Yoga Wiki über Anahata Chakra

Ein Blogartikel über das Anahata Chakra an Heiligabend? Was hat unser Herzchakra mit Weihnachten zu tun? Ziemlich viel sogar, wenn man mal genauer hinschaut. In der dunkelsten Zeit des Jahres ist Weihnachten die Geburt Jesu, die Geburt des göttlichen Lichts auf Erden. Aus yogischer Sicht stehen die vier Adventstage für die untersten vier Chakras und symbolisieren die spirituelle Entwicklung hin zum Gottesbewusstsein. An Weihnachten ist man also beim Anahata Chakra angelangt und hier kann das Christus-Bewusstsein geboren, erkannt werden. „Selig sind die, die reinen Herzens sind, denn sie werden Gott schauen“ – heißt es in der Bergpredigt. Weihnachten – eine Zeit der inneren Einkehr also, in der es sich ganz besonders anbietet, sich mit dem Anahata Chakra zu beschäftigen.

Anahata Chakra, auch Herzchakra genannt, sitzt in der Mitte der Brustwirbelsäule. Es ist eines der wichtigsten Energiezentren im menschlichen Körper. Zwölf Hauptnadis laufen dort zusammen. Anahata Chakra ist wie eine Brücke zwischen den unteren, grobstofflicheren, und den oberen, feinstofflicheren Chakras, und kann somit als unsere energetische Mitte angesehen werden.

Auf der physischen Ebene steuert Anahata Chakra Herz, Lungen, Lymphe, Thymusdrüse, Arme und Hände, sowie den Tastsinn. Dabei geht es aber nicht nur um das physische Berühren, sondern auch um die Berührung durch das Leben. Wenn wir berührt sind, legen wir die Hand auf unser Herz. Wenn wir Mitgefühl ausdrücken, berühren wir einen Menschen und übertragen ihm dadurch die Energie unseres Herzens. Unsere Gestik und unsere Sprache („Hand aufs Herz“) sind voller Ausdrücke, die mit unserer energetischen Mitte zusammenhängen.

„Man sieht nur mit dem Herzen gut, das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar“, schreibt Saint-Exupéry in „Der kleine Prinz“. Wenn wir „im Herzen“ sind, sind wir im Fluss. Anahata Chakra steht für unser innerstes Zuhause, unsere Seele. Die Veden beschreiben es als Sitz von Jivatman (das im Körper innewohnende Selbst). Ruhen wir in unserer Mitte, können wir alle Dinge „von Herzen“ tun. Geben wir in irgendetwas „kein Herz hinein“, bleibt es leer.

Meditation.Herz.SonneAnahata Chakra ist das Zentrum der Hingabe, des Mitgefühls, der Freude, der Vergebung und der Liebe, besonders der bedingungslosen Liebe. „Anahata“ bedeutet auf Sanskrit „nicht angeschlagen“. Die Liebe im Anahata Chakra muss „nicht angeschlagen“ werden – sie ist stets da und kann als unerschöpfliche, bedingungslose Kraftquelle angezapft werden. Vielleicht geht es ja bei dir zu Hause an Weihnachten nicht gerade besinnlich und herzoffen zu – dann kannst du jetzt ganz besonders in dein Herz hineinspüren, wo du jederzeit aus dieser Quelle an Liebe und Mitgefühl schöpfen kannst.

Anahata Chakra kannst du auch aktivieren durch Mantrasingen. Bei Yoga Vidya singen wir gerne Kirtan, um das Herz zu öffnen. Du kannst spezielle Asanas für das Anahata Chakra üben, zum Beispiel den Fisch oder die Kobra. Du kannst das Bija Mantra „Yam“, oder Affirmationen wiederholen wie „Ich bin voller Liebe und Freude“. Du kannst dich in der Meditation auf das Anahata Chakra konzentrieren. Die Ruhe der Gedanken fördert auch die Kraft des Herzens. Und so kannst du vielleicht diese besondere Zeit des Jahres nutzen, um Innenschau zu halten und dich über das Anahata Chakra mit deinem inneren Selbst zu verbinden, um die Geburt Jesu in deinem Herzen zu feiern. (az)

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