Meditation – dein Freund und Helfer

Deutschlandweit gibt es nach einer Erhebung des Berufsverbands der Yogalehrenden (BDY) 11,3 Millionen Menschen, die schon mal Yoga geübt haben oder ab und zu oder regelmäßig Yoga üben. Wusstest du, dass es noch erheblich mehr Menschen gibt, die regelmäßig oder gelegentlich meditieren?

Meditation übt gerade in der heutigen Zeit auf viele Menschen eine große Faszination aus: Menschen sehnen sich intuitiv nach Ruhe, nach innerer Gelassenheit, letztlich bewusst oder unbewusst nach dem tieferen Kern, der tieferen Essenz. Wenn du schon viele Jahre meditierst, weißt du inzwischen: Sich einfach hinzusetzen und der Geist ist still und alles ist Frieden und Freude – das funktioniert nicht ganz so. Aber du hast auch Momente – kurze oder längere – oder auch längere Phasen in deinem Leben erfahren, wo du diese innere Ruhe, diesen tiefen inneren Friedens, dieses innere Glücksgefühl, die deine wahre Natur sind, ohne äußeren Anlass erfahren hast.

Lasse dich nicht entmutigen – Tipps für eine erfolgreiche Meditation

Wer neu mit Meditation beginnt, lässt sich leicht von den Anfangsschwierigkeiten abschrecken:

  • Sitzen geht nicht so einfach, der Körper macht sich bemerkbar

Tipp: Yoga üben! Hüftflexibilität trainieren. Rückenmuskeln stärken. Auf einen Stuhl setzen – kein falscher Ehrgeiz.

  • Plötzlich scheinen noch mehr Gedanken als sonst da zu sein. Du wälzt Probleme, du verarbeitest die Vergangenheit, du planst den nächsten Tag oder die Zukunft, während du da sitzt und versuchst zu meditieren und den Geist zur Ruhe zu bringen. Das ist völlig normal. Du agierst zum ersten Mal bewusst nicht im außen. Dadurch wird dir erst mal überhaupt bewusst, was ununterbrochen in deinem Geist vor sich geht.

Tipp: Einfach weitermachen. Jeden Tag ein paar Minuten hinsetzen. Die Gedanken immer wieder zurück bringen zu (d)einer Meditationstechnik – und wenn der Geist nur eine Sekunde dort bleibt und dann wieder herumspringt – lenke ihn geduldig immer wieder zurück zu deiner Konzentrationstechnik – sei es der Atem, ein Mantra, reine Beobachtung/Achtsamkeit, Visualisierung oder eine andere Technik. Beobachte einfach, ärgere dich nicht darüber.

Im Laufe der Zeit werden neue Spuren/Eindrücke im Geist geschaffen und es wird dir leichter fallen.

Und, ein großer Trost: Unabhängig davon, ob du subjektiv das Gefühl hast, „meditieren“ zu können oder „Fortschritte in der Meditation“ zu machen: Allein regelmäßig jeden Tag ein paar Minuten oder auch etwas länger ruhig zu sitzen, den Geist auf eine Sache zu fokussieren hat eine beruhigende, erholsame Wirkung. Und wenn du eine Weile regelmäßig dabei bleibst, wirst du diese Wirkung spüren.

Meditations- und Konzentrationstechniken

Es gibt sehr viele Konzentrations-/Meditationstechniken aus unterschiedlichen spirituellen Traditionen: Es gibt die christliche Kontemplation, buddhistische Achtsamkeitstechniken, Vipassana-, Metta-, Zen-Meditationen und allein schon im Yoga gibt es eine unüberschaubare Fülle von Techniken:

  • Raja Yoga Meditationen, Mantra-Meditation, MaitriBhava– Meditation der liebenden Güte, Samprajnata Asamprajnata Meditation, Samyama, uvm.
  • Jnana Yoga Meditationen – abstrakte Techniken wie Sakshi Bhav (entspricht in etwa der Vipassana-Technik), Mahavakyas („großartigen Aussagen“), Nadi Harmonisierung, Laya Chintana, u.v.m.
  • Bhakti Yoga Techniken – Konzentration auf einen göttlichen Aspekt als Repräsentation der einen umfassenden höheren Wirklichkeit mit Visualisierung, Mantra usw.
  • Kundalini Yoga Techniken – Energiemeditation, Ujjayi-Technik, Chakra-und Klang Meditationen, um nur einige zu nennen.

Eine Grundtechnik finden und beibehalten

Es gibt so viele Techniken, denn nicht jedem liegt jede Technik. So ist es gut, verschiedene Techniken auszuprobieren, bis du eine gefunden hast, die dir besonders liegt und wo du merkst, dass sie dich am ehesten zur Konzentration und Ruhe führen kann.

Wenn du einmal deine Technik gefunden hast, bleibe dabei als Grundtechnik – wechsle dann nicht ständig, so dass sich im Geist wirklich ein neues Verhalten festigen kann. Wenn du schon längere Zeit meditierst, merkst du vielleicht, dass der Geist doch ab und zu eine Abwechslung braucht. Dann kannst du ab und zu mal eine andere Technik ausprobieren – zum Beispiel die ersten Minuten während deiner täglichen Meditation und dann zu deiner Grundtechnik übergehen. Oder wenn du eine Tagesroutine hast, wo du vielleicht morgens deine Hauptmeditation hast und abends noch ein paar Minuten dich hinsetzt zum Abschluss des Tages, dann kannst du dort eine andere Technik ausprobieren.

Und natürlich als Yogalehrer/in oder wenn du Meditationskurse leitest, ist es gut, wenn du viele verschiedene Techniken kennst und so besonders gut auf deine Teilnehmer/innen eingehen kannst und sie auch beraten kannst.

Dharana, Dhyana und Samadhi

Bei alledem sei dir immer bewusst: Die Technik ist nur ein Mittel, sie ist nicht Hauptzweck. Du verwendest sie als Hilfsmittel, um den Geist zu konzentrieren (Dharana). Wenn der Geist dann wirklich absorbiert ist (Dhyana) – also der Geist ist hellwach und klar, aber es sind keine konkreten Gedanken da, dann zwingst du dich natürlich nicht, weiter an deine Konzentrationstechnik zu denken. Sondern du bleibst in diesem Flow, dieser Absorption (Dhyana) – wo vielleicht noch eine innere Vision da ist, vielleicht eine Intuition, eine Erkenntnis, aber kein bewusstes angestrengtes Denken. Und wenn das noch tiefer wird, fällst du in Samadhi, den überbewussten Zustand. Und wenn du die Dhyana und Samadhi Stufe dauerhaft jederzeit herbeiführen kannst und auch im Alltag in diesem Einheitsbewusstsein bleibst, dann bist du selbstverwirklicht. – Und Meditation ist ein Mittel dorthin. Dann wird „Meditation“ zu einem selbstverständlichen Grundzustand, auch, während du im Alltag handelst.

Seminare und Ausbildungen mit Thema Meditation im Überblick →– 

Swami Nirgunananda
ist Yoga Vidya Acharya. Sie leitet das Yoga Vidya „Shivalaya“-Retreatzentrum. Durch intensive eigene Praxis strahlt sie eine starke spirituelle Kraft aus. So kannst du in der Meditation besonders tief gehen. In Seminaren, Aus- und Weiterbildungen vermittelt sie ganzheitliche Spiritualität und Wissen lebendig, klar und alltagsbezogen.

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