Pfingsten – Das Fest des Heiligen Geistes

Zu Pfingsten gedenken viele Christen dem Kommen des Heiligen Geistes, der in der Apostelgeschichte des Neuen Testaments auf die Apostel und Jünger von Jesus herabkam. Diese waren gerade in Jerusalem versammelt, um das jüdische Fest Schawuot zu feiern.

Schawuot ist eines der Hauptfesten im Judentum, bei dem an den Empfang der Zehn Gebote auf dem Berg Sinai erinnert wird. In der christlichen Tradition wird Pfingsten außerdem als Gründung der Kirche angesehen.

Pfingsten hat also vielerlei Bedeutung – auch für uns. Der Heilige Geist, der das zentrale Thema zu Pfingsten ist, ist nicht an eine bestimmte Religion gebunden. Wir alle tragen den Heiligen Geist in uns und können zu Pfingsten sein Dasein feiern.

Die Stimme des Heiligen Geistes befiehlt nicht, weil sie der Arroganz nicht fähig ist. Sie fordert nicht, weil sie keine Kontrolle sucht. Sie überwältigt nicht, weil sie nicht angreift. Sie erinnert nur. Sie ist unwiderstehlich nur um dessentwillen, woran sie dich erinnert. Sie ruft dir den anderen Weg in Erinnerung und bleibt sogar inmitten des Aufruhrs ruhig, den du womöglich stiftest.

– Ein Kurs in Wundern

Was ist der Heilige Geist?

In der christlichen Theologie ist der Heilige Geist Teil der Dreieinigkeit Gottes und wird häufig als Taube symbolisiert, manchmal auch als Wasser oder Feuer.

Das hebräische Wort für den Heiligen Geist ist Ruach, was wörtlich so viel wie „Heiliger Atem“ heißt (rûaḥ = Atem, Wind). Diese Bezeichnung entspricht auch den Beschreibungen der Bibel, in der oft gesagt wird, dass der Heilige Geist immer mit den Menschen ist (wie der Atem).

Denn sehet, das Reich Gottes ist mitten unter euch.

Lukas 17, 21

Zur Taufe von Jesus kam der Heilige Geist auf ihn herab – er hat ihn verwirklicht. Als er die Welt dann wieder verlassen hat, blieb der Heilige Geist bestehen und diente den Jüngern als Beistand. Für sie wurde er der Lehrer an Jesu‘ Stelle. Es ist der Geist der Wahrheit, der universellen Lehre.

Auch aus dem Yoga kennen wir ähnliche Begriffe. So sprechen wir zum Beispiel von Prana, dem Lebenshauch in allen Dingen, und der Kundalini-Energie, die den Menschen verwirklicht. Auch können wir den Heiligen Geist als unser höchstes Selbst sehen, als unsere Seele, als Atman.

Spirituelle Erfahrung zu Pfingsten

Das Pfingsterlebnis der Jünger Jesu war und ist nicht nur den Aposteln vorbehalten. Jeder kann solch eine tiefe spirituelle Erfahrung machen.

Man kann sagen es gibt zwei Arten von spirituellen Erfahrungen: die „kleinen“ und die „großen“ – und natürlich jede Menge Zwischenstadien.

Um die kleinen spirituellen Erfahrungen kannst du dich immer wieder bemühen. Du kannst zum Beispiel jetzt nach oben oder aus dem Fenster schauen und den Himmel betrachten. Vielleicht hörst du sogar Vögel singen. Vielleicht siehst du ein paar Wolken vorbeiziehen. Lass das Ganze auf dich wirken – spüre Liebe und Verbundenheit – spüre das Göttliche im Hier und Jetzt.

Wenn du mit einem Menschen zusammen bist, spüre ihr/sein Herz mit deinem Herzen – du wirst Liebe spüren; eine andere göttliche Offenbarung. Wenn du etwas hast, das du liebst – sei dankbar und lass deine Freude darüber eine göttliche Offenbarung für dich und andere werden. Sieh schwierige Situationen als Herausforderung und als Chance, um zu wachsen. Auch für die kleinen spirituellen Erfahrungen gilt: Du kannst sie nicht erzwingen, aber du kannst sie erbitten.

Die größeren spirituellen Erfahrungen sind Erlebnisse der Gnade. Sie transformieren und bewirken oft sehr tiefe Veränderungen. Dennoch sollte man sich nicht auf sie verlassen. Viele kleinere spirituelle Erlebnisse haben oftmals eine stärkere Transformationskraft als eine größere – und vor allem sind sie leichter in den Alltag zu integrieren.

Pfingsten dient als Erinnerung

Im chaotischen Alltag kann es schnell passieren, dass wir das Heilige und Wunderbare am Leben übersehen. Manchmal sind wir so sehr in der Welt verwickelt und vergessen dadurch uns selbst und unsere wahre Natur.

Das Pfingstfest ist die perfekte Möglichkeit, uns dessen wieder bewusst zu werden und den Blick nach innen zu wenden. Es lädt uns dazu ein, uns zu erinnern. Denn letztlich ist Pfingsten das Fest des Heiligen Geistes, der in uns allen wohnt.

Om Shanti und frohe Pfingsten!

4 Kommentare zu “Pfingsten – Das Fest des Heiligen Geistes

  1. Vielen Dank
    Wunderschöner Artikel über Pfingsten!

  2. Valentin

    Liebe Christine,

    das freut uns. Wir wünschen dir eine gute Genesung von deiner Operation. 🙂

    Om Shanti
    Valentin

  3. Christine Durdevic

    Vor zwei Tagen wurde ich operiert. Heute morgen habe ich als erstes Euren Text gelesen. Er hat mir viel gegeben. Ich finde es so wunderbar, dass Ihr diese Weite habt, wo alles sein darf, wo nichts ausgegrenzt wird und der Bogen über alle Religionen gespannt wird und man erkennt, dass alles eins ist. Danke. Christine

  4. Nicole Richter Richter

    Vielen Dank für eure immer wieder inspirierenden Worte. Ich nehme immer etwas mit aus den Newsletters. Besonders schön finde ich, dass es auch mal das kleine Glück sein darf. Es ist leichter zu erreichen und macht jeden Tag zu etwas Besonderem. Dann geht auch immer wieder ein bisschen große Anstrengung.
    Danke danke für euer Mut machen

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