Yoga Wiki über Planking

Planking? Auch noch nie gehört?
Seit Medienagenturen sich auf virales Marketing spezialisiert haben, schaltet man beim surfen gerne auf Durchzug. Planking war aber ein lustiges und wirkliches Massenphänomen im Internet, das sich durch zwei Jugendliche aus England von ganz alleine seinen Weg durch das Netz bahnte. In Neuseeland und Australien war Planking DER Hype.

Aber was ist denn nun dieses Planking? Gibt man bei Google “Planking” ein, erscheinen Bilder, auf denen Menschen in der Brett-Position ganz anstrengungslos auf unterschiedlichsten Untergründen verharren – der Körper durchgestreckt, Kopf nach unten, Fersen weg vom Körper und mit regungsloser Miene. Klingt wenig spektakulär, kennt man doch aus Yoga oder Pilates. Planking in ein Meter Höhe schwebend auf einem Flur zwischen den Seitenwänden eingespannt? Hammer! Planking auf Rollbändern, wie man sie von Flughäfen kennt. Toiletten werden von Leuten gleichzeitig beplankt. Immer waghalsiger und riskanter: Planking zwischen zwei Felsspitzen. Der Kreativität scheint keine Grenze gesetzt zu sein.

1997 sitzen der 13jährige Gary Clarkson und der 15jährige Christian Langdon in einem kleinen Örtchen in England, langweilen sich und legen sich zum Spaß als Brett in die Wiese. Von Tag zu Tag steigern sie sich und werden kräftiger. Neue Objekte werden beplankt: Zäune, Dächer und Autos. Das bleibt nicht unbemerkt und weitere Freunde kommen dazu. Erst 2007 eröffnen sie für Planking eine neue Facebook-Gruppe “The Laying Down Game”, genau wie damals, als das Ganze aus Jux entstand. Sie konnten nicht ahnen, dass innerhalb von zwei Jahren 64.000 Mitglieder bei Planking mitmachen würden. Der Höchststand wurde im Mai 2011 mit 107.500 Follower erreicht.

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Planking auf Rollband Copyright

 

Planking als kreativer Prozess
Der NRL Rugby Spieler David Williams plankte nach einem Spielzug. Durch seine Erklärung in einem populären Radiosender, geriet Planking zum australischen Massenhype. Moderatoren plankten live vor der Kamera. Planking erreichte den australischen Premier, als sein Sohn auf der Rückenlehne eines Sofas in der Residenz plankte.

Weltweites Medieninteresse an Planking kam durch die Nachricht auf, dass ein betrunkener 20jähriger beim Versuch eines riskanten Plankings vom Balkon sieben Stockwerke tief fiel und starb.

Tatsächlich gibt es Vorläufer von Planking. Im allerersten Kinofilm Batman hing der Hauptdarsteller Michael Keaton in einer Szene zum Regenerieren kopfüber von einer Stange wie eine Fledermaus runter. Menschen ahmten dies nach und Batmaning war geboren. Weitere Variationen sind Playing Dead, Hadoukening, Milking, Vadering und Horsemaning. Der aktuellste Trend ist Owling. Dabei sitzen Menschen wie eine Eule auf allem möglichen Dingen und vor jedem halbwegs interessanten Hintergrund.

Planking als sinnvolle Übung
Planking kann zur Höchstleistung wie bei dem Chinesen Weidong werden. Sein Rekord im Planking liegt bei knapp 4,5 Stunden. Hatha Yoga hat Planking als wichtigen Teil fast aller Übungsreihen im Programm: Planke (Schiefe Ebene/Brett), Chatturanga Dandasana (Liegestütz), Purvottanasana (umgedrehtes Brett/Tisch), Vrikshasana (Baum) und Viravadrasana (Standwaage). Weitere Variationen sind seitliches Planking, besonders beliebt aus dem Sonnengruß heraus. Wer sich mehr fordern möchte: einfach die Beine höher positionieren als den Rest des Körpers. Du kannst zum Beispiel die Füße auf einen Stuhl stellen, die Arme auf den Boden.

Das Brett oder Planking als Begriff ist deshalb gut gewählt, da die Vorstellungskraft, den Körper im Idealfall exakt gerade hält und durch die Anspannung  entsprechende Muskeln der Körpermitte gestärkt werden.

Durch einseitige Tätigkeiten verkümmert die Rumpfmuskulatur. Das bewirkt nach einer gewissen Zeit Rückenschmerzen und äußert sich unterschiedlich im Körper. Nur eine gestärkte Muskulatur hilft, Stöße aufzufangen, das wiederum die Gelenkbelastung um bis zu 50 % reduzieren kann. Deshalb bezeichnet man diesen Bereich im Pilates als “Powerhouse“.

Zudem stellen der Beckenboden und die untere Rumpfmuskulatur die Basis für die Aufrichtung der Wirbelsäule. Unter den Gesichtspunkten Energiefluss, Kundalini, gute Atmung und Schmerzfreiheit, kann man sich ganz leicht vorstellen, wie sinnvoll Planking ist. Happy Planking! cb

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