Bhakti Yoga: Interview mit The Love Keys & Anandini

The Love Keys & Anandini geben im Jahr rund 140 Kirtan-Konzerte in ganz Europa. Ihr Repertoire reicht von meditativ ruhig bis kraftvoll rockig. Aleah und Ben musizieren seit 2010 gemeinsam als The Love Keys. Kirtan ist für sie „ein Fest für die Seele, bei dem wir durch gemeinsames Singen höhere Bewusstseinsebenen erreichen können“. Anandini begleitet die beiden seit 2014 mit Gesang, Klarinette und weiteren Instrumenten. Am Schönsten ist es für sie, wenn sich alles vereinen lässt: Musik in der Natur, die innere Natur im Yoga und Yoga in der Musik.

Im Haus Yoga Vidya Bad Meinberg sind The Love Keys & Anandini gern gesehene Gäste mit mehreren Konzerten pro Jahr, unter anderem auf dem Yoga Vidya Musikfestival. Auch so manchen Satsang haben sie schon musikalisch bereichert. Gemeinsam nahmen sie sich Zeit für ein Interview und sprachen über die Bedeutung des Begriffes “Bhakti” für ihre Musik, ihre Erfahrungen beim Musizieren und ihre Träume und Pläne für die Zukunft.

 

Liebe Aleah, liebe Anandini, was bedeutet der Begriff “Bhakti” für eure Musik?

LoveKeys1_AleahAleah: Bhakti war schon vor der Zeit der Love Keys in meinem Leben präsent, ohne dass ich den Begriff kannte. Es ist essenziell für unsere Musik. Neben dem Ausdruck von Hingabe ist uns die musikalische Präzision sehr wichtig. Wir sehen Präzision als Ausdruck für größtmögliche Achtsamkeit, als Weg, unser Bestes zu geben und so gut wie möglich zu dienen.

Anandini: Es ist wunderschön sich ganz in die Musik hineinzugeben, wenn die Herzenergie beim Kirtan fließt. Das war schon beim Klarinette- und Klavierspielen als Kind so. Den Begriff “Bhakti” kenne ich aber erst, seit ich mich vor knapp zehn Jahren auf den Yogaweg begeben habe. Das hat mir auch musikalisch geholfen, mich in meiner Ausdrucksweise noch wohler zu fühlen, in dem Sinne, dass ich damit anderen Menschen etwas geben kann. Die Stimme und der Klang der Musik helfen mir, die liebevolle Energie des Gebens zu transportieren.

Aleah, was möchtest du durch die Musik den Menschen weitergeben?

Aleah: Seit meiner Jugend ist mir klar, dass ich reisen und teilen möchte, was mir gegeben wurde. Heilung war schon früh ein zentrales Thema in meinem Leben. Für einige Zeit dachte ich, dass ich Heilpraktikerin sein möchte und habe das vier Jahre lang studiert. Nach und nach kam die Erkenntnis, dass durch das Singen teilweise intensivere Heilung geschieht und mir wurde mein Dharma als Sängerin bewusst. Durch die Begegnung mit Ben fasste ich Glauben daran, dass wir auch von der Musik leben und damit vielleicht sogar mehr bewirken können. Während unserer Kirtans erleben wir immer wieder wie Mantras zu Heilung führen können.

 

Ihr macht seit eurer frühesten Kindheit Musik und habt schon Musik anderer Stile gespielt. Ben, wie erlebst du den Unterschied zur spirituellen Musik? 

Ben: Ich persönlich würde das nicht trennen. Man kann ja sagen: alles ist eins. Das gilt für mich auch im Bereich der Musik. Die Musik ist nicht wirklich steuerbar, sie passiert einfach. Manchmal staune ich im Nachhinein über Aufnahmen unserer Konzerte und es gelingt mir nicht immer, Passagen, die ich in diesem Zustand gespielt habe, später nachzuspielen. Den Begriff “Bhakti” kannte ich lange überhaupt nicht, aber ich kannte das Gefühl, dass ich im Fluss der Musik bin. In den letzten drei Jahren habe ich besonders das Trommeln als sehr kraftvoll und verbindend erlebt. Da fließt viel Energie, der Shivaaspekt. Ob rockig oder besinnlich, Musizieren kann mich in einen Zustand des Einsseins, der Verbundenheit bringen. Dann brauche ich nicht mehr darüber nachzudenken, was ich spiele, es geschieht von selbst.

Diesen Zustand erlebe ich bei Kirtan-Konzerten fast immer. Bei anderer Musik kann das natürlich auch passieren, aber ich komme nicht immer in den Fluss. Vielleicht ist man durch die heiligen Texte ein Stück weit näher an der Quelle als zum Beispiel bei Heavy Metal. Die Grundschwingung ist bei Kirtan-Konzerten jedenfalls eine ganz andere, die Energie ist höher, wir spielen in Räumen, in denen regelmäßig praktiziert wird. Durch diese eher sattwige Energie ist es vielleicht leichter, in den Zustand einzutauchen.

 

Glaubt ihr, dass es in der Gesellschaft eine Entwicklung hin zu einem größeren spirituellen Bewusstsein gibt, wie erlebt ihr das seit ihr spirituelle Musik macht?

Aleah: Meiner Erfahrung nach wächst das Interesse am Spirituellen, vor allem am Yoga. Ich denke, dass neben dem Hatha Yoga auch die anderen Yogawege verstärkt ins Bewusstsein der Menschen treten und so eine spirituelle Entwicklung ermöglicht wird. Durch die Mantrakünstler, die wir zum Beispiel aus Großbritannien kennen, nehmen wir wahr, dass diese Entwicklung nicht nur in Deutschland, sondern auch international geschieht.

 

LoveKeys1_AnandiniAnandini: Ich empfinde das auch so, international wächst definitiv das Interesse an Yoga, spätestens seit viele Hollywood-Figuren das als Trend vorleben. Auf der anderen Seite gibt es Länder wie zum Beispiel China, die bei ihren wirtschaftlichen Aufholmanövern nicht gerade nach yogischen Werten leben. Und natürlich gibt es das bedrückende Gegenteil, aktuell in der Ukraine, in Syrien, in Gaza. Allerdings hilft mir auch dabei die Yogaphilosophie, alles was geschieht, anzunehmen wie es ist. Alles ist Yoga.

In Deutschland ist es sicher einfacher, weil wir in Frieden und Wohlstand leben dürfen. Was mich sehr freut ist, dass Veganismus so expandiert: allein in meinem Kiez in Frankfurt gibt es schon drei vegane Cafés und zwei vegane Supermärkte. Reformhäuser, Bio-Supermärkte, Yogastudios, Ayurvedapraxen sind etabliert. Das ist erst eine Entwicklung der letzten Jahre. Natürlich bringt der Yoga-Trend auch Kommerz und eine gewisse Oberflächlichkeit mit sich. Ich denke allerdings, dass dadurch auch viele Leute angezogen werden, die dem Ganzen eher skeptisch gegenüber stehen. Sie bekommen dadurch die Chance, früher oder später Yoga auch in seiner Tiefe zu erfahren. So wird Yoga niedrigschwellig und zugänglich und das ist auch gut so.

 

Praktiziert ihr neben dem Bhakti Yoga auch Übungen der anderen fünf Yogawege?

Aleah: Ja, Hatha Yoga, Meditation und außerdem lese ich die heiligen Schriften. Vor allem beim Hatha Yoga kommen mir oft Erkenntnisse. Kirtan passiert eher auf der emotionalen Ebene. Nach dem Kirtan spüre ich, dass viel mehr Liebe fließt, sowohl in mir, als auch zwischen uns, zwischen dem Publikum und uns und dem Veranstalter und uns. Die Musik öffnet weite Räume. Wo man vorher noch schüchtern oder in Gedanken und am Organisieren war, ist nach dem Kirtan das Gefühl einer großen Familie präsent.

LoveKeys1_BenBen: Hauptsächlich Bhakti Yoga, ab und an auch Hatha Yoga wie auf dem letzten Festival. Außerdem praktiziere ich noch Meditation und Mantra Rezitation.

Anandini: Am Längsten praktiziere ich wohl Raja Yoga. Die Musik hat mir immer einen Raum geboten, in dem ich mich in einer Art meditativem Zustand selbst vergesse. Durch die intensive Beschäftigung mit Yoga, auch in der Yoga Vidya Yogalehrer Ausbildung, konnte ich viele Puzzleteile in meinem Leben zusammensetzen und hinter ihnen einen tieferen Sinn erkennen. Seitdem praktiziere ich intensiver – ich meditiere regelmäßig, übe Hatha Yoga, lese traditionelle Schriften und praktiziere Japa. Mantras zu singen ist aber für mich die kraftvollste spirituelle Praxis.

 

Was erzählen euch die Leute über die Wirkung eurer Musik?

Aleah: Das Erste, was mir dazu einfällt, ist, wie uns ein kleiner Junge mal sagte, dass wenn seine Mutter unsere Musik anmacht, ganz viele Schmetterlinge in den Garten fliegen. Das fand ich sehr süß. Häufig hören wir, dass unsere Mantras den Leuten in schweren Zeiten helfen. Viele Menschen bringt die Musik wieder zurück ins Licht oder ins Herz, wodurch sie Heilung erfahren.

Ben: Ein guter Freund aus Holland erzählte uns, dass er, seit er unsere Musik kennen gelernt hat, endlich wieder gut einschlafen kann. Uns wurde auch erzählt, dass im Mutter-Kind Yoga die Babys ruhiger sind, wenn unsere Mantras laufen.

Anandini: Wenn sie den Tag morgens mit den Love Keys-Mantras beginnen, ist er bereits gerettet, erzählte ein Yogi-Pärchen mir kürzlich in Berlin. Das hat mich sehr berührt.

 

Welche Zukunftspläne habt ihr?

Anandini: So viel wie möglich unter die Menschen kommen und den Yoga in seinen vielfältigsten Formen verbreiten. Das kann durch Kirtan-Konzerte im Bereich des Bhakti-Yoga geschehen. Ich gebe aber auch sehr gerne Yogastunden und Workshops, zum Beispiel Gesangsworkshops mit Aleah wie neulich im Haus Yoga Vidya Westerwald, oder auch Mantra-Yogastunden mit den Love Keys.

Ben: Außerdem arbeiten wir natürlich auch im Studio. Im Mai ist erst unsere neueste CD „Leelaa“ herausgekommen. Damit haben wir im vierten Jahr in Folge auf dem Yoga Vidya Musikfestival eine neue CD vorgestellt, das hat jetzt fast schon Tradition.

Aleah: Die Kooperation mit Yoga Vidya wird sicher noch intensiver werden, wenn wir den Plan umsetzen, gemeinsam mit unserem wunderbaren Support-Team nach Bad Meinberg zu ziehen. Im Moment suchen wir noch nach einem geeigneten Haus. Fest steht schon, dass wir nächstes Jahr zum ersten Mal Seminare hier geben werden, darauf freuen wir uns sehr! Weitere Zukunftspläne sind weltweite Touren. Davon träumen wir schon seit es die Love Keys gibt.

Ben: Ein ganz großer Traum ist es, nach Neuseeland und Australien zu reisen. Was läge näher, als eine Reise dorthin mit dem Bhakti-Yoga zu verbinden und dort Konzerte zu spielen? Menschen kennen lernen und sehen, wie die Leute dort sind, die auch Mantras singen, und wie sich das Leben dort anfühlt.

 

Auch in dieser Konstellation (Aleah, Ben, Anandini)?

Aleah: Ja, so ist es geplant. USA, Australien, Neuseeland, daran arbeiten wir im Moment. Ich denke, dass es in diesen Ländern schon eine große Offenheit für Mantra-Konzerte gibt.

Ben: Ja, und es gibt bereits Anfragen und Angebote von dort. Jetzt müssen wir die Organisation bewältigen. Nächstes Jahr soll es dann losgehen!

 

Vielen Dank für das Gespräch! Wir freuen uns auf weitere Konzerte und Seminare mit den Love Keys & Anandini bei Yoga Vidya und wünschen euch alles Gute für eure Zukunft!

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Hier kannst du mehr über die Love Keys & Anandini erfahren:

http://www.thelovekeys.de/
http://www.anandini.de/

https://www.facebook.com/thelovekeys.mantra
https://www.facebook.com/anandini.music

 

Ab 2015 freuen wir uns auf die Love Keys & Anandini in unserem Seminarprogramm:

Bhakti Yoga – gemeinsames Musizieren mit den Love Keys & Anandini in den Seminarhäusern Bad Meinberg, Allgäu und Westerwald.

 

 

 

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