurück. Dann kommt ein Erwachsener, ein Dieb, und nimmt die Kreditkarte aus deiner Tasche. Du hingegen lächelst nicht mehr, sondern fängst an zu schimpfen und zu schreien. Die Handlung ist dieselbe, der Effekt (unsere Reaktion) ist unterschiedlich. So gilt es auch in der Bhagavad Gita: Es kommt auf die Motivation hinter der Handlung an. 

Gott ist unser Diener. Nicht wir dienen Gott, er dient uns. Wie die Mutter ihrem Kind dient, so dient Gott uns. Kultiviere das gute Sein in dir selber, dann begegnet dir Gutsein auch im Außen. Aber es gibt Ausnahmen: Martin Luther King, Gandhi …. beide wurde ermordet…obwohl sie so friedvoll waren …. warum? Wenn du erkältet bist, nimmst du Medikamente, obwohl auf der Packung Nebenwirkungen beschrieben sind. Du weißt aber, dass sie nur ganz ganz selten auftreten. So ist es mit jenen Menschen, die solch schreckliche Taten (wie verübte Attentate) begehen: Sie sind tragische Ausnahmen, und genauso selten, wie die unerwünschten Nebenwirkungen eines Medikamentes.

Nach dem Mittag geht es nach Haridwar, in die „Stadt der Götter“ (Hari = Vishnu= Gott)

P1330386Wir besuchen die Sapta Rishi Anlage. Dort gibt es viele bunte Mosaiken zu bestaunen – es gibt 7 Mosaike der wichtigsten Rishis und ein 8. Mosaik von der Frau Vasishtas. Haben doch Vasishta und seine Frau dafür gesorgt, dass Vishwamitra schließlich zum Seher des Gayatri Mantras wurde (vermutlich hier an diesem Ort). Es ist eine wunderschöne Geschichte, wie das Gayatri Mantra in die Welt kam (man findet die Geschichte z.B. in dem Buch: Heilende Mantras von Thomas Ashley-Farrand). Das Gayatri Mantra ist wohl eines der ältesten und machtvollsten Mantras der Welt, in dem alle 3 Welten besungen und verehrt werden.

Dann fahren wir weiter in den nahegelegenen Gayatri Ashram, der sehr prunkhaft und mit einer absoluten Besonderheit ausgestattet ist: Hier haben Frauen den Vortritt, wenn es daran geht, das Ganga Arati zu singen. Es ist ein ungewohntes Bild: Die Frauen stehen innen direkt vor dem kleinen Tempel und die Männer bleiben draußen vor dem Zaun – aufgereiht schauen sie zu.

Der Höhepunkt des Abends: Das Maha Ganga Arati: Es leuchten viele, ganz viele 108-armige Leuchter und andere Lichter. Es ist ein riesiges Spektakel an der Ganga, die an dieser Stelle auch nicht mehr so schön türkis und klar aussieht. Es dämmert und wir müssen uns beeilen, wenn wir bei dem Spektakel dabei sein wollen.

Es war ein nettes Erlebnis, das aber keiner Wiederholung für mich bedarf. Täglich gibt es dieses Riesenspektakel in Haridwar und es sind unglaublich viele Menschen dabei und genießen das Event wie ein Volksfest.

Auf der Rückfahrt hat eins unserer Autos auch noch einen kleinen Unfall. Auch das kann passieren trotz „om tryambakam-Mantra“. Niemand trägt ernsthaften Schaden davon … zum Glück.

Im nächsten Teil (Teil 9) wird es mit den spannenden Tagesberichten von Vani Devi weitergehen.

Alle Teile dieser Reisebericht-Serie werden nach und nach auch unter folgendem Schlagwort zu finden sein:

 

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