Der Königsweg zur Gelassenheit, 109 – Der Ayurveda Weg zur Gelassenheit

Gelassenheit Entwickeln - Podcast für mehr Gelassenheit im Alltag

Eine Zusammenfassung der Empfehlungen des Ayurveda für mehr Gelassenheit. Sukadev fasst die Essenz der letzten Ayurveda Podcast Sendungen zusammen. Du hörst nochmals über die Grundbegriffe und Grundkonzepte des Ayurveda – angewandt auf das Thema „Gelassenheit“: Ayurveda, Prakriti, Vikriti, Dosha, Agni, Ama: wenn du diese Begriffe kennst, kannst du damit arbeiten – und gelassener leben. Gelassener Leben heißt auch im Ayurveda: Glücklicher leben, mit mehr Energie leben – mehr bewirken können, die Mission deines Lebens erfüllen.

109. Ausgabe des Yoga Vidya Gelassenheits-Podcast von und mit Sukadev Bretz, Gründer und Leiter von Yoga Vidya.

Play

***

Ich möchte heute nochmals die Lehren des Ayurveda zum Thema Gelassenheit zusammenfassen. Ayurveda heißt Weisheit, Wissen, Wissenschaft vom Leben. Ayurveda sagt, jeder Mensch ist anders, daher ist auch Gelassenheit für jeden Mensch anders. Funktionieren alle Teile des Menschen gut, neigt der Mensch dazu von selbst in sein Gleichgewicht zu kommen. Der Mensch hat natürliche Selbstheilungskräfte. Auch für die Psyche gilt das. Nach einer Störung kommst du wieder zurück zum Gleichgewicht. Und wenn du grundsätzlich gesund bist, dann hast du eine gesunde Intuition. Du magst, was gut für dich ist. Ein großer Teil des Ayurveda beruht darauf, dass du zu deiner Intuition zurück kommst, zu deiner gesunden Intuition, dass du magst, was für dich gut ist und vermeidest, was dir schadet, weil du das gar nicht möchtest. Und dass du nicht kämpfen musst: Ah, ich sollte das tun, aber ich will etwas anderes. Viele Techniken und auch viele der Ayurveda Kuren beruhen darauf, dass du wieder in dein natürliches Gleichgewicht kommst, dass so deine Selbstheilkräfte stark werden, dass du auch nach einer körperlichen oder psychischen Belastung oder Störung zum Gleichgewicht zurück kommst und du intuitiv merkst, was gut für dich ist. Es gibt nämlich auch eine gestörte Intuition. Bist du aus deinem Gleichgewicht und zwar sehr gründlich, dann magst du das, was nicht gut für dich ist. Die Störung hat auch eine Neigung sich zu verstärken. Dann musst du gegensteuern. In der modernen Wissenschaft nennt sich das Rückkopplungsschleifen. Wenn einmal ein System gründlich aus dem Gleichgewicht ist, dann hält es sich aus dem Gleichgewicht. Ayurveda ist dann die Wissenschaft wieder zurückzukehren in das Gleichgewicht.

Für Gelassenheit von besonderer Relevanz ist die Theorie von Prakriti und Vikriti. Prakriti ist die Natur oder das Temperament, die Vikriti ist die Störung des Temperaments. Drei Doshas machen die Pakriti aus und es gilt: lebe deine Prakriti, übertreibe es aber nicht. Erkenne es, wenn du außerhalb deiner Prakriti lebst und reduziere dann das, was zu viel ist. Die Prakriti besteht aus drei Doshas, 3 Grundtypen, die natürlich auch gemischt sein können. Vata, Luft, Pitta, Feuer, Kapha, Wasser-Erde. Die gesunde Prakriti würde bedeuten, dass z.B. der gesunde Vata Mensch ein freundliches Temperament hat, immer wieder offen ist, Neues zu suchen, zu kommunizieren, Leichtigkeit zu leben, Ideen zu geben, kreativ zu sein. Ein Vata Mensch sollte diese Talente ausleben und sollte seine besonderen Eigenschaften nutzen. Wenn ein Vata Mensch nicht in der Lage ist, sein Temperament zu leben, dann kann er austrocknen und das kann schnell zu Störungen führen. Der Vata Mensch muss aber auch beachten, dass er sein Vata Element nicht zu stark werden lässt. Er muss auch gewisse Regeln beachten, er muss sich immer wieder erden und ab und zu mal das tun, wozu er sich verpflichtet hat. Also für den Vata Menschen gilt, lebe die Stärke deines Luftelementes, aber behalte auch die Erdung bei.

Der Pitta Mensch ist ein Leistungsmensch voller Feuer, voller Enthusiasmus. Er will Dinge erreichen und ihn freut es, wenn er etwas bewirken kann. Er freut sich, wenn etwas gelingt und er freut sich, wenn er merkt, dass er seine Stärke einsetzen kann. Ein Pitta Mensch sollte dafür sorgen, dass er Aufgaben hat, deren Ende er auch sehen kann. Er sollte dafür sorgen, dass er das Gefühl hat, etwas geleistet zu haben, Ergebnisse zu sehen. Der Pitta Mensch sollte sich neue Herausforderungen suchen und sich daran erfreuen, was alles möglich ist. Der Pitta Mensch muss sich aber auch vor einem Übermaß an Pitta hüten. Er darf nicht nur leistungsorientiert sein. Er muss auch mal seine inneren Antreiber loslassen können. Ein Pitta Mensch muss auch mal gemütlich werden können, die Sachen etwas leichter und angenehmer sehen. Ein Pitta Mensch muss auch lernen, die anderen Temperamente zu schätzen für das was sie sind.

Ein Kapha Mensch ist der gemütliche Mensch. Ein erdiger Mensch, ein freundlicher Mensch, ein treuer Mensch. Jemand, der langfristig Erfolg hat. Ein Kapha Mensch sollte sich Aufgaben suchen, wo es wichtig ist, langfristigen Erfolg zu haben. Er sollte sich mit Menschen umgeben oder zumindest zu Menschen Kontakt halten, mit denen er langfristig befreundet sein kann. Ein Kapha Mensch ist wie die Ölung für die Menschen um ihn herum. Ein Kapha Mensch muss aber auch aufpassen, dass er nicht starr wird, nicht träge wird, nicht antriebslos wird. Dass er auch den anderen nicht Steine in den Weg legt und nicht zu sehr als Bedenkenträger wahrgenommen wird. Wenn jeder dieser drei Grundtypen sich so verhält, wie es seiner Natur entspricht, ist er in seinem optimalen Leistungsvermögen und wird auch nicht so leicht aus der Gelassenheit kommen.

Natürlich gibt es auch Mischtypen. Es gibt Vata-Pitta, Pitta-Kapha, Vata-Kapha Menschen und es gibt auch Tridosha Menschen. Und ich habe auch beobachtet, dass in der zeitlichen Entwicklung mal das eine mal das andere Dosha in den Vordergrund kommen kann. Jede dieser Doshas kann gestört werden und zwar egal, welche Prakriti du hast, du kannst jede Vikriti haben. Also du kannst ein Kapha Mensch sein, aber eine Vata Störung haben. Du kannst ein Pitta Mensch sein und eine Kapha Störung haben usw. Vata Störung zeichnet sich aus durch Ängste, durch Unruhe, durch Schlafstörungen und Nervosität. Dort gilt es das Vata zu reduzieren, durch geregelten Tagesablauf, durch Zentrierung, durch Erdung, durch Wärme und verschiedene Körper- oder Atemübungen, wie auch bestimmte Formen von Ernährung.

Pitta Störung zeichnet sich aus durch zuviel Feuer, durch Ärger, durch Reizbarkeit, cholerische Anfälle und schließlich durch Frustrationen und natürlich Entzündungen, Magen Darm Geschwüre, Durchfall, Autoimmunerkrankungen, Allergien, usw. Jemand mit Pitta Störung sollte sich Zeit nehmen sich zu entspannen, um loszulassen, sollte spirituelle Praktiken üben, Entspannungstechniken üben und lernen, toleranter und freundlicher mit sich selbst und anderen umzugehen.

Kapha Störungen zeigen sich durch Ödeme, Ansammlungen von Flüssigkeiten, durch Ansammlung von Fett, durch Müdigkeit, Trägheit, Antriebslosigkeit, Lustlosigkeit und Schwarzseherei. Ein Kapha Mensch muss irgendwie in die Gänge kommen, oft geht das, indem er sich mit anregenden Menschen umgibt, indem er sich Ziele setzt, indem er gemütlich Dinge macht, die ihn aber gleichzeitig mit Kraft und Energie aufladen. Für einen Kapha Menschen sind Reinigungstechniken und verschiedene sanft übbare aber doch energetisierende Yoga und Ayurveda Übungen hilfreich. Im letzten Abschnitt habe ich viele Übungen erwähnt und viele weitere Tipps gegeben. Um im Gleichgewicht zu bleiben und um das Gleichgewicht herzustellen, ist es wichtig, ein starkes Agni zu haben und Amas auszuscheiden.

So ist es wichtig, dass du dir bewusst bist, habe ich ein starkes Agni, ein starkes Verdauungsfeuer, kann ich die Dinge gut absorbieren, kann ich das was ich zu mir nehme, sowohl körperlich als auch emotional und geistig gut verdauen? Wenn nicht, kannst du schauen, wie kannst du dein Agni wieder stärken? Nicht zu viel auf einmal aufnehmen, an Nahrung wie an Umweltreizen, sich zwischendurch Zeit geben zum Verdauen. Auch bestimmte Lebensmittel helfen Agni zu stärken und es gibt Agni Aktivierungsübungen im Hatha Yoga. Amas muss man abbauen. Wenn Amas da sind, dann manifestiert sich, dass die Selbstheilungskräfte nicht gut funktionieren. Schlechtes Agni kann zu Ama führen. Ama kann zu schlechtem Agni führen. Dosha Ungleichgewichte können zu Ama führen, Ama kann zu Dosha Ungleichgewicht führen. So hängt letzlich alles zusammen. Und gerade in den Ayurveda Kuren setzt man zuerst bei Ama an. Ob das jetzt kleine oder große Ama Kuren sind, Panchakarma Kuren. So kannst du dein Ama reinigen. Ist das Ama gereinigt, wird das Agni stärker und deine Doshas kommen in ihre natürliche Prakriti, in ihr natürliches Gleichgewicht. Daher kann dir auch einfach mal eine Ama Kur in einem Ayurveda Zentrum oder im Yoga Vidya Ashram helfen, wieder ins Gleichgewicht, in die Gelassenheit zu kommen. Oder du entwickelst deine eigenen Techniken, wie du dich entschlacken und entgiften kannst. Manche machen das regelmäßig, z. B. einmal im Jahr im Frühjahr oder zweimal im Jahr, oder du kannst immer dann, wenn es notwendig ist, mal eine 3-7 tägige Kur für dich machen.

Was auch immer das für dich heißen mag. Es ist gut, wenn du herausfindest, wie kannst du persönlich entschlacken, wie kannst du persönlich entgiften? Eine der wichtigsten Lektionen vom Ayurveda ist aber, der Mensch hat eine Neigung in sein natürliches Gleichgewicht zurückzukehren. Und schon wenn du innerlich entspannst und darauf vertraust, wird das geschehen. Manche Ungleichgewichte kommen einfach daher, weil du Angst hattest, dass das Ungleichgewicht sich erhält und immer stärker wird. Indem du die Selbstheilkräfte wirken lässt, wirst du merken, du hast doch eine robuste Psyche, einen robusten Körper. Normalerweise kommst du zurück ins Gleichgewicht. Aber wenn das nicht so geschieht, hast du eine Fülle von Möglichkeiten und Techniken, um dich zurückzubringen ins Gleichgewicht. Denn wenn du weißt, ich kann ja einiges tun, und du das Gefühl der Selbstwirksamkeit hast, weißt, du hast selbst einiges in deiner Hand, du kannst selbst einiges steuern, dann kannst du in die Gelassenheit kommen. Oder das ergänzt mit einem spirituellen Vertrauen, das selbst das, was nicht in deiner Hand ist, irgendwie gut ist für dein spirituelles und persönliches Wachstum. So kannst du jederzeit eine Grundgelassenheit haben.

0 Kommentare zu “Der Königsweg zur Gelassenheit, 109 – Der Ayurveda Weg zur Gelassenheit

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.