Yoga im Winter: Tadasana – Stehen wie ein Berg

Der Januar zählt zu den kältesten Monaten des Jahres: Eis, Schnee und Frost prägen die noch kurzen und dunklen Tage. Dies zehrt wohl bei allen warmblütigen Lebewesen gewaltig an den Nerven, zumal der Frühling noch in weiter Ferne liegt. Bei derartigen Verhältnissen ziehen nicht nur wir Menschen uns lieber in ein warmes Heim zurück, auch das äußere Leben der Natur scheint zum Stillstand gekommen zu sein. Im Inneren der Erde jedoch spielen sich entscheidende Prozesse der Heilung und Erneuerung ab, die aufgrund ihrer Feinstofflichkeit dem sehenden Auge zumeist verborgen bleiben.

Diese energetische Qualität des Januars können auch wir zum Kräftesammeln, zur Regeneration und zur Förderung von Bewusstwerdungsprozessen nutzen, bspw. mit Hilfe von Tadasana, der Berghaltung (tada = Berg).

Den Namen trägt diese Asana, weil der Körper in dieser Haltung unbewegt und ruhig verharrt wie ein Berg. Das Gewicht ist gleichmäßig auf beiden Füßen verteilt, die Arme hängen locker an der Seite herab, die Knie sind leicht gebeugt, Hals und Nacken aufgerichtet. Man kann mit seiner Konzentration zu den Füßen gehen und sich vorstellen, wie sie ganz schwer werden und fest mit dem Boden verbunden sind – man steht unbeweglich, starr und ganz still wie ein Berg, der durch nichts zu erschüttern ist.

Im Inneren kann uns Tadasana zeigen, welche Bedeutung der Berg im Moment für uns hat. Vielleicht kommt in dir ein Gefühl von Einsamkeit hoch, wie jemand, der sich in den Bergen verirrt hat und dem keiner beisteht oder du spürst Angst, da der Berg für dich als Symbol für ein Hindernis steht, was dir die Sicht nimmt. Im feinstofflichen Bereich steht die Berghaltung für sich erheben, aufrecht stehen, nach vorn blicken, allem entgegnen, was vor uns ist!

Eine großartige Übung um still zu werden, zu verharren, zu reflektieren, gar zu meditieren und nach innerer Regeneration mit neuer Kraft und Vertrauen in den Frühling zu starten!

Anne R.

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7 Kommentare zu “Yoga im Winter: Tadasana – Stehen wie ein Berg

  1. Pingback: Bergfreunde

  2. 🙂 🙂 🙂

  3. Pingback: Bergfreunde

  4. Premajyoti

    Liebe Rafaela,

    diesen schönen Kommentar habe ich nicht geschrieben.
    wunderschönes Prem und Jyoti für deinen TAG.
    Om Shanti
    Premayjoti

  5. Liebe Premajyoti,

    danke für deine tolle Anregung.

    Werde ich morgenfrüh im Sonnengruß üben.

    Der Sonnengruß ist für mich eine segensreiche klassische Yogaübung. Durch die fließenden Abfolge mehrerer Asanas hat man den ganzen Körper schön gestreckt, gedehnt, massiert, und wundervoll energetisierent! Die Stellungen im Sonnengruß sind eine Art verehrungsvoller Gruss oder Gebet mit dem Körper an die Sonne und ihr lebenswichtiges Licht gedacht.

    Die erste und letzte Haltung im Sonnegruß ist die Berghaltung, manchmal lasse ich auch einen Baum daraus wachsen, Konzentration halte ich im Punkt zwischen den Augebrauen mit der Vorstellung einer lichtvollen Sonne. Deine Anregung könnte ich zB. in die stehende Vorwärtsbeuge mit einbauen in dem man mit den Händen weiter noch vorne kommt, oder im Hund wo man mit den Händen oder Füße mehr zusammen kommt. Man kann sehr viele schöne Variationen aus dem Sonnengruß üben. 🙂

  6. Anonymous

    Hallo Anne , hallo Rafaela,

    danke für Eure schönen Anregungen zu der Asana „Berg“.
    Ich habe bei meiner ersten Yogalehrerin auch noch einen etwas anderen „Berg“ kennengelernt,
    nämlich ausgehend vom „Hund“ , den Abstand zwischen Füßen und Händen etwas kleiner wählen als normal, und mit dem nach unten hägenden Kopf wandert der Blick durch den Berg
    von unten nach oben . Ebenfalls eine schöne Übung, die ich sehr gerne praktiziere.
    Liebe Grüße

  7. Muss ich unbedingt mehr üben!
    Wenn der Berg nicht zum Propheten kommen will, muss der Prophet zum Berge gehen,
    und wenn die Liebe den Willen unterstützt, was machte es für Mühe den Berge zu üben?
    Die Berghaltung spiegelt auch unser Inneres, unsere innere Haltung wieder. Sie spiegelt unsere Haltung, wie wir dem Leben und jemandem anderen gegenübertreten. Regelmäßiges Üben der Bergstellung verändert das Selbstwertgefühl und die Wirkung auf andere.

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