3 Fragen an Sevaka Rama

Wir sind Yoga Vidya! Unsere Portrait-Serie gibt Einblicke in den vielfältigen Alltag von Sevakas hinter den Kulissen von Yoga Vidya Bad Meinberg.

Durch ihr uneigennütziges Dienen tragen und gestalten Sevakas den spirituellen Alltag in den Yoga Vidya Ashrams. Dieses Mal erzählt Rama, was sein Seva für ihn bedeutet.

Rama (Hauptunterrichtendes Team & Social Media Team)

Wie sieht dein Seva-Alltag aus?

Mein Tag beginnt immer gleich: Mit eigener Praxis. Ich stehe so auf, dass ich eineinhalb Stunden Zeit habe für Meditation und Atemübungen. Das ist immer zu einer anderen Zeit – je nachdem wann mein erster Einsatz ist oder ob mein Sohn bei mir schläft.

Danach ist der Tag immer unterschiedlich. Entweder ich gebe einen Satsang in der Yogalehrerausbildung, das ist dann um 6:00 Uhr. Oder ich mache einen Vortrag in der zweijährigen Ausbildung, das ist dann um 8:05 Uhr. Oder ich gebe eine Hatha Yoga Stunde, das ist dann um 9:15 Uhr.

Eine Woche im Monat bin ich im Social Media Team. In dieser Woche komme ich wann ich will, das genieße ich mehr. Das ist eine Zeit, wo ich mehr rumlümmel. Rumlümmeln heißt bei mir, dass ich mehr Mooji Videos angucke und dass ich mich meinem Inneren mehr widme.

Ich gebe auch viele Seminare, da gibt es immer zwei Parts: Ein Leiter, der die Vorträge hält, begrüßt und verabschiedet, Karma Yogis einteilt, Zertifikate verteilt. Und ein Hatha Yogalehrer, der den praktischen Teil übernimmt. Mal habe ich den einen, mal den anderen Part.

Was ich generell sehr schätze, ist die Leichtigkeit dabei, die mit der Zeit gekommen ist. Ich habe einen schönen Zugang zu den Menschen gefunden. Es ist für mich nicht mehr anstrengend Gruppen zu leiten. Ich brauche nicht mehr jemand bestimmtes sein. Ich kann einfach fließen lassen beim Seminare geben.

Trotzdem muss man sich auch an Rahmenbedingungen halten: So wie Anwesenheitspflicht bei einem ganzen Tag füllenden Programm. Daran  muss man auch manchmal die Menschen erinnern. Als Yogi und Freigeist lassen wir uns nicht gerne etwas aufzwingen, wir gucken lieber nur nach Gefühlen.

Diese zwei Aspekte muss man zusammenfinden lassen: Dharma, die Pflichteinhaltung, Rechtschaffenheit und auf der anderen Seite die Großzügigkeit und Lebendigkeit. Das klappt mittlerweile ganz gut. Deswegen ist auch das Unterrichten leicht. Es hat sehr lange gedauert. Deswegen freut es mich auch heute so sehr.

«In meinem Alltag vereine ich immer wieder die beiden Aspekte Pflichteinhaltung und Fließen lassen. Das genieße ich sehr.»

 

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Was ist an deinem Leben bei Yoga Vidya anders als vorher?

Es gibt so viele Vorher. Ich war sechs Jahre lang in Asien als Backpacker und Tauchlehrer. Davor war ich 12 Jahre lang Beamter und dann war ich auch noch selbstständiger Yogalehrer. Generell denke ich wenig über die Vergangenheit nach.

Was aber anders ist, ist das Dienen. Das Dienen ist der Aspekt, der einen als Sevaka ausmacht. Heute zum Beispiel ist meiner freier Tag, vorhin hat mich aber jemand angesprochen, ob ich heute Zeit habe für eine spirituelle Lebensberatung, das mache ich hier auch. Dann nehme ich dafür eben meinen freien Tag und plane ihn mit ein. Ich bestehe nicht auf 24 Stunden Freizeit, weil ich mich als Diener sehe. Wenn ich irgendwo dienen darf, dann ist es leicht ja zu sagen. Als Beamter wird man nicht angerufen an seinem freien Tag.

«Der Seva-Gedanke macht einen großen Unterschied. Wenn ich irgendwo dienen darf, fällt es sehr leicht ja zu sagen. Auch an freien Tagen.»

Wieso sollte jeder in seinem Leben einmal Sevaka sein?

Weil man als Sevaka die Yogalehrerausbildung bekommt. Und diese Ausbildung zu machen, das würde jedem gut tun. Denn dabei kommt man mit Wissen in Kontakt, mit Weisheit und Wahrheit, mit einem Funken, mit einer Tiefe, wo früher vielleicht nicht drüber nachgedacht wurde. Weil man sich nicht damit beschäftigen musste.

Ein großer Moment in der Ausbildung ist immer vor der Gruppe zu stehen und die Gruppe zu führen. Denn da steht auch das Ego und das ist immer verletzlich, das möchte nicht nicht blamieren. Sich mit diesem Prozess auseinanderzusetzen ist gut für die Persönlichkeit. Und es ist auch gut, zu wissen, wie die anderen sich fühlen.

Denn jeder fühlt sich so. Die größten Gelehrten oder die schönsten Menschen oder die Selbstbewusstesten – alle erleben den gleichen Druck und tragen die gleiche Maske. Die Maske sitzt auf jedem von uns und die Erfahrung gemeinsam zu machen, das verbindet einfach.

Verbundenheit ist etwas, das bei mir immer entsteht. Das ist etwas, was hier im Haus sehr schnell entsteht. Verbundenheit und Zuneigung, es passiert wenig Abneigung, sonst wäre es auch kein Yogahaus. Gleichzeitig bin ich aber auch Abschied gewohnt, das passiert andauernd und geht mittlerweile auch leicht.

«Vor allem würde es jedem gut tun, die Yogalehrerausbildung zu machen. Weil man Wissen, Weisheit, Wahrheit erfährt, womit man sich vorher nicht beschäftigt hat.»

 

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 Was sind Sevakas? 

In Ashrams gibt es keine Mitarbeiter/innen, sondern Sevakas, die durch uneigennütziges Dienen den spirituellen Alltag im Ashram tragen und gestalten. Das Wort Sevaka stammt aus dem Sanskrit und bedeutet wortwörtlich übersetzt Praktizierender, Diener, Anhänger, Verehrer. Sevakas leben im Ashram und geben sich mit dem Notwendigsten und wenig materiellen Komfort zufrieden, um sich der spirituellen Praxis und Entwicklung intensiv zu widmen.

Sevakas leben in den Yoga Vidya Ashrams und Zentren in spirituellen Lebensgemeinschaften. In diesen spirituellen, alternativen und engagierten Kommunen dienen sie, praktizieren gemeinsam Yoga und entwickeln sich persönlich und für eine bessere Welt weiter.

 

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4 Kommentare zu “3 Fragen an Sevaka Rama

  1. die Haare, ach wie schön die bilder sind
    lg von friedrich

  2. Lieber Rama, ich hatte das große Glück meine 3. YLA Woche bei/ mit Dir machen zu dürfen. Deine Art mit uns Schülern zu sprechen, deine Ruhe – all das, was du uns mitgegeben hast- hab Dank dafür! Seither lese ich in der Bhagavad Gita- wie durch Dich vermittelt…. ich werde sie wohl öfter lesen müssen😉 Du bist ein besonderer Mensch und ich glaube, das spüren alle sofort! Mögest du gesegnet sein!

  3. Gabriela

    Lieber Rama,

    es war einer meiner besten Zeiten im Leben,die Yogalehrer Ausbildung im Allgäu. Dein Wissen und deine sehr aufgeschlossene Art haben wesentlich dazu beigetragen, dass auch mein Ego aus der Komfortzone kommt und nun Yoga unterrichten kann.Herzlichen Dank noch einmal dafür.
    Gabriela

  4. HEIDI ANNA-MARIA SOWMYA

    Lieber Rama….es war sehr schön Dich etwas kennenzulernen….bei Yoga Yidya Allgäu…und das erste mal im Keller von Yoga Vidya Bad Meinberg…wer bist Du den…bleib bitte so wie Du bist!! Lg Sowmya

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