Divination: Den himmlischen Willen erkennen und auf Erden realisieren

von Benjamin Schwering

Wie innen so außen -als ich dieses universelle Gesetz erfahren habe, veränderte sich die Welt. Es ist nicht das Außen, auf das wir einwirken können, sondern: verändern wir uns, verändern wir den Teil der Welt, der wir sind. Und das Außen folgt. Das ist das Geheimnis, das als Esoterik bezeichnet wird. Orakel helfen dir, Einblick in dein Inneres zu erlangen und so den Weg des Glücks zu beschreiten.

Tue was du willst

Aus dem Osten stammt der Begriff des Dharma: deine Pflicht, der Grund warum du hier bist, das was du in diese Welt bringen willst. Das griechische Wort θέλημα (Thelema), deutsch: Wille, bezeichnet aus anderer Blickrichtung den gleichen Sachverhalt. Hiermit ist nicht das kleine Kind in dir gemeint, das sich mit verschränkten Armen auf den Boden setzt und sagt „Ich will aber!“. Nein, dein wahrer Wille ist gemeint, er ist das, was du in dieser Inkarnation erfahren willst, das, womit du das Ganze bereichern willst, das Wahre, das du in diese Welt bringen willst. Viel zu häufig tun wir, was dieses innere quengelnde Kind will, das, was andere von uns erwarten oder worauf Medien und Gesellschaft uns programmiert haben. Darum ist es so wichtig, nach deinem wahren Willen zu suchen und zu handeln. Durch ihn schaffst du ein bewusstes und glückliches Universum.

Brahman und Atman sind eins – doch wie erkennst du deinen wahren Willen?

Nun, es gibt einen Kern in deinem Mikrokosmos, um den alles kreist. Einige Traditionen sprechen von der Seele, in der yogischen Philosophie heißt dieser Kern Atman. Er ist das Zentrum deines Universums. Er ist die Essenz, die du bist. Und diese Essenz ist eins mit allem (im Yoga: eins mit Brahman). Sie weiß alles – auch, bzw. insbesondere was dein wahrer Wille ist. Durch Konzentrationstechniken (Dharana) und das Fallen in die Meditation (Dhyana) kannst du Einblicke in diese Unendlichkeit erlangen. Auch im Schlaf kommst du dieser Essenz nahe. Darum ist in der westlichen Psychoanalyse auch die Traumdeutung ein beliebtes Mittel. Manchen Leuten kommt die Inspiration unter der Dusche, andere finden – wenn sie bereit sind – ihren Guru, der ihnen ihren Weg spiegelt. Fakt ist, dass die Inspiration dich findet und nicht umgekehrt. Sie fällt dir zu. 

Zufall kommt von Zufallen

Ein Weg, der für mich sehr gut funktioniert und den ich dir in diesem Artikel näherbringen möchte, ist das Deuten des Zufalls – die sogenannte Divination –  mit den Tarot Karten. Du ziehst sie zufällig mit der linken Hand, die eine stärkere Verbindung zu deinem intuitiven Zentrum hat, als die rechte. Wie der Traum oder die tiefe Meditation zeigen dir die gezogenen Karten jene Bilder, die Atman, dein Unterbewusstsein deiner bewussten Persönlichkeit zeigen möchte. Diese Bilder entsprechen zeitlosen Archetypen unseres kollektiven Unbewussten, so wie sie der berühmte Psychologe C.G. Jung erforscht und in die moderne Psychoanalyse überführt hat. Manchmal siehst du ein Bild und intuitiv kommt dir gleich, was diese Karte im aktuellen Moment für dich bedeutet. Und für den weitaus häufigeren Fall, dass dieser Geistesblitz nicht gleich einschlägt, kannst du die Karten mit einem über Jahrhunderte überlieferten System deuten. 

Für mich waren die ersten Kartenlegungen einfach beeindruckend. Die Tatsache, dass die zufällig gezogenen Karten, auf ihren jeweiligen Positionen, meine aktuelle Situation auf den Punkt brachten und die Verhaltensvorschläge mich tatsächlich zu dem in Aussicht gestellten Ziel führten, öffneten mir einst die Augen für die bunte Welt der Magie, in der wir alle leben. 

Ein Kartenspiel zu der Bedeutung einer neuen Bekanntschaft könnte z.B. so aussehen:

Position (1) – König der Stäbe – beschreibt worum es geht: In diesem Fall ein charismatischer Mensch mit viel Begeisterungskraft, einer Vision und hohen ethischen Zielen.

Die Position (2) – Königin der Schwerter – zeigt, was aktuell nicht so wichtig ist. Evtl. wie wir uns bisher verhalten haben oder wie wir geneigt sind uns zu verhalten. Hier: Auf Distanz gehen, Coolness walten lassen, sich nicht in Abhängigkeit begeben bzw. sich davon lösen.

Die Position (3) – Die Liebenden – beschreibt das empfohlene Vorgehen: Sich von ganzen Herzen auf die Begegnung einlassen, ohne Vorbehalt „Ja“ sagen. Die Karte, „Die Liebenden“ verheißt auch ein sehr gutes Omen für die Beziehung.

Die Position (4) – Ass der Münzen – beschreibt den potentiellen Ausgang. Manchmal beschreibt es die Gefahr, wenn man sein Verhalten nicht anpasst, für gewöhnlich aber, wie in diesen Fall, die Aussicht, was als nächstes kommt. Hier: Eine Beziehung, die Wert und Bestand hat und großes langfristiges Glück verspricht.

Die beschriebene Legung ist ein frei gewähltes Beispiel. Es demonstriert dennoch die Klarheit und Aussagekraft, die den allermeisten Legungen zu eigen ist – und die beeindruckende Kraft für den Ratsuchenden – denn stell dir einmal vor, wenn du dieses Bild gelegt hättest, die Karten hätten ja auch zufällig ganz anders liegen können, aber sie liegen in dem Moment nun einmal genau so vor dir.

Erkenne dich selbst

Γνῶθι σεαυτόν (Gnothi seauton) war auf den Säulen zum Apollotempel von Delphi zu lesen. Erkenne dich selbst – eine Forderung, die dem großen Weisen Chilon von Sparta zugeschrieben wird und die Grundidee eines jeden Orakels beschreibt. Natürlich geht es dem Ratsuchenden vordergründig erstmal darum, seine potentielle Zukunft in einem Bereich oder die Auswirkungen seiner möglichen Handlungen zu erfahren. Und natürlich gibt das Orakel eine Antwort auf diese Frage. Es spiegelt dir jedoch stets auch den Seelenanteil, den du gerade vielleicht nicht genau wahrnehmen kannst. In dem obigen Beispiel hat der/die Ratsuchende evtl. die Angewohnheit, potentielle neue Beziehungspartner, die ihn tief berühren könnten, nicht näher an sich heran zu lassen und eher unabhängig zu bleiben (Königin der Schwerter).

Divination kann jeder

Im Orakel von Delphi sprach die in Trance gefallene Priesterin ihren Orakelspruch. Das Kartenlegen mit dem Tarot ist hingegen für jeden Menschen leicht zu erlernen und ein hervorragendes Werkzeug für deinen Weg als Yogi oder Yogini. Es befähigt dich, deine eigenen Muster und die Muster anderer noch besser zu durchschauen und dabei geschickt und glücklich in die Richtung deines wahren Willens voranzugehen. Du verstärkst durch die Beschäftigung mit den Karten dein Verständnis für die Abläufe der Welt und das tiefe Vertrauen in deine innere Führung. In Kürze: Das Tarot ist ein hervorragendes Werkzeug, um den himmlischen Willen zu erkennen. Das Außen folgt und der Wille wird Realität auf Erden.

Dieser Artikel ist erschienen im Yoga Vidya Journal – Ausgabe Nr. 39
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Benjamin SchweringBenjamin Schwering
Nach einer Kundalini Erweckung war für Benjamin nichts mehr wie zuvor. Er spürte deutlich, dass er mit seiner Kenntnis über die Tarotkarten anderen Suchenden helfen will, sich selbst zu helfen. Heute ist der IT-Projekt-Manager ebenfalls Yoga-Lehrer (BYV), Coach und Tarot-Lehrer und verbreitet mit großer Freude Selbsterkenntnis in seinem Umfeld.


„Erkenne dich selbst“ – las der Ratsuchende im alten Griechenland, als er durch die Säulen zum Orakel von Delphi voranschritt. Das Kartenlegen mit dem Tarot ist für jeden Menschen zu erlernen und ein hervorragendes Werkzeug für deinen Weg als Yogi oder Yogini. Es befähigt dich, deine eigenen Muster und die Muster anderer zu durchschauen und dabei geschickt und glücklich in die Richtung deines wahren Willens voran zu gehen.

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