Hatha-Yoga (22): Zwischenentspannung

Anspannen, strecken, halten, konzentrieren, allen Mut zusammennehmen, springen und wieder loslassen… Hatha Yoga kann ganz schön anstrengend sein.  Puh. Wofür das alles? Sollte die Frage mal wieder irgendwo am Horizont aufblitzen: hinfühlen, nachspüren, immer wieder  entspannen. Zwischenentspannungen wirken vielleicht manchmal nebensächlich. Aber wie sagen die Yoga-Meister: Die Energie ist da, wo du sie fühlst. Und so stark, wie du bereit bist, sie zu fühlen.

Was fühle ich also in diesem Moment, während ich nach dem Bogen in der Stellung des Kindes entspanne? Welche Energie fließt in meinem Körper? Was meldet mein Herz, während ich mich so tief in mein Selbst zurückziehe? Über solche Fragen könnte man viel schreiben. (Um nicht zu sagen, dass ganze Buchläden davon leben.) Erleben, wirklich erfahren können wir das nur selbst. Wenn wir uns die Zeit dafür nehmen. Wenn wir unserem inneren Kritiker, der so gerne über Effektivität und Pflichten redet, freundlich zulächeln und ihn dann ohne uns weiter reden lassen – bis er endlich zur Ruhe kommt.

Die Energie ist da, wo das Bewusstsein ist. Darum sind die Zwischenentspannungen im Yoga so wichtig. Darum ist es so wichtig, der Energie auch bewusst nachzuspüren. Hier ist sie. Jetzt. In diesem Augenblick. Sie ist meine ur-eigene Lebenskraft. Und sie wird stärker und heller mit jedem Atemzug, den ich bewusst spüre.  Sie breitet sich im ganzen Körper aus, wächst darüber hinaus, strahlt in alle Richtungen aus bis sie mich ganz umhüllt. Was für ein kostbarer Augenblick! Plötzlich nehme ich wirklich wahr, dass ich mehr bin als mein Körper. Und dass ich mehr weiß, als mein Kopf. Mit ein bisschen Glück schaffe ich es, diesen Augenblick in aller Ruhe zu genießen – ohne dass der hartnäckige kleine Kritiker im Kopf schon wieder über die nächste Aufgabe oder das Abendessen schwadroniert.

Dietlind Arndt lebt und arbeitet bei Yoga Vidya in Bad Meinberg

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