3 Fragen an Sevaka Vani Devi

Wir sind Yoga Vidya! Unsere neue Portrait-Serie gibt Einblicke in den vielfältigen Alltag von Sevakas hinter den Kulissen von Yoga Vidya Bad Meinberg.

Durch ihr uneigennütziges Dienen tragen und gestalten Sevakas den spirituellen Alltag in den Yoga Vidya Ashrams. Dieses Mal erzählt Vani Devi, was ihr Seva für sie bedeutet.

 

Vani Devi, Guru Seva-Team (Hauptunterrichtenden- und Rituale-Team)

Wie sieht dein Seva-Alltag aus?

Zwischen vier und fünf Uhr stehe ich morgens auf und mache Rezitationen, Meditation, Pranayama. Manchmal gehe ich dann anschließend zum Satsang. 2 Tage in der Woche sind meine „Ausschlaftage“, das ist auch wichtig.

Wenn ich ein Seminar leite, gebe ich von acht bis neun Uhr einen Vortrag, von neun bis elf Uhr eine Yogastunde und mache dann Mittagspause. In der Pause habe ich manchmal auch Termine, zum Beispiel Gespräche, Bhagavad Gita-Rezitation oder Rituale vorbereiten. Von 14 bis 18 Uhr habe ich dann auch wieder Programm, um 19 Uhr meist noch einen Termin und um 20 Uhr Satsang. Ob ich zum Abend-Satsang gehe, entscheide ich danach, wer ihn gibt. Wenn Sukadev ihn gibt, gehe ich z.B. sehr gerne hin. Mein Tag ist also ganz bunt, ganz gemischt.

Manche Seminare sind Standardseminare, die vom Haus gestaltet sind:   Yogalehrer Weiterbildungen z.B. Yogalehrerausbildungen….Ich habe aber auch eigene Seminare, z.B. die „Chakrakur“ oder die „Chakra Wochenenden“. Da bin ich neun Tage voll im Einsatz, das ist manchmal schon anstrengend. Aber das hat sich zu „Vani Devis Spezialitäten“ entwickelt.

Dann gebe ich auch die spirituelle Sterbebegleiter Ausbildung. Gemeinsam mit einer Hospiz-Krankenschwester, also einer Fachkraft direkt aus der Praxis. Das ist manchmal erstaunlicherweise auch sehr spaßig, da lachen wir immer viel, obwohl es um Sterbebegleitung geht. Dieser Wechsel ist toll. Mal so, mal so.

Im nächsten Jahr (2020) kommen 3×5 Tage-Schweigeretreats dazu mit Bhagavad Gita Rezitationen. Darauf freue ich mich sehr.

Ich liebe die Zeit zwischen vier und sechs Uhr morgens. Irgendwie ist es die schönste Zeit des Tages. Es ist immer noch dunkel, ich mache Kerzen in meinem Zimmer an und widme mich meiner spirituellen Praxis. Die variiert – es gibt Zeiten, da liebe ich die Rezitation, dann liebe ich wieder mehr die Meditation und/oder Pranayama. Zeit für mich. Mittags und abends liebe ich die Bhagavad Gita Rezitationen.

Einmal wöchentlich leite ich die Feuerzermonie, Homa, das ist auch ein schönes Ritual. Und an einem anderen Tag leite ich die Shivalaya-Meditation an. Montags und Dienstags sind meine Ausschlaftage. Die sind ganz wertvoll für mich, die brauche ich, damit ich die anderen Tage so früh aufstehen kann. Seinen Rhythmus findet man mit der Zeit.  Jeder für sich, da gibt es keine festen Regeln. Ich persönlich habe mir diesen Rhythmus während meiner ersten Indienreise 2015 angewöhnt.

Rituale sind etwas sehr Schönes, zum Beispiel Puja oder Homa geben. Das ist so schön, weil es eine Zeit ist, in der du etwas für Gott tust, ohne Erwartung für etwas. Früher hat man oft Rituale gemacht, weil man etwas erwartet hat. Wir machen das nur um Gott zu verehren, manchmal sogar sehr aufwendig. Weil es Freude bereitet. Und das tut gut. Nach so einem Ritual fühlt man sich einfach sehr aufgeladen, energetisch erhoben. Genauso auch nach Sanskrit Rezitationen, die erheben dich, die erheben deinen Geist.

Morgens ab vier/fünf Uhr ist die schönste Zeit des Tages. Da nehme ich mir meine Zeit für mich. Danach ist der Tag bunt und voller Menschen.

 

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Was ist an deinem Leben bei Yoga Vidya anders als vorher?

Früher war ich Krankenschwester, das war nicht immer einfach. Ich war auch selber einmal ziemlich krank. Aber ich habe mich wieder davon erholt und daraufhin nach anderen Wegen gesucht.

Irgendwie habe ich es immer so wahrgenommen, dass ich nicht in die Welt da draußen passe. Hier bei Yoga Vidya kann ich leben, wie ich bin. Hier fühle ich mich so frei, wie ich nie war. Also innerlich frei. Äußerlich gibt es ja sehr viele Regeln, zum Tagesablauf, zur Praxis oder zum Essen. Aber innerlich gibt mir mein Leben hier so viel Freiheit, wie nie zuvor.

Innerlich fühle ich mich hier so frei wie nie zuvor.

 

Wieso sollte jeder in seinem Leben einmal Sevaka sein?

Das würde ich nicht so sagen. Jeder sollte einmal in seinem Leben in einem Krankenhaus gearbeitet haben, das ist viel wichtiger. Zu lernen, wie es dort abläuft, was Kranksein bedeutet und wie man mit Krankheit umgeht.

Das Leben als Sevaka ist nicht für jede*n gut. Da muss man spüren, ob man das will und dann probiert man es halt einfach aus. Man braucht eben Mut dazu.

Jeder sollte in seinem Leben einmal in einem Krankenhaus gearbeitet haben. Das finde ich wichtiger.

 

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 Was sind Sevakas? 

In Ashrams gibt es keine Mitarbeiter/innen sondern Sevakas, die durch uneigennütziges Dienen den spirituellen Alltag im Ashram tragen und gestalten. Das Wort Sevaka stammt aus dem Sanskrit und bedeutet wortwörtlich übersetzt Praktizierender, Diener, Anhänger, Verehrer. Sevakas leben im Ashram und geben sich mit dem Notwendigsten und wenig materiellen Komfort zufrieden, um sich der spirituellen Praxis und Entwicklung intensiv zu widmen.

Sevakas leben in den Yoga Vidya Ashrams und Zentren in spirituellen Lebensgemeinschaften. In diesen spirituellen, alternativen und engagierten Kommunen dienen sie, praktizieren gemeinsam Yoga und entwickeln sich persönlich und für eine bessere Welt weiter.

 

Weitere Einblicke in den Alltag unserer Sevakas →

 

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1 Kommentar zu “3 Fragen an Sevaka Vani Devi

  1. Liebe Vani Devi!

    Vielen lieben Dank dass Du uns den Einblick in Dein Seveka Leben gewährt hast. Du machst mir Mut. Ich gönne mir einen Ausschlaftag die Woche und hatte manchmal ein schlechtes Gewissen – so hört es sich gut an, wenn Du bestätigst wie wichtig es ist. Ich danke Dir für die wunderschönen Seminare, die ich bei Dir besuchen durfte und wünsche Dir alles Liebe und Gute!

    Om Shanti
    Kumari

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