Yoga im Winter: Der Stern

Wo wir schon bei Advent und Weihnachten sind, darf eine Yoga Übung natürlich nicht unerwähnt bleiben: Der Stern. Lange genug wusste ich ja gar nicht, dass es eine Asana dieses Namens überhaupt gibt. Als ich sie dann fand, dachte ich erst mal: „Na ja. Vielleicht ist der Stern auch ja viel zu einfach für echte Yogis. Die Beine im Stehen leicht gespreizt auseinander, Füße parallel, beide Arme leicht nach oben ausgestreckt, tief atmen und halten. Das erfordert keine große Körperkunst – könnte man denken. Steht man dann allerdings erst mal fünf Minuten…

Gut. Ein paar Armmuskeln braucht es dann doch. Aber Armtraining ist längst noch nicht alles, was diese Asana kann. Damit würde sie ihrem Namen wohl nicht gerecht. Der Stern, stärkt auch den Rücken, dehnt die oft verkürzten Schultermuskeln und hilft bei Ischiasbeschwerden. Und: Er fördert geistige Stärke und das innere Gleichgewicht. Besonders interessant wird es in Sachen Energie. Wenn man den Stern nämlich länger hält, heißt es, öffnet er die zwei gegenüberliegenden Chakras im Energiekörper: Wurzel- und Scheitelchakra. Und dann können Kundalini– und Lebenskraft fließen und wir neue Energie aufnehmen und weitergeben.

Spätestens hier ahnt man schon die Doppelbedeutung dieser Asana – wenn man weiß, dass der Winter die Jahreszeit der Einkehr ist und zugleich die Zeit, in der sich die entferntesten Punkte in der Mitte treffen. Wie zum Beispiel Sahasrara- und Muladhara Chakra. Der Dezember – ein Monat der magischen Verbindung. Kopf und Schoß, Stern und Erde, Herz und Verstand, Dunkel und Licht: Dass sich so gegensätzliche Pole irgendwo begegnen können, scheint auf den ersten Blick ziemlich unwahrscheinlich. Und dann kommt diese unwahrscheinliche Geschichte von Christus daher und die verblüffende Lehre vom Yoga.

Und was erzählen die? Gerade dann, wenn die Sonne im Außen verschwindet, blinkt von irgendwo tief innen ein ganz anderes Licht auf. Ein Stern (der ja in Wahrheit auch eine Sonne ist, nur eben von ganz weit her), ein selbständig brennendes Licht tief in unserem Wesen. Der Stern ist ein Wegweiser, ein Hoffnungsschimmer und ein Zeichen der Zuversicht. Ganz besonders dann, wenn er tief in uns selbst aufleuchtet. Mit jedem Augenblick der Aufmerksamkeit, den wir ihm widmen, wird das Licht in uns heller. Und wir selbst werden unabhängiger vom blendenden, aber unzuverlässigen Licht der Sonne da draußen.

Sieh an, da wird diese Asana doch noch zu einer machtvollen Yoga Technik. Wenn man die Botschaft ernst nimmt. Bleibe bei dir, breite deine Arme aus und nimm den Fluss deiner eigenen Energie wahr – und das ewig scheinende Licht tief in dir. Wenn du an alte Mythen und wunderbare Prophezeiungen glaubst, dann kannst du auch mal die Stern Yoga Übung testen, wie er in den „verlorenen Lehren von Avalon“ beschrieben wird. Dort heißt es nämlich, diese Asana gehöre zu den mächtigsten aller Asanas. Stell dich barfuss und stabil mit gespreizten Beinen auf deine Matte, streck die Arme zur Seite aus, drehe die linke Handfläche nach unten und die rechte nach oben. Und dann werde weit und atme tief und intensiv. Konzentrier dich auf den Energiefluss in deinem Körper, zugleich von oben nach unten, im Solarplexus und durch die Arme von links nach recht. Vielleicht kannst du ja spüren, wie die Kraft des Pranas in dich ein- und wieder ausströmt. Vielleicht leuchtet nach einer Weile ein kraftvoller Stern in dir auf. Und vielleicht kannst du die fließende Lebensenergie sogar bewusst an andere Menschen weiterleiten. Spätestens dann wird der Stern zu einer echten Weihnachts-Asana. Und Yoga im Dezember ist ein weiteres wundersames Geschenk.

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Dieser Beitrag wurde geschrieben von Dieta.


1 Kommentar zu “Yoga im Winter: Der Stern

  1. Toller Beitrag Dieta und zeitlos, vielen Dank,kannst Du evtl noch auf die Variante im Kniestand eingehen?

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