Feuer, Licht und Immergrün – Wie du das Julfest feiern kannst

Wintersonnenwende - Auftakt zum Julfest

Die Wintersonnenwende fällt dieses Jahr auf den 21. Dezember 2021 und ist der Auftakt für das Julfest, das erste der acht Feste im keltischen Jahresrad. Neubeginn, die Rückkehr des Lichtes, der Wärme und des Lebens sind dabei wichtige Symbole dieses magischen Festes. Dein Guide zur Herkunft, den Mythen, Ritualen und Bräuchen des Julfestes.

Ein überarbeiteter Beitrag von Anu Tara Neumeyer.

Julfest – Rückkehr von Licht und Leben

Nach dem Ende des alten Jahres zu Samhain, dem letzten Fest im keltischen Jahreskreis, markiert die Wintersonnenwende den Beginn des neuen Lebens und den zyklischen Neubeginn des Jahresverlaufes. Obwohl der Winter erst jetzt beginnt, werden die Tage wieder länger.

Daneben beginnt auch die Zeit des Julfestes. Jul bedeutet „Rad“ und bezieht sich auf das Sonnenrad. Die Kelten kannten insgesamt fünf Jahreszeiten. Darin gab es zweimal den Winter: einen Winter vom Samhein bis Julfest und den Winter vom Julfest bis Imbolc.

Der keltische Jahreskreis: Die wichtigsten keltischen Feste

Nach dem kürzesten Tag des Jahres folgt die Julnacht als die längste Nacht des Jahres. Außerdem ist Jul der Geburtstag des Sonnengottes sowie der Tag des Triumphes des Lichts über die Dunkelheit.

Bei der Julfeier wurden traditionell alle Feuer und Lichter gelöscht und neu entzündet. Licht und Wärme, die nun kommen, wurden durch das Feuer oder durch viel Kerzenlicht gefeiert. Der Lichterbaum ist der immergrüne Weltenbaum, der nun erstrahlt.

Mit dem Julfest beginnen auch die Raunächte. Die nächsten 13 Tage stehen für die nächsten 13 Monde bzw. Monate. Das ist die Zeit der Räucherung. Haus und Hof wurden mit Räucherwerk gereinigt.

Mythen und Legenden um das Julfest

Um das Julfest ranken sich zahlreiche Mythen und Legenden. Wiederkehrende Symbole sind dabei vor allen Dingen Geburt, Neuanfang, Mütterlichkeit, Abschied von Vergangenem sowie Zuwendung zu Neuem, zu Licht und Wärme.

Mondranecht – Mutternacht und die Geburt des Sonnengottes

Göttliche Geburt - Symbol vom Julfest
Göttliche Geburt – Symbol vom Julfest

Der Legende nach gebiert die große Göttin in der langen Nacht des Julfestes, tief in der dunklen Erde, in der stillsten aller Stunden das Sonnenkind. Deswegen wird diese Nacht auch “Mondranecht” also “Mütternacht” genannt. Mithin zieht sich das Symbol der göttlichen Geburt durch viele Kulturen. Dort finden wir:

  • Die Yalda-Nacht “Nacht der Geburt ist ein persisches Fest, das in der längsten und dunkelsten Nacht des Jahres in Afghanistan, Iran und Tadschikistan gefeiert wird. Es handelt sich um die Geburt des Sonnengottes Mithra (Licht, Liebe, Barmherzigkeit, Freundschaft, Freundlichkeit, Mitgefühl), dessen Symbol das gleichschenklige Kreuz ist.
  • In Ägypten schenkt Isis dem Horus das Leben.
  • Die Geburt des Dionysos, der im alten Griechenland als Erlöser und Gott der Fruchtbarkeit und des Wachstums galt.
  • Die Wintersonnwende war auch ein römischer Staatsfeiertag als Geburtstagsfeier des “sol invictus”, der unbesiegbaren Sonne.
  • Lucina, die römische Mondgöttin bringt das Licht und die Kinder zur Welt und galt als Schutzgöttin aller Gebärenden.
  • Die keltische Rhiannon gebiert ihren Sohn Pryderi.
  • Demeter bekommt ihre Tochter Persephone im antiken Griechenland.
  • Im christlichen Verständnis kommt Jesus als Sohn Marias zur Welt.

Dem geneigten Leser wird auffallen, dass bei den meisten Mythen bei Entstehung des göttlichen Kindes kein Vater beteiligt ist. Die Große Mutter schenkt ihrem Sohn das Leben aus sich selbst heraus.

Die Wintergöttin Percht und ihre furchterregenden Begleiter

Percht - Symbol vom Julfest

Auch die keltische Wintergöttin Percht, abgeleitet vom keltischen Wort “Peratha” (Licht) symbolisiert die Wintersonnenwende. Sie hat zwei Gesichter.

Eines davon ist eine Ehrfurcht e