Die verschiedenen Arten von Vertrauen

Vertrauen ist ein Wort, das sehr wichtig ist, jedoch sehr viele verschiedene Bedeutungen hat. Wir können in Gott vertrauen, dem Schicksal vertrauen, anderen Menschen vertrauen, uns selbst vertrauen, … Es gibt viele Arten des Vertrauens und viele Wege, es zu kultivieren.

In diesem Beitrag wollen wir die verschiedenen Arten des Vertrauens behandeln und schauen, wie wir sie in unser Leben integrieren können.

Vertrauen in Gott

Eine besonders wichtige Form des Vertrauens ist das Gottvertrauen. Gottvertrauen zeichnet sich durch die Überzeugung aus, dass hinter allem eine tiefere göttliche Kraft steckt.

Diese Art von Vertrauen bedeutet, dass wir aus allem, was uns passiert, etwas lernen können – auch ohne es zu verstehen. Es bedeutet, dass wir in eine höhere Wirklichkeit Vertrauen, ob wir diese nun Gott nennen oder einen anderen Ausdruck für sie haben.

Dem Schicksal vertrauen

Das Vertrauen ins Schicksal ist eine Art des Vertrauens, die eng mit dem Gottvertrauen zusammenhängt. Schicksalsvertrauen heißt, dass wir darin vertrauen, dass alles, was geschieht, etwas ist, woran wir wachsen können.

Dinge gehen schief, zweifelsohne. Was wir aufgebaut haben wird irgendwann kaputtgehen, unsere körperliche Gesundheit kann schwinden, Unfälle können passieren und Menschen können uns betrügen.

Durch Schicksalsvertrauen sind wir davon überzeugt, dass all diese Schwierigkeiten einen Sinn ergeben und wir von ihnen lernen können. Es ist sehr hilfreich, so ein starkes Vertrauen zu haben.

Es ist ein dynamisches Vertrauen, ein Vertrauen, dass Dinge nicht so ausgehen müssen, wie wir es gerne hätten, sondern dass sie so ausgehen, wie es für unsere persönliche und spirituelle Entwicklung am besten ist.

Vertrauen in andere Menschen

Um mit Menschen tagtäglich überhaupt umgehen zu können, brauchen wir ein gewisses Vertrauen in sie. Zum Beispiel brauchen wir Vertrauen in unseren Partner, unseren Chef, Kollegen und Kunden. Ohne Vertrauen funktioniert nichts.

Vertrauen in andere Menschen ist eine sehr praktische Art des Vertrauens. Wenn wir dieses Vertrauen in andere Menschen üben, wird jedoch nicht jeder diesem äußeren Vertrauen gerecht werden. Diese Art von Vertrauen wird öfters enttäuscht.

Trotzdem können wir davon ausgehen, dass in 95% der Fälle die Menschen unserem Vertrauen in sie gerecht werden. Jedoch dürfen wir die 5% der Vertrauensmissbräuche nicht zu einem allgemeinen Misstrauen werden lassen.

Der Verbundenheit vertrauen

Doch wir möchten dieses Vertrauen in andere Menschen noch auf eine tiefere Ebene holen. Denn Vertrauen in andere Menschen besteht auch in dem Vertrauen, dass wir tief im Inneren mit allen anderen Menschen verbunden sind.

Im Yoga sagen wir, dass wir alle Eins sind. Die Tiefe unserer Seele ist dieselbe wie die Seele der anderen. Wir sind alle eins mit der Weltenseele und nicht so unterschiedlich, wie wir immer denken.

Und selbst wenn ein Anderer komische Dinge tut, können wir darauf vertrauen, dass wir tief im Inneren miteinander verbunden sind. Letztlich ist alles Lilā, ein kosmisches Spiel.

Wir können auch darauf vertrauen, dass der andere es irgendwie gut meint. Der andere mag irregeführt sein, mag aus Verletzlichkeit oder Gekränktheit handeln, mag auf die schiefe Bahn gekommen sein; doch wir haben trotzdem ein tiefes Vertrauen darin, dass der Mensch tief im Inneren gut ist.

Vertrauen in das Selbst

Die letzte Art des Vertrauens ist das Vertrauen zu uns selbst – Selbstvertrauen. Es ist das Vertrauen darin, dass was auch immer äußerlich geschieht, wir das unsterbliche Selbst sind.

Unser Körper mag krank werden, die Psyche mag durch Krisen gehen, doch wir sind reines Bewusstsein, wir selbst sind die unsterbliche Seele. Das ist die höchste Art von Selbstvertrauen.

Vielleicht haben wir diese Art des Selbstvertrauens, vielleicht auch nicht. Aber wir können einmal darüber nachdenken, wer wir eigentlich sind. Durch die Untersuchung der Frage „Wer bin ich?“, können wir zu der Erkenntnis kommen, dass wir das unsterbliche Selbst sind.

Selbstvertrauen heißt außerdem, Vertrauen in unsere eigenen Kräfte zu haben. Was auch immer für Aufgaben uns das Leben gerade schenkt, wir können Vertrauen darin haben, dass wir alle Kompetenzen haben, die wir dafür brauchen.

Burnout und Vertrauen

Man hat empirisch zeigen können, dass Menschen, die ins Burnout geraten, verschiedene Dinge gemeinsam haben. Wer eine Neigung zu Burnout hat, ist oft jemand, der ein hohes Verantwortungsgefühl, eine hohe Leistungsbereitschaft, einen hohen Anspruch und einen starken inneren Antreiber hat.

Was diese Menschen außerdem haben sind hohe Anforderungen. Sie werden sehr gefordert, meistens bis zum Limit.

Die dritte Gemeinsamkeit ist ein Erlebnis, was als Vertrauensbruch gedeutet werden kann. Wenn ein solcher Vertrauensbruch kommt, dann kann die mühsam zusammengehaltene Kombination aus hohem Anspruch und intensivem Engagement in die Überforderung kommen.

Du kannst ja mal überlegen, ob es auf dich vielleicht zutrifft oder auf Menschen, die dir nahe sind. Es kann hilfreich sein, herauszufinden, ob so ein Vertrauensbruch passiert ist und ob du das Erlebnis in ein tiefes Vertrauen umwandeln kannst.

Selbst wenn auf eine äußere Weise ein Mensch unser Vertrauen missbraucht hat, können wir trotzdem mit ihm in der Tiefe verbunden sein. Wir können trotzdem sehen, dass in der Erfahrung eine Lernaufgabe gesteckt hat und dass das Schicksal und Gott gewirkt haben.

Om Shanti Shanti Shanti

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