Selbsterkenntnis: Wer bin ich wirklich?

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Heute möchte ich ein Thema ansprechen, das mir am Herzen liegt und mich immer wieder beschäftigt: Selbsterkenntnis. Es geht dabei um ein Weltbild. Ein Weltbild in dem alles miteinander verwoben ist, im Kern gleich, eine Welt der Non-Dualität.

Ich will dich heute mitnehmen auf eine Reise durch meine Erfahrungen, Erkenntnisse und Gedanken. Kannst du dich auf dieses Gedankenspiel einlassen? Folge dem Ratschlag des Orakels von Delphi, „Erkenne dich Selbst“ und lass dir sagen, warum du dich nicht verlieben solltest.

Beide Textausschnitte scheinen erst einmal zusammenhanglos zu sein, doch du wirst merken, dass sie immer mehr zusammenfinden werden. So wie alles im Universum der Verbindung entgegenstrebt, tun es auch diese beiden Sätze. Anfangen möchte ich mit dem Ratschlag des Orakels von Delphi, denn darin ist schon eine tiefe Weisheit verborgen.

Erkenne dich Selbst

Mit Selbsterkenntnis ist nicht das Erkennen deiner körperlichen Form, oder gar deiner Gesichtszüge gemeint, auch wenn man anhand eines Spiegels verstehen kann, wie das gemeint ist. In seiner vollkommenen Ausführung geht es nicht einmal darum, deine Denkweisen und Verhaltensweisen zu verstehen, wie in der yogischen Selbstforschung Atma Vichara. Doch kommen wir noch einmal zurück zu dem Gleichnis vom Spiegel.

Versuch einmal deine Vorstellung in deinem Geist loszulösen von dem Gegenstand, den wir Spiegel nennen, auch wenn uns Spiegel auf eine fast magische Weise anziehen. Lass deine Vorstellung los und öffne dich einmal dem Gedanken, dass die gesamte Welt, das ganze Universum ein Spiegel ist. Ein Spiegel deines eigenen Bewusstseins, vielleicht fällt es dir auch leichter dir das Universum als Traum vorzustellen, entsprungen aus deinem Bewusstsein.

Ausgehend von dieser Annahme zeigt dir die Welt immer nur das, was du gerade brauchst. Deine Lebensumstände sind bloße Darstellungen deines seelischen Zustandes. Hältst du zum Beispiel dein Wesen immer versteckt in dir und sperrst es in dir ein, dann wirst du gute Chancen haben, dich auf irgendeine Weise gefangen zu fühlen, ohnmächtig, oder fremdbestimmt. Auf der anderen Seite wirst du dich, völlig ungeachtet deiner äußeren Umstände, immer frei fühlen, wenn du in Verbindung mit deiner wahren Natur lebst.

Das ist gemeint mit „Erkenne dich selbst“: Erkenne dein wahres Wesen, das Wesen unterhalb der Geschichte. Ich weiß das jeder von uns sich mit seiner Geschichte identifiziert. Du glaubst jemand zu sein, etwas zu machen und eine Rolle in der Welt spielen zu müssen. Auf der äußeren Ebene stimmt das auch, doch darunter, dort liegt dein wahres Wesen. Das wahrnehmende Bewusstsein selbst. Du kannst es dir vorstellen wie dein Selbst im Schlaf: deinen Träumen beiwohnend und zugleich Schöpfer dieser Realität.

Selbsterkenntnis: Verlieb dich nicht

Die Überschrift alleine ergibt wahrscheinlich erst einmal wenig Sinn, doch vielleicht kann ich es dir näherbringen. Im Buch „Der unsichtbare Apfel“ von Robert Gwisdek, gibt es eine Textstelle, die für mich wunderbar darstellt, was es heißt sich selbst zu entdecken.  Zu finden ist diese Stelle auf Seite 167, 3 Absatz. Der Protagonist Igor ist auf der Reise sich selbst zu erkennen und ruft in seiner Verzweiflung die Welt an, ihm zu zeigen wie das wahre Sehen funktioniert. Darauf antwortet die Welt Folgendes:

 „Dein Streben ist unnütz, Igor. 1 + 1 = 1. Verliebe dich nicht, denn wir sind nicht zwei. Versuch nicht zu verstehen, denn ich bin kein Gedanke, sprich nicht zu mir, denn ich bin keine Sprache. Ein Narr bist du, Igor! Suche nicht nach mir, denn ich bin kein Ort. Verwirrt bist du. Vergessen hast du. Dein Geist treibt dich in enge Gassen. Versuche nicht, mich zu heilen, denn ich bin keine Krankheit. Du bist es, der unsere Verbindung nicht sieht, so verlange nicht von mir, dass ich sie dir zeige. Viel zu viel führst du mit dir und dein Schmerz ist nicht der meine. Also stelle keine Forderungen.“

Vielleicht liest du den Absatz noch einmal bevor du weiter gehst, um ihn wirken zu lassen. Versuch ihn mit einem freien Geist zu lesen und lass deine Gedanken einen Moment schweigen, halte deine Aufmerksamkeit auf jedes Wort gerichtet und lass dich von der Bedeutung finden.

1 + 1 = 1. Verliebe dich nicht, denn wir sind nicht zwei. Was für eine Aussage, die mit unserem herkömmlichen Begreifen nicht zu fassen ist. Wie soll etwas, dass mit seinem Ebenbild zusammenkommt, nicht zwei sein? Doch löse dich doch einen Moment von der materiellen Welt und geh in die Welt des Geistes. Schau dir deine Gedanken an und deine Ideen, welche aus Kreativität entspringen. Wenn zwei Menschen eine Idee teilen, haben beide immer die vollständige Idee, dennoch ist es immer noch eine Idee und wird niemals zwei werden, egal wie viele Menschen diese Idee zusammenbringt.

Die Essenz der Selbsterkenntnis

„1+1=1“. Ich denke, diese Aussage zielt darauf ab, dass du dich nicht in etwas, oder jemanden, verlieben sollst, da ihr im Kern die gleiche Quelle habt: die Vollkommenheit, die Eins. Wenn du nun jemanden außerhalb von dir zu lieben glaubst, dann glaubst du automatisch daran, dass ein Unterschied zwischen euch besteht, dass diese Person außerhalb von dir und deinem wahren Wesen existiert.

Doch wenn dieser Körper tatsächlich außerhalb deines wahren Wesens existieren würden, wäre er kein Teil mehr der Vollkommenheit, wäre kein Teil mehr von der Eins. Ich weiß, dass der Verstand es nicht fassen kann, denn auch der Verstand ist nur ein Teil, eine Manifestation des Bewusstseins. Die einzige Möglichkeit, voll und ganz in diese Energie einzutreten liegt darin, Teil von ihr zu sein und sich voll und ganz bewusst in ihr aufzuhalten. Das ist Selbsterkenntnis.

Ich habe in meiner Geschichte schon einige Male diese Erfahrung machen dürfen. Das Auflösen der eigenen Identifikation befreit dich von dem Glauben an die Trennung und du kannst eingehen in die Energie, die alles durchdringt. Eine Schwingung der stillen Glückseligkeit, anders kann ich es nicht beschreiben. Worte vermögen diesen Raum nicht zu beschreiben, da sie Teil der dualen Welt sind.

Erfahre die Einheit

Wenn du selbst für dich in die Einheit eingehen willst, dann kann ich dir nur raten dich mit Yoga auseinanderzusetzen. Gerade in der Anfangs- und Endentspannung in Shavasana erfahren viele Menschen diese Verbindung, nämlich das Gefühl die Hülle ihres Körpers hinter sich zu lassen und sich in Einheit aufzulösen.

Meditieren ist ein weiterer Ansatz, der dich in diesen Zustand führen kann sowie auch Achtsamkeitsübungen und das bewusste Wahrnehmen der Welt.

Online Seminare zum Thema Einheit und Selbsterkenntnis

Yoga ist nicht nur Körperarbeit: gerade in der Sivananda Tradition führen viele Yogawege nach Rom. Falls du Anreize brauchst, schau gerne mal in unseren Seminaren oder Kursen in der Yoga Vidya Seminarübersicht vorbei:

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