Lieblingsbäume im Silvaticum: Satyavati und die Haselnuss

In der Serie „Lieblingsbäume im Silvaticum“ stellen wir euch einige der 93 Baumarten aus den 14 Waldlandschaften in unserem wundervollen Länderpark vor. Heute stellt euch Satyavati, Sevaka im Web-Team und Yogalehrerin von Yoga Vidya, einen Haselnussbaum aus dem Silvaticum vor.

Satyavati und der Haselnussbaum

Das von allen Yoga Vidyanern und Gästen geliebte „Silvaticum“ soll der Öffentlichkeit weiterhin zugänglich bleiben. Dafür wurde der Länderparkwald Silvaticum im Sommer letzten Jahres von Yoga Vidya erworben und so vor Umgestaltung durch Großinvestoren gerettet.

Mit seinen 40 Hektar bietet das Silvaticum ausreichend Platz für erholsame Spaziergänge und eine in der Region einmalige Naturerfahrung. Das Silvaticum hat den Beinamen „Länderpark“, da die zu besichtigenden Bäume aus Ländern des gleichen Breitengrades rund um den Globus stammen.

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Die Flora und Fauna dieses neuzeitlichen Kulturgutes bietet außerdem den idealen Ort für Yoga und Meditation. Dies macht den Park zu einem weiteren wichtigen Teil des bei Yoga Vidya gelehrten integralen Yogas.

Ein Baum umrankt von Mythen und Magie

In dem dritten Teil unserer Serie „Lieblingsbäume im Silvaticum“ stellen wir euch heute unseren Haselnussbaum vor.

Die Hasel soll „vor den chaotischen Kräften und Energien des Jenseits: vor Blitzschlag, Feuer, (…), wilden Tieren, vor Krankheit und Zauber“ schützen (Wolf-Dieter Storl, Hexenmedizin, S. 12). Zweige vom Haselstrauch schützen auch vor Schlangen; wenn man mit ihnen einen Kreis um die Schlange zieht, soll sie gefangen sein.

In den Kinder- und Hausmärchen der Gebrüder Grimm heißt es in der „Haselrute“ vom Haselstrauch:

Eines Nachmittags hatte sich das Christkind in sein Wiegenbett gelegt und war eingeschlafen, da trat seine Mutter heran, sah es voll Freude an und sprach »hast du dich schlafen gelegt, mein Kind? schlafe sanft, ich will derweil in den Wald gehen und eine Handvoll Erdbeeren für dich holen; ich weiß wohl, du freust dich darüber, wenn du aufgewacht bist.« 
Draußen im Wald fand sie einen Platz mit den schönsten Erdbeeren, als sie sich aber herabbückt, um eine zu brechen, so springt aus dem Gras eine Natter in die Höhe. Sie erschrickt, läßt die Beere stehen und eilt hinweg. Die Natter schießt ihr nach, aber die Mutter Gottes, das könnt ihr denken, weiß guten Rat, sie versteckt sich hinter einem Haselstrauch und bleibt da stehen, bis die Natter sich wieder verkrochen hat.
Sie sammelt dann die Beeren, und als sie sich auf den Heimweg macht, spricht sie »wie der Haselstrauch diesmal mein Schutz gewesen ist, so soll er es auch in Zukunft andern Menschen sein.« Darum ist seit den ältesten Zeiten ein grüner Haselzweig gegen Nattern, Schlangen, und was sonst auf der Erde kriecht, der sicherste Schutz.

Ein Zweig, der Wünsche erfüllt

Der Zweig vom Haselstrauch, den Aschenputtel auf das Grab der Mutter pflanzt, hilft Aschenputtel in der Not und erfüllt ihre Wünsche. Das Wachstum des Haselstrauchs symbolisiert auch die nach der Trauerzeit um den Tod der Mutter wieder erwachenden Lebenskräfte.

Wer unter einem Haselstrauch schläft, kann sich leicht mit wohlgesinnten Geistern in Verbindung setzen und soll Zukunftsträume haben. Wünschelrutengänger suchen mit Haselzweigen nach Wasseradern, Quellen und Edelmetallen. Auch Grenzmarkierungen wurden früher mit Haselsträuchern gesetzt, um vor schlechten Energien zu schützen.

Die chinesischen Feng ShuiMeister spürten mit Zweigen vom Haselstrauch die „Drachenlinien“ im Erdinnern auf. Die alten Schamanen in Europa machten bis ins Mittelalter mit Zweigen vom Haselstrauch Regen.

Der Schaft von Thors Hammer und Odins/Wotans Zauberstab waren aus Holz vom Haselstrauch.

Im Vergleich zur Birke, die für die Jungfräulichkeit steht, ist der Haselstrauch wegen seiner beliebten Früchte aber auch ein Symbol der Fruchtbarkeit, der Mutterschaft und der Lust. Kinderlose hängen sich (in ländlichen Regionen oft bis heute) einen Haselzweig übers Bett.

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Viele süddeutsche Ausdrücke zur Sexualität greifen ebenfalls das Bild vom Haselstrauch auf. Vom Mittelalter bis in die Neuzeit hinein galt der Haselstrauch als Baum der Verführung und der Wollust; leichten Mädchen gab man als Maienzweig eine Rute vom Haselstrauch und man ging auch mit ihnen „in die Haseln“ (Storl, Hexenmedizin, S.13).

Zu Asche verbrannte Rinde vom Haselstrauch wurde früher als Aphrodisiakum dem/der Begehrten unter das Essen gemischt. Hildegard von Bingen betrachtet den Haselstrauch ebenfalls als Sinnbild der Wollust, allenfalls gut, den Mann von Impotenz zu kurieren.

Die Kelten betteten ihre Toten auf Zweige vom Haselstrauch; Kindern, die am Totenfest im November oder zum Nikolaustag von Haus zu Haus gehen, schenkt man bis heute Äpfel und Nüsse – die Samen des Lebens, die über den harten Winter hinweghelfen. Im alten Rom warf der Bräutigam als Fruchtbarkeitssymbol Nüsse vom Haselstrauch in die Menge.

Der Haselwurm

Der Haselwurm, eine weiße, halb menschliche Schlangengöttin mit einer goldenen Krone, die wie ein Kind weinen konnte, haust im Wurzelwerk unter einem Haselstrauch, an dem eine Mistel schmarotzt. Das Fleisch des Haselwurms soll Macht über Geister und Schätze verleihen, nach manchen Quellen auch unsterblich und unwiderstehlich machen; Paracelsus behauptete, er habe auf diese Weise sein Wissen über Heilkräuter erworben.

Der Haselwurm, eine weiße, halb menschliche Schlangengöttin mit einer goldenen Krone, die wie ein Kind weinen konnte, hauste im Wurzelwerk unter einem Haselstrauch, an dem eine Mistel schmarotzte. Das Fleisch des Haselwurms soll Macht über Geister und Schätze verleihen, nach manchen Quellen auch unsterblich und unwiderstehlich machen; Paracelsus behauptete, er habe auf diese Weise sein Wissen über Heilkräuter erworben. Eine Salzburger Sage zeigt Paracelsus (Theophrastus Bombastus von Hohenheim) sogar als Mörder.

Allerdings muss man die Beschwörungsformeln kennen und den Schlangenwurm, der im Mittelalter auch Paradeiswurm genannt wurde, weil man ihn mit der Schlange vom Baum der Erkenntnis gleichsetzte, dann bei Neumond mit Beifuß – auch eine Schamanenpflanze – bestreuen. Nach anderen Quellen müssen Haselstrauch und Wurm auch gebührend begrüßt werden.

Noch 1951 soll in der Nähe von Bozen/Südtirol ein Haselwurm unter einem Haselstrauch gesichtet worden sein; in Südtirol sind Erzählungen vom Haselwurm noch lebendig.

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Storl vermutet, die Schlange sei ein in langer und tiefer Meditation erscheinendes Bild „des archaischen Hirnstamms samt limbischem System (gekrönter Schlangenkopf)“ (Hexenmedizin, S. 14), da dort Instinkte und Ahnungen angesiedelt sind. Der Haselstrauch soll das Erwachen eines intuitiven Bewusstseinszustandes fördern.

Allerdings muss man die Beschwörungsformeln kennen und den Schlangenwurm, der im Mittelalter auch Paradeiswurm genannt wurde, weil man ihn mit der Schlange vom Baum der Erkenntnis gleichsetzte, dann bei Neumond mit Beifuß – auch eine Schamanenpflanze – bestreuen. Nach anderen Quellen müssen Haselstrauch und Wurm auch gebührend begrüßt werden.

Noch 1951 soll in der Nähe von Bozen/Südtirol ein Haselwurm unter einem Haselstrauch gesichtet worden sein; in Südtirol sind Erzählungen vom Haselwurm noch lebendig.

Storl vermutet, die Schlange sei ein in langer und tiefer Meditation erscheinendes Bild „des archaischen Hirnstamms samt limbischem System (gekrönter Schlangenkopf)“ (Hexenmedizin, S. 14), da dort Instinkte und Ahnungen angesiedelt sind. Der Haselstrauch soll das Erwachen eines intuitiven Bewusstseinszustandes fördern.

Yogis und Yoginis mögen hier vielleicht Parallelen zur Erweckung der Kundalini-Energie erkennen.

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Satyavati über den Haselnussbaum und das Silvaticum

Ich finde es sehr schön, wie dieser Baum mittig auf der Wiese steht. Wie sich seine Äste in alle Richtungen gleichmäßig verzweigen. Auch das Moos auf den Ästen hat einen besonderen Charme. Ich schaue mir diesen Baum gerne an. Als ich ihn zum ersten Mal sah, wusste ich gar nicht, dass es ein Haselnussbaum war. Es sah einfach sehr schön aus, wie dieser Baum dort „alleine“ stand, die Sonne von hinten schien. Dann ging ich näher und es fühlte sich schön an, in der Nähe dieses Baumes zu sein und einfach zu spüren.

 Ich wünsche mir für den Silvaticum Park, dass er noch lange so grün und gesund bleibt. Es wäre schön, wenn wir solche Naturplätze erhalten und so auch den Lebensraum unserer Mit-Erdbewohner schützen können.

Om Shanti,

ॐ शान्ति

Eure Satyavati


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