Es lebe Yoga Vidya – von Chandra Cohen

Chandra Cohen ist Lehrbeauftragter für indische Philosophie in New York. Er war, wie Sukadev, viele Jahre Schüler von Swami Vishnu-devananda und lebte in den Sivananda Yoga Vedanta Zentren und Ashrams. Später studierte er die Schriften, insbesondere die Upanishaden und Vedanta-Philosophie bei Swami Dayananda.

Vom 26. – 31. Juli 2015 leitete Chandra Cohen die Themenwoche „Vedanta – von der Einheit der Existenz“ bei Yoga Vidya Bad Meinberg. Hier ein Text, den Chandra im Zuge einer Jubiläums-Feier über Yoga Vidya verfasste: 

 

Yoga Vidya ist mein spiritueller Rückzugsort. Jeden Sommer lasse ich meinen Alltag hinter mir und betrete die Heiligkeit des Yoga Vidya Satsangs. Meiner Meinung nach ist der Satsang das Herz von Yoga Vidya. Man kann Yoga Vidya nicht verstehen, ohne den Satsang verstanden zu haben.

Der Begriff Satsang hat mehrere Bedeutungen. Wörtlich übersetzt heißt er „Gemeinschaft mit dem Göttlichen“. Das Göttliche kann alles Mögliche sein: Es kann Krishna sein, der Guru oder die Schriften selbst. Die Gemeinschaft ist deine spirituelle Familie. Wir teilen das Göttliche in vielerlei Hinsicht – nicht nur mit der jetzigen Gemeinschaft, sondern auch mit der langen Tradition der Weisen und all derer, die während vieler Jahrhunderte in der Vergangenheit spirituelle Praktiken geübt haben.

Der Satsang bringt uns äußerlich nicht sichtbare positive Wirkungen. Er wirkt sogar auf diejenigen, die selbst gar nicht unbedingt Yoga praktizieren oder die Lehren sogar ablehnen. Da wirkt eine heilende Kraft, die jede Seele berührt, welche umgeben ist von anderen Seelen mit positiver Ausstrahlung. Durch Satsang entsteht auch ein natürliches Interesse und eine Neugier für Meditation und andere Praktiken. Swami Vishnu pflegte zu sagen: Satsang eröffnet Möglichkeiten über die Sinne hinaus.“

Es werden feine Eindrücke in die Psyche gepflanzt, sogar ohne unseren Willen, und sie können wachsen, sobald in Zukunft die Bedingungen günstig dafür sind. Aber für wen Satsang eine Herzensangelegenheit ist, sei es auch nur für eine kurze Zeit, den erhebt das Göttliche in unmissverständlicher Weise.

Allein schon die Entscheidung an sich, zu Yoga Vidya zu kommen, lässt uns die Sorgen der Welt überwinden. Sie lösen sich in einer neuen Perspektive auf – in der Glückseligkeit des Yoga.

Wir werden durchflutet von einer besonderen Energie. Es ist der Segen des Praktizierens; der positiven Einstellung und guten Gesellschaft; des tiefsinnigen Denkens und der Einstimmung auf das Göttliche. Es ist die Gesundheit des Hatha Yogas und der vegetarischen Kost, und dass man nur zwei Mal am
Tag isst. Unser einsames Yoga zu Hause trägt Früchte in der fruchtbaren Erde des Ashrams.

Für Sevaka und Ashrambewohner ist regelmäßiger Satsang, das Zusammensein mit anderen in der Gemeinschaft, etwas völlig anderes.

„Tägliches Karma-Yoga ist wie ein Sack voller rauer Steine um die Hüfte“ – ein Zitat von Leonard Cohen, dem berühmten kanadischen Musiker, über die Zeit, die er in einem buddhistischen Kloster verbrachte. Das ständige Sich-Aneinander-Reiben schleift die scharfen Kanten der Persönlichkeit ab. Es kann eine Weile dauern, aber irgendwann bemerkt man eine deutliche Veränderung des eigenen Selbstverständnisses.

Es lebe Yoga Vidya, die Ashram-Gemeinschaft, seine Freunde und alle, die Yoga Vidya wohl gesonnen sind.

Chandra Cohen, New York

 

Cohen-Chandra-Portrait

Alle Seminare und Veranstaltungen mit Chandra Cohen im Überblick: 

www.yoga-vidya.de/seminare/leiter/chandra-cohen

 

 

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