Weihnachtszeit ist Bhaktizeit

Veröffentlicht am 17.12.2017, 08:30 Uhr von in Hatha Yoga, yoga-blog-news

Adventszeit, Weihnachten; für viele Menschen ist Weihnachten mit starken Emotionen verbunden. Sowohl positive als auch negative, so auch für mich. Außerdem bedeutet Weihnachten für fast jeden etwas anderes – und darum soll dies auch ein persönlicher Beitrag zum Thema werden.

Seit September lebe ich hier im Yoga Vidya Ashram Bad Meinberg und sehe mich grade vor der Aufgabe, mein persönliches Weihnachten nochmal neu zu definieren. Was macht Weihnachten eigentlich aus? Warum so viele Geschenke? Ist es nicht auch möglich, das Herz zu öffnen ohne bekennender, gläubiger Christ zu sein? Lass uns gemeinsam versuchen, die Seele von Weihnachten zu verstehen.

Klar, aus dem christlich-religiösen Kontext ist klar, in der Adventszeit bereiten wir uns auf die Ankunft von Jesus Christus vor, der als Gottes Sohn auf die Erde gekommen ist, um die Menschen zu erretten. Überall entzünden wir traditionell Kerzen und erleuchten so die dunkelste Jahreszeit. Das ist eines der großen Feste der westlichen, christlich geprägten Welt – das Fest der Liebe und des Lichts. Auffällig ist aber auch der astronomische Hintergrund, die Wintersonnenwende, mit der die Tage wieder länger und die Nächte wieder kürzer werden.

In anderen Traditionen und Religionen finden sich zahlreiche Pendants und die Wintersonnenwende ist in vielen Kulturen ein wichtiges Fest, denn nach der vorherrschenden Dunkelheit sind nun wieder hellere Tage und der Frühling abzusehen.

Welche Bedeutung hat das?

Dieses Jahr, hier in Bad Meinberg, bei Yoga, Meditation und Pranayama, fern ab von dem ganzen Trubel um Geschenke, Weihnachtsschmaus und Glühwein, meine ich eine Ahnung davon zu bekommen. Ehrlich gesagt, ein Bedürfnis mich zurück zu ziehen gepaart mit einer leichten Melancholie hat mich im November ein wenig erwischt…bis mich, ein paar Tage vor dem 1. Advent, der erste Schneefall verzückt hat und mich raus in die Natur gezogen hat. Alles wurde nach und nach von dicken Schneeflocken eingehüllt und erstrahlte in reinem, strahlendem Weiß. Toll, hat sich mein inneres Kind gedacht, der erste Schnee tanzt mir um die Nasenspitze und den Weihnachtsmann gibt es auch 😉
Und siehe da, zum 1. Advent noch eine Ladung Schnee und tief in meinem Herzen habe ich ganz viel Licht willkommen geheißen, sogar ein inneres Freudenfest für die mich umgebende Schönheit zelebriert.

Leben im Rythmus

Diesen erlebten Zauber in angemessene Worte zu fassen fällt mir schwer, so wie bei allen spirituellen Erfahrungen, aber viel wichtiger ist, er hat einen Prozess ins Rollen gebracht, so wie ein Schneeball den Berg hinunter rollt. Die Adventszeit ist zwar die dunkelste Zeit im Jahr, aber nach jeder Nacht weckt die Sonne einen neuen Tag, die Sonne wird eingeholt von Regen und so können wir uns selbst, mit allem was wir sind, als Teil dieses Kreislaufes erkennen und den Rhythmus, den Puls des Lebens spüren. So wie der Wechsel aus Anspannung und Endspannung Yoga ausmacht.

Endlich können wir zur Ruhe kommen, tief meditieren und besonders hingebungsvoll Yoga üben, es uns gemütlich machen, Qualitytime mit unseren Liebsten verbringen, und uns uneigennützig Gedanken machen, wie wir ihnen eine Freude machen können. Und vielleicht kommen wir ja genau aus der allergrößten Dunkelheit wieder zurück zum wichtigsten, nämlich zu unseren Wurzeln, unserem inneren Quell und tiefer Verbundenheit mit unseren Mitmenschen, Enthusiasmus, Freude und Liebe.

Wem kommt das jetzt bekannt vor? Genau, diese Punkte sind Identisch mit den unteren vier Chakren unseres Energiekörpers.

  • Muladhara Chakra, das Erdzentrum, die Verankerung in der Natur
  • Swadhisthana Chakra, das Wasserzentrum, der Zugang zur Quelle der Kreativität, die Verbindung mit anderen Menschen
  • Manipura Chakra, das Feuerzentrum, der Enthusiasmus, das Gestalten der Lebenswelt.
  • Anahata Chakra, das Luftzentrum, ist das Herz-Chakra, der Sitz der Liebe, der Schau Gottes und der Freude.

Weihnachtszeit ist Bhakti-Yoga-Zeit

Aus yogischer Sicht, finde ich hier tatsächlich eine große Inspiration, meine Energien zum Fließen zu bringen und aus der Weihnachtszeit eine spirituelle Zeit der Liebe, des Lichts und der Zuversicht zu gestallten. Auch kann es möglich sein mit besonderer Hingabe Yoga zu üben eine viel tiefere Erfahrung zu machen als bisher. So kann also jede Adventswoche der spirituellen Yoga Praxis und einem Chakra gewidmet sein.

Ich persönlich versuche gerne, mich in der ersten Woche zu erden, meine Verhaftungen und Erwartungen weitestgehend aufzulösen und dazu viel Zeit draußen zu verbringen.

Die zweite Woche habe ich meiner Kreativität Gewidmet um sie zum Fließen zu bringen und die entstehende Kraft auf meine Liebsten zu lenken, um ihnen eine kleine Freude zu machen, vielleicht auch schon in Voraussicht auf das gemeinsame Weihnachtsfest?

Nun in der dritten Woche kann ich mich restlos der Bhakti-Weihnachtsstimmung hingeben und mich endlich voller Enthusiasmus in die Vorbereitung des Festes begeben. Möglicherweise betrachte ich dieses Jahr die gehetzten, sich abrackernden, im Weihnachtsstress versinkenden Menschen, die in die Kaufhäuser stürmen, aus einer neuen, liebevollen Perspektive. Sie geben sich so große Mühe für ihre Liebsten und das mit Feuereifer – wie schön !

Und da dieses Jahr der vierte Advent sogar auf den 24. fällt, darf doch dann noch umso kraftvoller unser Herz weit werden und erstrahlen um Liebe zu verschenken und wenn unsere Augen dann mit den Kerzen um die Wette strahlen, wissen wir, das Licht ist angekommen und wirkt durch uns hindurch.

Ich glaube, Weihnachten spielt sich nur in unserem Inneren ab, wenn wir im christlichen Kontext unser Herz für die Geburt Jesu vorbereiten, so wird er auch in uns geboren. Im yogischen Kontext können wir die Liebe und Hingabe unserer spirituellen Praxis und unseres Umgangs mit unseren Mitmenschen verwirklichen und auf die Art den Zauber von Weihnachten erfahren.

Ich lade dich ein, nutze diese kostbare Zeit, nimm dein inneres Kind an die Hand und begleite mich auf dem Bhakti-Pfad, der uns womöglich wundervolle neue Erfahrungen bringt und einen Funken Zauber in unseren Inneren Tempel bringt.

Die Zeit der Besinnung lädt zu besonders intensiver Yoga Praxis ein, finde ich. Und wenn du dem Trubel entfliehen möchtest, bist du natürlich auch in einem der vier Ashrams herzlich willkommen, um hier mit uns als Teil einer liebevollen Gemeinschaft die kollektive Energie zu stärken und mit uns Lichtpunkte ins Universum.

Ein Kommentar

Ein Yoga Blog Kommentar to “Weihnachtszeit ist Bhaktizeit”

  1. Dieter Jahnkeam 17. Dezember 2017 um 10:17 1

    Die vorrangige Bedeutung der Weihnacht liegt in der Geburt Jesus, wecher ist der Christus – und wir sollten diese Geburt so feiern, als würde das Kind und darum geht es ja, in unserem Herzen geboren werden – das ist das Evangelium der Weihe die Nacht des Christus in deinem Herzen.

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