Die Antworten deines Körpers – Psychologische Yogatherapie Ausbildung

Hast du schon einmal ganz bewusst deinen Fuß wahrgenommen? Und jedes Gelenk deiner Zehen bewegt? Genau damit beginnt die Ausbildung Psychologische Yogatherapie. Alle Teilnehmer nehmen sich eine viertel Stunde Zeit und widmen sich ihren Füßen, wie sie es noch nie vorher getan haben. Dabei sind sie alle bereits Yogalehrer/-innen. Aber diese Intensität und Aufmerksamkeit für die Füße ist neu.

Auch was dabei passiert ist neu. Bei den meisten werden Emotionen, Erinnerungen oder auch Bilder ausgelöst. Dabei ist es von Zeh zu Zeh verschieden. Bei einem wird Freude frei und der Spaß an diesem Zeh will gar nicht aufhören. Bei der anderen wird Trauer frei, sie könnte sofort weinen und weiß erst einmal gar nicht warum.

Erkenne dich und lebe danach

Die Füße sind nur ein Beispiel für den gesamten Körper. Die psychologische Yogatherapie basiert unter anderem auf der Körpergestalttherapie. Diese geht davon aus, dass alles, was wir im Heranwachsen erleben und erfahren, sich in unserem Körper speichert. Insbesondere Emotionen und Erlebnisse, die unterdrückt und nicht verarbeitet wurden. So kann der Körper nicht vom Geist losgelöst betrachtet werden, sondern ist im Gegenteil ein wichtiger Zugang zur inneren Welt des Menschen. 

In der Therapie geht es darum, diese Speicherungen aufzuspüren und sie freizulassen. So wird nicht ein Teil weiter unterdrückt, sondern es kann ein bewusster Umgang damit gefunden werden. Damit wird der Mensch immer freier von den Dingen, die ihn im Leben bremsen oder zurückhalten. Mit dieser Freiheit kommt mehr Lebendigkeit in den Mensch und sein Leben. Lebendigkeit bedeutet, alles was da ist anzunehmen und zuzulassen, insbesondere die Emotionen. Und diese Lebendigkeit ist letztendlich Glück. Das Glück, das wir alle eigentlich suchen.

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Glücklich sein ist lebendig sein

Auf dem Weg der Selbsterkenntnis bis ins Glück möchten die Teilnehmer der Ausbildung zukünftig Menschen begleiten. Dafür gehen sie ihn erst einmal selbst. Die Selbsterfahrung ist wichtig auf dem Weg zum Therapeuten. Aus zwei Gründen:

  1. Um zu verstehen, wie sich die yogatherapeutische Arbeit anfühlt. Nur wer selbst erfahren hat, was während der inneren Arbeit vor sich geht, welche Barrieren auftreten können, welche Tricks der Geist hat, um doch nicht in den Schmerz zu gehen, kann jemanden bei dieser Arbeit begleiten.
  2. Um seine eigenen Themen nicht mit in die Therapie zu tragen. In der Yogatherapie ist der Therapeut selbst sein Instrument. Der Therapeut schaut welche Gefühle der Klient in ihm auslöst. Das kann ein wichtiger Hinweis darauf sein, ob der Klient zum Beispiel ehrlich mit sich ist oder wie er sich in Beziehungen verhält. Damit diese innere Wahrnehmung des Therapeuten aber nicht gefärbt ist von seiner eigenen inneren Welt, sollte der Therapeut seine eigenen Themen und Trigger kennen und damit umgehen können.

Die erste Bedingung zum Zuhören ist Mut

Die Ausbildung beginnt mit dem Baustein Grundlagen der Psychologischen Yogatherapie. Dabei geht es in erster Linie um die Selbsterfahrung. Und diese ist nicht nur auf die Erfahrung mit den eigenen Füßen und Zehen begrenzt, es gibt sie in jeder Form: Einzelübungen, Partnerübungen, Gruppenübungen, Yogastunden und Meditationen mit selbsterfahrenden Themen und Anleitungen.

Zudem gibt es nachmittags die Möglichkeit zu Einzelsitzungen, die vor der Gruppe gehalten werden. Die Selbsterfahrung jedes Teilnehmers ist das Herzstück der ersten Woche. Jeder ist eingeladen sich so weit er kann darauf einzulassen.

Neben der Selbsterfahrung werden die ersten theoretischen Grundlagen gelehrt. Insbesondere die innere Haltung des Therapeuten wird thematisiert. Wichtig ist eine offene Grundhaltung einzunehmen, der Therapeut sollte offen sein für alles, was der Klient mitbringt. Diese Haltung ist wichtiger als die Methode, die der Therapeut anwendet.

Studien haben bestätigt, dass der offene Raum, den der Therapeut mit seiner Präsenz und seiner Wertfreiheit kreiert effektiver auf den Therapieerfolg wirkt als die angewandte Therapiemethode. Weitere theoretische Grundlagen der ersten Woche drehen sich um:

  • Das Erstgespräch in der Therapie: Wie beginne ich eine Sitzung?
  • Mechanismen, die den Kontakt vermeiden: Welche Tricks wendet der Geist an, um Kontakt zu seinen Gefühlen und auch zu anderen Menschen zu umgehen?
  • Hausaufgaben: Wie kann der Klient im Alltag zwischen den Therapiesitzungen an seinem Thema arbeiten und üben?
  • Prozess- vs. Zielorientierung: Was ist das Ziel der Therapie – oder eben auch nicht?

Wer innehält, erhält innen halt

Der zweite Baustein ist die Spirituelle Lebensberatung. Dieser Teil der Ausbildung legt besonderen Fokus auf das yogische Leben in all seinen Aspekten. Man lernt Lebensthemen und Ereignisse spirituell einzuordnen und ebenso Praxis in das individuelle Leben zu integrieren.

Während der erste Baustein den Fokus stärker auf die gestalttherapeutische Arbeit legt, legt dieser Baustein den Fokus stärker auf die spirituelle Praxis. Das besondere an der psychologischen Yogatherapie ist, dass diese beides – das Yoga und die Gestalttherapie – miteinander integriert.

Baustein drei ist die Einzelberatung in der Psychologischen Yogatherapie.  In dieser Ausbildung geht es konkret um den Aufbau und die Durchführung von Einzelsitzungen. Der Mix aus Methoden der Gestalttherapie und des Yoga kommen hier in die therapeutische Anwendung.

Die Teilnehmer werden in dieser Woche abwechselnd Therapeut und selbst Klient sein. Als Klient arbeiten sie dabei weiter an ihren eigenen Themen. Als Therapeut geht es darum sich selbst in dieser Rolle zu erfahren und auch im Selbststudium herauszufinden, welche Themen in der Position als Therapeut auftauchen.

Der vierte Baustein heißt Yoga bei psychischen Problemen. Hier lernen die Teilnehmer psychische Krankheiten zu erkennen. Denn wenn ein Klient eine Psychose hat, dann sollte dieser auch zu einem Psychologischen Psychotherapeuten gehen.

Die Yogatherapie kann ich solchen Fällen aber begleitend hilfreich sein: Mit Yogastunden, die auf das psychische Problem ausgelegt sind. Diese können den Klienten wieder Zugang zu ihrer inneren Kraft geben und ist somit hilfreich als Begleitung  zur Psychotherapie.

Im fünften Baustein Selbstreflexion mit Hatha Yoga lernen die Teilnehmer das Hatha Yoga noch einmal ganz neu kennen. Dabei geht es nicht darum, zum Beispiel den Fisch zu üben, sondern zum Fisch zu werden. Die Fragen sind dann: Was für ein Fisch bist du? Was siehst du? Wo schwimmst du lang? Welche anderen Fische triffst du? Mit dieser Technik wird das Unterbewusstsein angezapft.

Um die entstehenden Bilder und Erkenntnisse nicht zu verlieren, gibt es während der Yogastunde immer wieder Zeit, diese aufzuschreiben. Eine Technik, die dem Menschen einen Zugang zu seiner inneren Welt gibt. Am Ende einer solchen Yogastunde gibt es jedes Mal eine Sharing Runde, in der die Teilnehmer das Erlebte erzählen können. Sie können Feedback dazu bekommen und auch von den Erlebnissen anderer lernen.

Wenn jeder an sich selbst denkt, ist an alle gedacht

Am Ende der ersten Woche Grundlagen der Psychologischen Yogatherapie ist viel passiert. Lauter Emotionen wurden freigelassen: Wut, Trauer, Hilflosigkeit, Ärger, Ekel –und noch viel mehr. Manchmal auch alles zusammen und manchmal auch mehrmals hintereinander.

So haben die Teilnehmer am Ende der ersten Woche nicht nur ihre Füße, sondern ihren ganzen Körper nach festsitzenden Emotionen untersucht und einige davon befreit. Ausnahmslos alle nehmen sich vor, weiter auf diese Weise an sich zu arbeiten und freuen sich auf den zweiten Baustein.

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