Die 5 Säulen des Hatha Yoga (Teil 2) – Ernährung, Meditation und positives Denken

Die 5 Säulen des Hatha Yoga - Ernährung

In dieser Serie geht es um Hatha Yoga nach Swami Sivananda und die fünf Säulen, auf die dieser Yogaweg aufbaut. Welche Effekte haben sie und wie kannst du daraus einen Nutzen für deinen Alltag ziehen? In Teil 1 haben wir uns den ersten drei Säulen – Asana, Pranayama und Entspannung – gewidmet. In Teil 2 wollen wir uns nun die letzten beiden der fünf Säulen anschauen: Ernährung sowie Meditation und positives Denken.

Die 5 Säulen des Hatha Yoga:

Nochmal zur Erinnerung. Die 5 Säulen des Hatha Yoga umfassen:

  1. Asana (Körperstellung)
  2. Pranayama (Atemübungen)
  3. Entspannung
  4. Ernährung
  5. Meditation & positives Denken

Die 4. Säule des Hatha Yoga: Ernährung

Unsere Nahrung wirkt nicht nur auf den physischen Körper, sondern auch auf Teile des Astralkörpers. Der Astralkörper umfasst unser Energiesystem mit Chakras (Energiezentren), Nadis (Energiebahnen) und Prana (Lebensenergie) sowie Geist, Emotionen und Intellekt.

Von der körperlichen Seite aus betrachtet sollten wir Lebensmittel essen, die für unseren Organismus gut verdaulich und nahrhaft sind, ihn gesund und stark erhalten und dabei natürlich gut schmecken. Auf der astralen Ebene sollen sie darüber hinaus einen klaren Geisteszustand unterstützen.

Wie geht das?

Um besser verstehen zu können, wie Nahrung sich auf unseren Gemütszustand auswirken kann, ist es gut, sich mit den drei Gunas, den drei Qualitäten der Natur vertraut zu machen: Alles in der Natur auf physischer, geistiger sowie auf emotionaler Ebene unterliegt den Gunas.

Die drei Gunas sind:

  1. Sattva – Reinheit, Klarheit
  2. Rajas – Aktivität, Bewegung
  3. Tamas – Trägheit, Faulheit, Ignoranz

In allem sind immer alle drei Gunas vorhanden. Die Dinge unterscheiden sich dadurch, welche Qualität vorherrschend ist. Um Befreiung zu erlangen, ist es Ziel der Yogis, sich von allen drei Gunas zu lösen und sich nur noch mit Brahman zu identifizieren, denn nur Brahman (reines Bewusstsein) steht über den Gunas.

Bis dahin jedoch, wollen wir einen möglichst sattvigen Lebensstil führen, damit auch im Geist so viel und so oft wie möglich Sattva, also Klarheit und Frieden herrscht. Und dabei kann uns unsere Nahrung unterstützen. Denn so wie alles im Universum, enthält auch unser Essen alle drei Gunas.

Unsere Lebensmittel lassen sich folglich in drei Gruppen einteilen: Sattvige, rajasige und tamasige Nahrung.

Die sattvigen Nahrungsmittelgruppen sind:

  • Gemüse und Salat
  • Obst
  • Getreide (Vollkorn, kein Weißmehl)
  • Hülsenfrüchte, Saaten, Nüsse (und Fette)
Die 5 Säulen des Hatha Yoga - Ernährung
Johannisbeeren sind nicht nur lecker, sondern auch reich an Ballaststoffen, Vitamin C, Vitamin A und Eisen.

Rajasige Nahrungsmittel sind zum Beispiel

  • Weißmehl
  • Zucker
  • Kaffee
  • scharfe Gewürze
  • auch hastiges Essen wirkt rajasig

Zu tamasiger Nahrung gehören unter anderem

  • Fleisch
  • Fisch
  • Alkohol
  • Tabak und andere Drogen
  • Tiefkühlkost
  • Konserven
  • unreife oder alte Nahrungsmittel
  • Nahrung, die zu lange gekocht wurde
  • auch zu viel essen wirkt tamasig

Als Yoginis und Yogis versuchen wir, uns vor allem mit sattvigen Lebensmitteln zu ernähren. Rajasige Nahrung sollte nur sehr reduziert gegessen und auf tamasige Nahrung soweit verzichtet werden.

Dies sind allgemeine Richtlinien, die uns jedoch nicht davon abhalten sollten, unseren gesunden Menschenverstand zu benutzen. Auch wenn beispielsweise scharfe Gewürze als rajasig gelten, sind sie doch sehr gesund und können bei Verdauungsproblemen oder Erkältungen als Medizin wirken.

Und manchmal tut ein Stück Schokolade der Seele gut oder es wäre einfach gemein, den Geburtstagskuchen, den deine Oma dir gebacken hat, nicht zu kosten.

Es ist gut, Regeln zu haben, die gesund sind – aber es ist nicht gesund, diese zum Dogma oder Fanatismus werden zu lassen.

Die 5. Säule des Hatha Yoga: Meditation und positives Denken

Das ist letztendlich das, worauf es ankommt und wofür wir die anderen Techniken praktizieren: Wir wollen glücklich sein. Ein gesunder Körper und viel Energie sind toll, aber keine Garantie zum glücklich sein.

Ich kann den schönsten und stärksten Körper haben und dennoch unglücklich sein. Andersrum kann ein Mensch, obwohl er krank oder körperlich behindert ist, sehr glücklich sein. Es kommt also darauf an, wie und was ich denke!

Und genau das üben wir in der Meditation. Durch verschiedene Konzentrationsübungen wie zum Beispiel Mantra-Wiederholung oder Beobachtung des Atems, wird uns bewusst, wie viele Gedanken wir haben und dass diese Gedanken Objekte sind, die kommen und gehen, aber keinen Einfluss auf uns haben müssen – es ist unsere Entscheidung.

Frau meditiert im Sonnenuntergang
Meditation führt zu mehr Gelassenheit, Positivität und Inspiration. Sie stärkt die Intuituion, innere Ruhe und Freude im Alltag.

Meditieren für Ausgeglichenheit, Vertrauen und Freiheit

So lernen wir Schritt für Schritt, uns von negativen Gedanken zu lösen und dafür hilfreichen Gedanken mehr Raum zu geben. Das bedeutet nicht, dass wir Dinge, die uns traurig oder wütend machen, einfach ausblenden und so tun, als wären sie nicht da.

Es heißt viel mehr, dass wir uns konstruktiv mit diesen Dingen auseinander setzten und schauen, wie die Situation uns nutzen kann, wie wir das Beste daraus machen, was wir daraus lernen können. Es ist also nur ein anderer Blickwinkel; eine andere Art, die Welt zu sehen.

Wenn wir das Vertrauen haben, dass immer alles gut und zu unserem Besten ist, können wir in jeder Situation nach Geschenken suchen und werden sie auch finden. Das Leben wird zu einem spirituellen Lernfeld und zur ständigen Meditation, wenn du, anstatt mit dem Finger auf scheinbar Schuldige zu zeigen und dich als Opfer zu bemitleiden, anfängst, dich zu fragen:

  • Was erzählt mir diese Situation über mich?
  • Was halte ich fest, was ich besser los lassen sollte?
  • Vor was habe ich Angst?
  • Was möchte ich vermeiden?
  • Warum fühle ich mich in dieser Situation traurig?
  • Was genau macht mich jetzt wütend und warum?
  • Aus welchen Grund bin ich enttäuscht oder genervt?

Es geht darum, den Geist immer wieder leer zu machen, sich von Gedanken und Emotionen zu lösen und die Dinge so klar wie möglich zu sehen; zu beobachten, ohne sich mit ihnen zu identifizieren. Dabei kommst du immer mehr in den Augenblick und wirst mit jedem Loslassen etwas freier.

Die Sakshi Bhava Meditation ist eine wunderbare Achtsamkeitsmeditation, bei der du die Einstellung eines Beobachters entwickelst.

Die 5 Säulen des Hatha Yoga: ein unerschütterliches Fundament

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Hatha Yoga eine wundervolle Praxis ist, die das menschliche Wesen in seiner Gesamtheit berührt.

Mit Asanas halten wir den Körper fit und geschmeidig, um entspannt meditieren und ebenso unsere Aufgaben im Alltag erledigen zu können. Pranayama gibt uns dafür Energie und reinigt den astralen Körper.

Durch bewusste Entspannung bleiben wir gelassen und belastbar und bewahren einen klaren Kopf. Und die sattvige Ernährungsweise unterstützt die körperliche Gesundheit sowie die geistige und emotionale Harmonie.

Damit schaffen die ersten vier Säulen des Hatha Yoga beste Voraussetzungen für die 5. Säule: eine regelmäßige Meditationspraxis und mehr Bewusstheit im Alltag, die zur mehr Freiheit und weniger Leid führt.

Hatha Yoga macht einfach happy!

Om Shanti


Hier kommst du zum ersten Teil der Serie, in dem du mehr über Asana, Pranayama und Entspannung erfährst.

Seminare zum Thema Hatha Yoga

Anderen beizubringen in Kontakt mit ihrem inneren Frieden zu kommen: Selbst Yoga zu unterrichten, ist wahrscheinlich eine der größten Freuden, die es gibt. Die 4-Wochen-Intensiv Yogalehrer Ausbildung führt durch konzentrierte Übung zu einer tiefen inneren Erfahrung und öffnet den Zugang zur inneren Intuition. Die so erweckte Lebensenergie gibt dir die persönliche Ausstrahlung, die für einen Yogalehrer notwendig ist:

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Seminarleiterbild Gauri Daniela Reich 2021

Gauri Daniela Reich Yogalehrerin (BYV), Ayurveda Gesundheitsberaterin (BYVG), Vegane Ernährungsberaterin, ausgebildet in Yoga Personal Training, Vinyasa Sequenzing, Thai Yoga Massage und Yin Yoga, Lehrerin für Prävention und Gesundheitsförderung (BSA), Fitnesstrainer B-Lizenz, Cardiofitness- und Entspannungstrainerin, Diplom Betriebswirtin (BA). “Yoga hat mein Leben von Grund auf verändert.

Dank der ganzheitlichen Yogapraxis hat mein Leben heute einen Sinn. Ich bin zufriedener, gesünder, umgänglicher und habe erfüllendere Beziehungen. Dieses Glück steht allen Menschen zu und ich sehe es als meine selbstverständliche Pflicht, dieses Wissen mit anderen zu teilen.” Seminare mit Gauri ->

1 Kommentar zu “Die 5 Säulen des Hatha Yoga (Teil 2) – Ernährung, Meditation und positives Denken

  1. Danke dir, liebe Gauri für diesen Artikel! Wenn man sich etwas mit Yoga befasst und selber praktiziert, dann weiss man das ja eigentlich alles. Und doch bin ich persönlich froh, wenn ich auf so eine angenehme Art daran erinnert werde =) Kurz, knackig, gut verständlich und so was von treffend. Damit auch geeignet für ALLE, welche erst mit Hatha Yoga beginnen. Oder es noch wollen. In jedem Fall sehr motivierend =) Schreib weiter so =)

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