Gedanken zum 3. Advent

Adventsgedanken von Katyayani

Die Adventszeit hat viel Symbolik und trägt viel Bedeutungen mit sich: es ist dunkel, man sucht die Gemütlichkeit mit vielen Lichtern, man freut sich auf Weihnachten. Es ist eine besondere Zeit, für manche mehr für manche weniger, aber irgendwie betrifft es uns alle.

Adveniat bedeutet auf lateinisch: „Er oder Es wird kommen“ – es ist gut, wenn man sich zu dieser besonderen Jahreszeit darauf besinnt, dass das Göttliche kommen wird. Eigentlich ist es ja schon da. Das „wird kommen“ bezieht sich aber eher darauf, dass wir uns darauf konzentrieren, dass wir uns darauf ausrichten, dann können wir das spüren, dann kommt es zu uns. Eigentlich sind wir diejenigen, die kommen. „Es wird kommen“ bezieht sich darauf, dass wir es dann sehen. Wie wenn der Nebel sich draußen lichtet und die Sonne sichtbar wird. Wenn wir uns darauf konzentrieren, praktizieren, können wir das Göttliche wahrnehmen.

Und die Lichter, die in der Adventszeit angezündet werden, sind ein Symbol dafür, dass Licht ins Dunkel kommt.

Der Adventskranz ist ja rund, er symbolisiert damit das Unendliche, wenn wir das aufs Yogische übertragen, erkennen wir darin das Rad von „Samsara“, das Immerwährende, das immer Wiederkehrende, also etwas, das ohne Ende ist. Es gibt zwar die  Adventszeit, die 4 Wochen dauert, aber eigentlich ist das Göttliche immerwährend da. Und der Advent kommt jedes Jahr aufs Neue, so kann man den Aspekt des immer wiederkehrenden auch sehen. Und wenn wir uns dessen bewusst werden, können wir auch sehen, dass Jesus oder das Göttliche jeder Zeit in uns geboren werden kann, nicht nur an Weihnachten. Aber es ist gut, dass es solche Feiertage gibt, damit wir uns dann besonders darauf ausrichten können.

weihnachten6Der Adventskranz mit den 4 Lichtern hat auch eine tiefe Symbolik, jedes Licht hat eine besondere Bedeutung:

Das 1. Licht steht für die Hoffnung, auch im Sinne von Sehnsucht. Wir spüren, da muss es noch mehr geben, wir haben eine Kraft in uns, die uns vorantreibt. Man kann es auch so sehen, dass man das was hier jetzt ist, annimmt wie es ist und wir darin dieses „mehr“ finden. Denn die Dinge sind so wie sie sind und das was jetzt ist, ist genau richtig, auch wenn wir das nicht immer glauben weil wir gerade nicht alles so toll finden. Und in diesem, was jetzt ist, nicht zu sagen, „irgendwann komme ich an“ sondern alles anzunehmen und zu glauben „ich bin schon da“, „ich bin schon am Ziel, ich kann es nur nicht erkennen, weil es vernebelt ist“ liegt die Hoffnung und erweckt die Sehnsucht, das Göttliche auch erkennen zu wollen.

Das 2. Licht symbolisiert das Vertrauen, den Glauben, dass es Sinn macht, auf dem spirituellen Weg voran zu schreiten, auch wenn die Fortschritte auf unserem Weg nicht immer für uns sichtbar sind. Aber trotzdem den Glauben, das Vertrauen zu haben die uns sagen, da ist etwas, wofür es sich lohnt, weiter zu gehen.

Das 3. Licht steht für die Liebe, die daraus entsteht, und das Verständnis, ein Verstehen aus dem Herzen. Das ist nichts anderes als Liebe. Das ist was passiert, wenn wir voranschreiten. Aus dieser Hoffnung, dem Vertrauen, dem Glauben kommt dann die Liebe.

Und das 4. Licht ist die Hingabe. Darin ist das Loslassen enthalten, auch das aufgeben. Ich muss mich den Dingen unterwerfen, sie so nehmen wie sie sind. Sich hingeben heißt, man gibt sich auf, das Ich, das Ego.

Als kleine Inspiration für den Alltag: Die Gedanken über den Advent kann man auch in die täglichen Gespräche mit einfließen lassen, wenn wir Menschen treffen, die dafür einen Sinn haben. Es kann sehr schön sein, nicht immer gleich auf die Sachebene zu gehen und über die Aufgaben zu sprechen, die zu erledigen sind, sondern sich einzustimmen und kurz zu besinnen.

Weihnachtsbuddha

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