Yoga im Sommer: Das Kamel

Noch ein Wesen der Sonne, wenn auch nicht aus unseren Breitengraden: Das Kamel. Chakrasana gehört im Hatha Yoga zu den Rückbeugen. Eine Asana, die den Brustkorb dehnt, das Herz öffnet, Schwung in den Körper bringt und die Lebensgeister weckt. Außerdem fördert das Kamel zwei wichtige Eigenschaften: Durchhaltevermögen und Vertrauen. Wer den Körper so schutzlos nach vorne biegen kann, während der Blick nach oben oder gar hinten geht, der oder die muss schon eine gute Portion Vertrauen ins Leben mitbringen. Oder er/sie kann sie hier wunderbar üben.

Durchhaltevermögen braucht das Kamel in der Wüste bei soviel Hitze und Last auf dem Rücken auch. Und viel Vertrauen, um in aller Seelenruhe auf eigenen Füßen mitten durch die Wüste zu wandern, weit Weg von jeder Wasser spendenden Oase. Wie macht dieses Wundertier das bloß? Natürlich: es verlässt sich auf seine gute Führung und auf die eigenen Energie Ressourcen. Voll Demut, Kraft und Ausdauer kann so ein Kamel mühelos seine – und viele andere – Lasten durch die Wüste tragen, das Überleben der Karawane sichern und noch dazu immer wieder neue Verbindungen zwischen den Oasen des Lebens schaffen.

Wenn wundert’s, dass Kamele in Afrika so geachtet werden. Ganz im Gegensatz zu hier. Da ärgert sich ja schon mal der eine oder die andere, dass er oder sie sich mal wieder – dämlich wie ein Kamel –  die Lasten anderer hat aufbürden lassen. Da muss man dann schon etwas genauer hinsehen, um festzustellen, ob das wirklich Dummheit war, oder einfach unserer verschrobenen westlichen Weltanschauung widerspricht. Nein, wir sind keine Kamele. Aber Werte wie Ruhe und Durchhaltevermögen, Demut, Offenheit, Großzügigkeit und gegenseitige Hilfsbereitschaft können uns womöglich trotzdem ein gutes Stück auf unserem Weg voranbringen.

Fragt sich nur, woher wir all die Kraft dafür nehmen sollen. Und wie es um unser persönliches Energie-Reservoir bestellt ist. Das will schließlich auch ab und an gefüllt werden. Und dazu braucht es dringend ein paar Oasen auf dem Weg. Und wo finden wir die? Na klar, im Yoga: in den Asanas, in der Meditation und im Pranayama. In sattvischer Ernährung, der Bewegung an der frischen Luft, im positiven Denken und all den anderen Aspekten, den sonst noch so zur klassischen Yoga Lehre gehören.

Denn das haben wir dem treuen Kamel eben doch voraus: Wir können genauso viel Demut zeigen, ohne uns dabei allzu sehr dem Schicksal zu ergeben. Wir können im richtigen Moment die Initiative übernehmen und mit der Seelenruhe des Kamels und der klugen Überlegung des Karawanenführers unser Ziel selbst wählen. Yoga ist da auf jeden Fall schon einmal eine gute Grundlage und die richtige Richtung.

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Dietlind Arndt lebt und schreibt seit Januar 2010 bei Yoga Vidya in Bad Meinberg.

1 Kommentar zu “Yoga im Sommer: Das Kamel

  1. Wie geil ist das denn..!

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