Yoga Tipps bei Erkältung

Die Winterzeit hat wahrlich ihre schönen Seiten. Als weniger angenehm werden Erkältung, Husten, Grippe und andere gesundheitlichen Infekte empfunden, die die kalte Jahreszeit oftmals mit sich bringt.

Wir Yogis lernen Gleichmut als einen Pfeiler für ein glückliches Leben zu leben. So ist Gleichmut für uns eine der angestrebten Eigenschaften. In der Bhagavad Gita wird dieser Gleichmut treffend beschrieben: „Wer Glück und Leid, Gold und Schlamm und Stein als gleichwertig betrachtet; wem das Angenehme und das Unangenehme, Lob und Tadel, warm und kalt; wer beständig in einer weisen, unerschütterlichen und unwandelbaren inneren Ruhe und Stille weilt – dieser Mensch steht über dem Wirken der Natur.“ Bhagavad Gita XIV 24

So freuen wir uns über jedes Wetter. Alles ist gut so wie es ist, auch wenn eine Erkältung im Anmarsch ist. Winterzeit ist oft auch Schnupfenzeit. Und so eine Erkältung ist normalerweise harmlos und dauert rund eine Woche. Hat man sich eine Grippe eingefangen, gibt es sehr wirksame Yoga Tipps, die Erleichterung und schnelleres auskurieren möglich machen. Das Immunsystem will auch gepflegt werden. Gleichwohl wirken diese Yoga Tipps auch vorbeugend sehr gut, so dass man sich vor Viren, Bakterien und anderen Eindringlingen schützen kann. Viele Tipps lassen sich im Alltag einfach umsetzen.

Und für alle, die diese Tage Grippe-halber im Bett verbringen, oder vorbeugend etwas tun möchten, hier nun ein paar Yogi-Tipps bei Erkältung:

  • Gurgle drei Mal täglich mit lauwarmem Salzwasser (1/2 Teelöffel Salz auf 0,2l) – auch als Vorbeugung.
  • Mache drei Mal täglich Jala Neti, die yogische Nasenspülung mit Salzwasser.
  • Inhaliere regelmäßig mit Wasserdampf, Kamillentee oder Eukalyptus.
  • Übe die Vorwärtsbeuge und den Drehsitz – wenn es dir dafür gut genug geht. Mindestens 20 Minuten halten. Eines der besten Anti-Erkältungsmittel, ganz ohne Zusätze! Die Vorwärtsbeuge wie auch der Drehsitz haben eine starke immunstärkende und energetische Wirkung – besonders wenn man die Vorwärtsbeuge lange entspannt halten kann. Je länger man in der Stellung verweilen kann, um so mehr kann die feine Lebensenergie (Prana) sich in den Chakras und Nadis aufspeichern und sublimiert werden, was eine Erhöhung der Energie und somit Heilung zufolge hat. Bei der Vorwärtsbeuge steigt besonders die Energie die hintere Energiebahn auf. Man sagt, dass die Energie erhöht wird wenn die feine Lebensenergie nur durch eine einzige subtile Bahn strömt. Der ganze Unterleib wird gestärkt und der unterer Rücken wird gedehnt. Dies hat seine Rückwirkung auf den gesamten Organismus des Unterleibs. In der statischen Phase rühren die Wirkungen von der Kompression (zusammendrücken/-pressen) des Unterleibs gegen die Oberschenkel her, und der bewussten Bauchatmung, während die Kontraktion (zusammenziehen von muskulären Organe, Muskelzellen und Muskelgewebes) des Bauchgürtels die Eingeweide (Gesamtheit der Organe in der Bauchhöle) an ihrem Platz hält und stärkt. Es findet eine starke Dehnung der Muskulatur statt, welche sich im Bereich der Wirbelsäule befindet. Dies hat die Wirkung, dass die Durchblutung des Rückenmarks gefördert wird. Dies wiederum stärkt das Immunssystem. Das Nervengewebe und Nervensystem der Wirbelsäule wird gedehnt und dadurch entlastet. Das Sonnengeflecht “Plexus Solaris”, die Sonnenenergie, wird im hohen Maße angeregt und von Stauungen befreit. Und keine Organe der Bauchhöle entgeht die anregenden Wirkung dieser Asana. Die Bauchspeicheldrüse wird simuliert und gestärkt. Leber, Milz, Nieren und die Blase werden wieder gut durchblutet und somit mit mehr Nährstoffen versorgt. Und nicht zu unterschätzen ist die Heilende Wirkung der Vorwärtsbeuge auf den Dick- u. Dünndarm, Darmperistaltik. Im besonderen Maße auch auf die Zirkulation der Lymphen. Somit ist sie eine erfolgreiche Vorgebeugung gegen Infektionskrankheiten und die Abwehrbereitschaft wird erhöht. Die Immunsystemorgane werden gestärkt da vermehrt Energie zufließt. Zum Immunsystem gehören Thymus und Milz als Organe und Gewebe wie Knochenmark, Lymphknoten, Mandeln und das lymphatische Gewebe des Darms. Immunzellen befinden sich in fast allen Geweben des Körpers. Bis zu 80 Prozent der antikörperproduzierenden Zellen befinden sich in der Darmwand. Die Energiezufuhr hat einen großen Einfluss auf die Immunaktivität.
  • Versuche einmal, Pranayama im Liegen zu üben: Einatmen, anhalten, ausatmen, jeweils so langsam wie es dir vollkommen angenehm ist. Mehrmals am Tag je 10 Runden.
  • Verzichte auf Zucker und Milchprodukte. Faste oder mache eine Monodiät mit gekochtem Weizen/Dinkel oder grünem Gemüse.
  • Nimm ausreichend frische Zitrusfrüchte, wie z.B. Orangen, zu dir.
  • Mache Tiefenentspannung, ruh dich aus, schlafe und trinke reichlich, um deine Abwehrkräfte auf Trab zu bringen.
  • Nimm eventuell natürliches Vitamin C, Echinacea, und andere immunstärkende Mittel aus der Naturheilkunde.
  • Ingwertee ist bei Erkältung ein Muss! Wer möchte mit Zitrone und natürlicher Süße. Entweder den Ingver 10 – 15 Min. mit köcheln lassen, oder den Ingwer reiben und kochendes Wasser darüber gießen. Alternativ auch heißen Süßholztee mit viel Zitrone – oder einfach nur heißes Zitronenwasser, das ist auch gut bei Erkältung.
  • Nochmals: Übe Pranayama :-), wenn du merkst, dass dir gut tut. Yoga in der Praxis aktiviert die weißen Blutkörperchen, um eingedrungene Erreger besser abwehren zu können. Wenn du jedoch unter einer lästigen Erkältung leiden musst, und als Begleiterscheinung Gliederschmerzen damit verbunden sind, dann wirst du wegen der Schmerzen wahrscheinlich keine Lust verspüren, dich körperlich anzustrengen – und genau das bezweckt der Körper auch mit den bleiernen Gliederschmerzen. Schone dich, schlafe und lasse deine Immunabwehr arbeiten. 
  • Schon Pfarrer Kneipp empfahl Wasseranwendungen zur Stärkung des Immunsystems. Ob du morgens warm und kalt duschen oder lieber in die Sauna gehen möchtest, bleibt dir überlassen. Hauptsache, du setzen deinen Körper dem Wechsel von Wärme und Kälte aus. Gerade der Kältereiz stimuliert die Abwehrmechanismen zur Vorbeugung.
  • Negativer Stress ist Gift für den Körper und die Abwehrkräfte. Das Immunsystem wird geschwächt und man fängt sich schneller Viren ein. Stress lässt sich sicher nicht ganz vermeiden – überlege dir deshalb ein „Antistress-Programm„. Sehr wirkungsvoll sind Entspannungsübungen wie Autogenes Training, Progressive Muskelentspannung oder Yoga, Pranayama, Tiefenentspannung, Meditation. Sie bringen Geist und Körper zur Ruhe und die Abwehrzellen auf Trab und belohnen unseren Körper mit der Ausschüttung von Endrophinen – auch Glückshormone genannt.
  • Viele Menschen reagieren auf die zunehmende Dunkelheit mit depressiven Verstimmungen. „Man ist einfach nicht gut drauf“. Die Symptome dafür sind: Energielosigkeit, Schlafstörungen, Heißhunger auf Süßes, erhöhte Reizbarkeit und Nervosität, schlechte Laune. Die Ursache dafür ist ein Ungleichgewicht an Vitaminen und Hormonen, der durch das fehlende Licht ausgelöst wird. Durch die verminderte Sonnenstrahlung wird im menschlichen Körper weniger Vitamin D gebildet. Ein Mangel führt zu erhöhter Reizbarkeit und Nervosität. Melatonin ist verantwortlich für Müdigkeit und guten Schlaf. Normalerweise wird es im Körper nachts produziert, wenn es dunkel ist und wir schlafen. In Zeiten geringer Sonnenstrahlung wird es aber auch tagsüber hergestellt, es entsteht ein Überangebot und wir sind ständig müde und schlecht gelaunt. Was man dagegen tun kann: Sorge dafür, dass du möglichst viel Tageslicht bekommst. Ein täglicher Spaziergang von ungefähr einer halben Stunde sorgt dafür, dass dein Körper mehr Licht aufnehmen kann. Und zwar sollte das bei jedem Wetter der Fall sein, denn auch an Regen- u. Schneetagen strahlt der Himmel noch dreimal mehr Lux (Lichtmenge/Beleuchtungsstärke) ab, als in deiner Wohnung vorhanden ist. Vielleicht gehst du einfach täglich etwas zu Fuß, statt mit dem Bus oder Auto zu fahren. Fahrradfahren wäre ideal. In der Wohnung schaffen Salzkristallampen oder Kerzenlicht eine angenehm freundliche Atmosphäre von Licht und förderlich für die Gesundheit.

Bei all dem denke daran: Eine Erkältung ist eine Reinigung für den Organismus. Eine Erkältung ist oft eine gute Gelegenheit, geistig zur Ruhe zu kommen. Am besten hilft, wenn du die Erkältung dankbar und anerkennend annimmst, quasi als einen Freund, der dir seine Hilfe anbietet. 🙂

Gute Erholung auf allen Ebenen!

Om 

 

6 Kommentare zu “Yoga Tipps bei Erkältung

  1. Barbarella

    ich übe gerne den Löwen und lasse dei Zunge richtig lang heraushängen (bis Speichel fließt). Das macht mcih frei und glücklich und ich habe immer ein Lächeln im Gesicht,, wenn ich an diese Asana denke. Ausprobierne

  2. Das klingt gut! Auch der Saunagang ist eine grosse Hilfe um gesund zu bleiben. Dafür muss man sich ja nicht gleich eine Biosauna kaufen, sondern ein Gang pro Woche ist meist schon genug!

  3. Ich danke Ihnen für diesen hilfreichen Artikel. Ich werde einige Tipps selbst ausprobieren. Hat mir sehr geholfen.

  4. Pingback: Studie: Yoga und Akupunktur steigert Lustempfinden der Frau

  5. Vegetarische bzw. veganische Ernährung hilft auch gegen Erkältung und stärkt die Widerstandskräfte
    Veganismus – großer Artikel im Yoga Wiki

    Vegan Leben – im Vegetarier-Portal von Yoga Vidya

  6. Pingback: Gesundheit - Magazin & News

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