Lieblingsbäume im Silvaticum: Ludmilla und die Papierbirke

In der Serie „Lieblingsbäume im Silvaticum“ stellen wir euch einige der 93 Baumarten aus den 14 Waldlandschaften in unserem wundervollen Länderwaldpark vor.

Im achten Teil unserer Serie „Lieblingsbäume im Silvaticum“ stellt Ludmilla Gutjahr, Geschäftsführerin der GesUndTourismus Horn-Bad Meinberg GmbH, ihren Lieblingsplatz im Silvaticum und die Papierbirke aus der Waldlandschaft X Nordostamerika vor.

Das Silvaticum

Das von allen Yoga Vidyanern und Gästen geliebte „Silvaticum“ soll der Öffentlichkeit weiterhin zugänglich bleiben. Dafür wurde der Länderwaldpark Silvaticum im Sommer letzten Jahres von Yoga Vidya erworben und so vor Umgestaltung durch Großinvestoren gerettet.

Mit seinen 40 Hektar bietet das Silvaticum ausreichend Platz für erholsame Spaziergänge und eine in der Region einmalige Naturerfahrung. Das Silvaticum hat den Beinamen „Länderwaldpark“, da die zu besichtigenden Bäume aus Ländern des gleichen Breitengrades rund um den Globus stammen.

Die Flora und Fauna dieses neuzeitlichen Kulturgutes bietet außerdem den idealen Ort für Yoga und Meditation. Dies macht den Park zu einem weiteren wichtigen Teil des bei Yoga Vidya gelehrten integralen Yogas.

Ludmilla Gutjahr und das Silvaticum

Ludmilla Gutjahr kommt oft ins Silvaticum, zum morgendlichen Joggen oder Spaziergängen gemeinsam mit ihrem Mann. „Es ist schon ein Stück Oase hier“, sagt sie. „Andere fahren dafür hunderte von Kilometern und wir haben einen solchen Park vor der Haustür“. Ludmilla Gutjahr ist froh, dass das Silvaticum durch den Kauf durch Yoga Vidya für alle zugänglich bleibt. Der Park ist wichtig für Bad Meinberg und wird von vielen EinwohnerInnen und Gästen besucht, erzählt sie. „Es ist ein wunderschöner Ort. Ein wundervoller Park.“

Persönlicher Happy Place

Besonders gern sucht Ludmilla Gutjahr die große Liege an der Schutzhütte auf, die auf einer größeren Lichtung steht. Von dort bietet sich ein Blick auf die umliegenden Bäume und die Umgebung des Silvaticum. „Das ist der Lieblingsplatz von meinem Mann und mir. Wir sind immer total enttäuscht, wenn da schon Leute drauf sind. Hier ist mein persönlicher Happy Place. Es ist einfach schön. Egal, zu welcher Jahreszeit. Unser Blick kann ein bisschen in die Ferne schweifen, dieses Grün und diese Ruhe. Das ist ein Raum für sich.

Früher als wir in der Marketingabteilung nicht mehr konnten und mal raus wollten, waren wir am See und haben unsere Beine ins Wasser gehalten. Und danach ging es uns immer gut. Da haben wir immer die Augen geschlossen und uns vorgestellt, wie schön es wäre, wenn dieses oder jenes passieren würde. Das hat nicht länger als eine halbe Stunde gedauert, danach ging es uns wieder richtig gut. Seitdem habe ich das mit diesem Happy Place. Jeder hat so seinen eigenen Begriff dafür. Das ist meiner.“

Ein persönlicher Ort, um zur Ruhe zu kommen und zu neuer Energie zu finden – viele Personen entdecken für sich einen solchen Ort im Silvaticum. Unter anderem deshalb ist der Länderwaldpark so beliebt. Falls du noch keinen solchen Platz im Silvaticum für dich gefunden hast, laden wir dich beim nächsten Besuch dazu ein, deinen persönlichen Lieblingsplatz zu finden.

Leicht wie Papier

Gegenüber der Liege steht eine Baumgruppe, darunter auch einige Papierbirken. Dieser Baum  spricht Ludmilla Gutjahr besonders an: „Ich mag jeden Baum, ich finde die Papierbirke aber immer wieder aufs Neue schön. Ich finde es so faszinierend, wie die Rinde sich schält. Die Rinde lässt sich ganz leicht abnehmen. Genau so leicht wie Papier.“

Dem Abschälen ihrer Rinde und auch ihrer Verwendung als Schreibmaterial verdankt die Papierbirke ihren Namen. Die flexible und wasserdichte Rinde wurde sehr vielseitig als Rohstoff verwendet. In ihrer Heimat, dem nördlichen Nordamerika, fand sie bei der Ureinwohnern Verwendung beim Bau von Kanus, als Schreibmaterial, zum Anzünden von Feuer, für Kleidung und wasserdichte Hüllen.

Auch als Arzneimittel wurde sie genutzt. Zudem ist die Innenrinde mit ihrem süßlichen Geschmack essbar. Der Saft der Birke hat eine heilende Wirkung und wird bei Rheuma und Gicht eingesetzt und für Birkenwein und Haarwasser verwendet. Birken wurden also auf unterschiedlichste Weise als Rohstoff verwendet und waren für die Menschen für verschiedenste Zwecke nützlich. Und auch im Brauchtum kommt der Birke eine besondere Rolle zu.

Immer wieder neu

Für Ludmilla Gutjahr hat die Papierbirke eine besondere Symbolik: „Der erfindet sich immer wieder neu, der Baum. Wir haben ja auch so viele multiple Persönlichkeiten. Je nach Laune. Das ist die Assoziation, die ich bei diesem Baum habe. Ich finde es total faszinierend. Immer wieder fällt etwas ab und es kommt wieder etwas Neues. Er ist aber da, er ist beständig.“ 

In ihrer mythologischen Bedeutung steht die Birke für Licht, Neubeginn, Frühlingserwachen und Fruchtbarkeit. Da die Birke ihre Heimat hauptsächlich in nordischen Ländern hat, wurde sie besonders bei den Germanen, Kelten und Slaven verehrt. Aus ihrer Bedeutung als Frühlingsbaum heraus entstanden in verschiedenen Regionen Bräuche und Traditionen rund um die Birke. So wurden einst Dinge, Tiere und Menschen mit Birkenzweigen berührt, um die Fruchtbarkeit der Birke auf diese zu übertragen. Heute noch bekannt ist der Maibaum, ein Frühjahrsbrauch, für den in manchen Regionen eine Birke genommen wird.

Ursprünglich wurden die Frühjahrsfeste im Wald begangen, ab dem 13. Jahrhundert dann wurden die Bäume, zumeist Birken, im Dorf aufgestellt. Heute noch sind auf manchen Marktplätzen geschmückte Maibäume zu sehen. Ein weiterer Maibaumbrauch wird in manchen Orten ebenfalls heute noch gepflegt. Der Geliebten wird in der Nacht zum ersten Mai als Liebesbeweis ein Maibaum vor das Haus gestellt. Und auch um einen Heiratsantrag zu machen, kann eine Birke vor das Haus gestellt werden.

Weitere Feierlichkeiten, an denen Birkenzweige auch heute noch zu sehen sind, sind Fronleichnamsprozessionen, Pfingstausflüge an Christi Himmelfahrt und auch Hochzeiten, an denen Birkengrün die Kirchenpforte schmückt. Die Birke hat also bis heute ihren festen Platz in Traditionen und Bräuchen.

Wir bedanken uns sehr herzlich bei Ludmilla Gutjahr für ihre persönliche Geschichte rund um das Silvaticum und freuen uns auf eine weiterhin gute Zusammenarbeit mit der GesUndTourismus Horn-Bad Meinberg GmbH.

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