Pfingsten – Tor für große spirituelle Erfahrungen

Pfingsten ist das Fest des heiligen Geistes, oft dargestellt als Taube

Für einige ist Pfingsten ein wichtiger religiöser Feiertag, für die meisten eine willkommene Gelegenheit für einen kurzen Urlaub – und für Yogis? Unabhängig von der Weltanschauung steht Pfingsten als eine wichtige Erinnerung für die Kraft spirituelle Ereignisse.

Warum wird Pfingsten gefeiert?

Pfingsten ist nach Weihnachten und Ostern eines der drei christlichen Hauptfeste. Es findet in jedem Jahr 50 Tage nach der Osterzeit statt und fällt 2022 auf den 05. und 06. Juni.

Christen feiern es als das Fest des Heiligen Geistes, einer der drei Aspekte des christlichen Gottes. Gott ist demnach der Vater, der Sohn und der heilige Geist. Diese repräsentiert auch den Glauben an Gott.

Zudem gilt das Pfingstfest als der Geburtstag der Kirche. So berichtet die Apostelgeschichte, das der heilige Geist an Pfingstsonntag hinabkam und die Jünger Jesu erleuchtete – ein Pfingstwunder:

„Und als der Tag der Pfingsten erfüllt wurde, waren sie alle an einem Ort beisammen. Und plötzlich kam aus dem Himmel ein Brausen, wie von einem daherfahrenden, gewaltigen Wind, und erfüllte das ganze Haus, wo sie saßen. Und es erschienen ihnen zerteilte Zungen wie von Feuer, und sie setzten sich auf jeden einzelnen von ihnen. Und sie wurden alle mit Heiligem Geist erfüllt.“

Apostelgeschichte, Kapitel 2, Verse 1 bis 4

Erfüllt vom Glauben konnten sie plötzlich in mehreren fremden Sprachen sprechen und erhielten den Glauben, das Evangelium überall in die Welt hinauszutragen.

Göttliche Inspiration zu Pfingsten

An Pfingsten kannst du dir bewusst machen, dass es göttliche Inspiration gibt und dass die Heiligen Schriften der verschiedenen Religionen nicht einfach nur menschgemacht sind, sondern dass darin göttliche Offenbarung steckt.

Das gilt für die Veden und die Bhagavad Gita, den Pali Kanon der Buddhisten, für die Torah, für die Bibel, den Koran und viele weitere Schriften.

Wenn wir in den Heiligen Schriften lesen, können wir dies mit Hinabe und mit Demut tun. Nicht umsonst sagt Patanjali, dass das Studium der Schriften (Swadhyaya) zur Verbindung mit Gott führt.

Im Lichte der überlieferten Ereignisse des Pfingstwunders fühlt sich ein bewanderter Yogi vielleicht an das erinnert, was über Kundalini Yoga-Erweckungserfahrungen berichtet wird.

Spirituelle Erfahrungen wie an Pfingsten machen

Das Pfingsterlebnis der Jünger Jesu war und ist nicht nur den Aposteln vorbehalten. Jeder kann solch eine tiefe spirituelle Erfahrung machen. Eine spirituelle Erfahrung setzt sich zusammen aus eigener Anstrengung und göttlicher Gnade.

Eigene Anstrengung

Die Jünger haben Jesus jahrelang gedient. Sie sind seinen Instruktionen gefolgt, haben seine Lehren in die Praxis umgesetzt, und trotz ihrer menschlichen Schwächen haben sie sich weiter bemüht. Daher der Tipp: Sei regelmäßig in deinen spirituellen Praktiken. Lass dich durch Fehlschläge nicht entmutigen.

Es macht nichts, wenn du dir deiner menschlichen Schwächen immer mehr bewusst wirst – und vielleicht denkst, dass du selbst nicht ausreichend gut als Aspirant bist. Demut ist ein gutes Zeichen. Demut bedeutet aber keineswegs Selbstmitleid oder Selbstbemitleidung.

Göttliche Gnade

Das Pfingsterlebnis, die Erfüllung durch den Heiligen Geist, kam für die Jünger Jesu ziemlich überraschend – eine Gnade aus heiterem Himmel. Öffne dich daher ganz für die Gnade Gottes. Sie wird dich führen – und dir die Erfahrungen schenken, die du brauchst.

So hatte das Pfingsterlebnis eine enorme Auswirkung auf die Jünger Jesu. Sie wurden mutig, verloren Ängste und Schüchternheit, gingen auf die Menschen zu und waren sogar bereit, ihr Leben für ihren Glauben zu opfern.

Sie konnten Krankheiten heilen und in verschiedenen Sprachen sprechen. Du kannst dir also bewusst machen: Auch wenn du viele Schwächen haben magst – tiefe spirituelle Erfahrung kann dir helfen, darüber hinauszuwachsen.

Die Jünger Jesu hatten aber auch weiterhin mit menschlichen Problemen zu tun. Die Apostelgeschichte geht ganz offen damit um. Die Jünger hatten Meinungsunterschiede, es gab sogar Streitigkeiten.

Spirituelle Erfahrung, Herabkunft des Heiligen Geistes, heißt also nicht, dass alle Schwierigkeiten menschlichen Zusammenlebens auf einen Streich verschwinden. In den meisten Fällen müssen wir kontinuierlich an uns arbeiten.

Arten von spirituellen Erfahrungen

Man kann sagen, es gibt zwei Arten von spirituellen Erfahrungen, die “kleinen” und die “großen” – und natürlich jede Menge Zwischen-Stadien:

Um die kleinen spirituellen Erfahrungen kannst du dich immer wieder bemühen. Du kannst zum Beispiel jetzt nach oben oder aus dem Fenster schauen und den Himmel betrachten. Vielleicht hörst du sogar Vögel singen. Vielleicht siehst du ein paar Wolken vorbeiziehen.

Lass das Ganze auf dich wirken – spüre Liebe und Verbundenheit – spüre das Göttliche im Hier und Jetzt. Wenn du mit einem Menschen zusammen bist, spüre ihr/sein Herz mit deinem Herzen – du wirst Liebe spüren; eine andere göttliche Offenbarung. Wenn du etwas hast, das du liebst – sei dankbar, und lass deine Freude darüber eine göttliche Offenbarung für dich und andere werden.

Schwierige Situationen sieh als Herausforderung und als Chance, um zu wachsen. Auch für die kleinen spirituellen Erfahrungen gilt: Du kannst sie nicht erzwingen, aber du kannst sie erbitten.

Die größeren spirituellen Erfahrungen sind ganz sicher Erlebnisse der Gnade. Sie transformieren und bewirken oft sehr tiefe Veränderungen. Dennoch sollte man sich nicht auf sie verlassen – viele kleinere spirituelle Erlebnisse haben oftmals stärkere transformatorische Wirkung als eine größere – und vor allem sind sie leichter in den Alltag zu integrieren.


Ein überarbeiteter Artikel von Dirk. Vielleicht hast du weitere Gedanken zum Pfingstfest oder eigene Erfahrungen, die du mitteilen möchtest? Lass dich inspirieren! Hinterlasse einen Kommentar unter diesem Blog-Artikel.

Frohe Pfingsten!

Om Shanti

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