Jaya Ganesha und der spirituelle Weg – Teil 2

Am Anfang steht immer die Anrufung Ganeshas. Ganesha finden wir in der yogischen Tradition auch auf jedem Altar, zumindest bei jedem Ritual mit Göttersymbolen. Ganesha ist der Elefantenköpfige Gott. Er steht für die Beseitigung alle Hindernisse. Da es immer irgendwelche Hindernisse gibt, denn das größte Hindernis auf unserem Weg sind wir ja selbst bzw. unser Geist oder Gemüt, brauchen wir also bei jeder Unternehmung, bei jedem neuen Schritt das Vertrauen in Gott.

Wenn wir auf die Welt kommen, sind wir unfähig, diesen Körper aus eigener Kraft zu erhalten. Babys haben natürlicherweise ein vollkommenes Vertrauen, ein Urvertrauen zu ihrer Mutter. Bedenkenlos und unvoreingenommen stürzen sie sich offenen Herzens in immer wieder neue Unternehmungen wie Greifen, Krabbeln, Laufen. Im Laufe der Zeit kann das Urvertrauen durch Erfahrungen in Familie, Erziehung, Konditionierung, Gesellschaft, Kultur usw. getrübt werden. Dann brauchen wir die Erinnerung und wenden uns also zuerst an Ganesha.

Dabei kann man sich auch einen Elefanten vorstellen, der einen Weg im Dschungel bereitet, alle Hindernisse mit Leichtigkeit beseitigt. Der Dschungel ist unser Geist, unser Gemüt mit all seiner Konditionierung, seinen bewussten und unbewussten Eindrücken. Ganesha ist die in uns innewohnende Kraft, die Bedenken, Ängste zu beseitigen und voller Vertrauen zu sein.

Oft kommen Menschen durch sogenannte Schicksalsschläge zur Entdeckung ihrer Spiritualität. Vertrautes wurde vielleicht genommen, die Sehnsucht nach Vertrauten ist aber da. Zunächst kommt Trost, Zuflucht in etwas Neues und dann Vertrauen. Vertrauen, das nicht an äußere Vergänglichkeiten gebunden ist.

Vortrag von Katyayani Ulbricht

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