Ayurveda vegan: Eine Erkenntnis für eine bessere Welt

Das Leben ist ein Prozess, der fließt, wie ein Fluss und dieser sollte ohne Unterbrechungen dahinfließen können – klares, fließendes Wasser. Niemand weiß mit Bestimmtheit, wann dieser Lebensfluss seinen Anfang genommen hat.

Die Anfänge des Ayurveda, der Wissenschaft vom Leben, werden allerdings von vielen Wissenschaftlern vor etwa 5000 Jahren angesiedelt.

Jetzt, im 21. Jahrhundert, befinden wir uns in einer Zeit der neuen Entdeckungen, wissenschaftlichen Erkenntnisse, Erfindungen und gleichzeitig einer Zeit verstärkter Naturkatastrophen, wie Tsunamis, Fluten und Klimaveränderungen.

Herausforderungen durch Krebs, Herz- Kreislauferkrankungen, Diabetes, SARS, Vogelgrippe, Corona, etc. beeinflussen die Gesundheit der Menschen weltweit.

Warum? Gibt es eine Lösung?

Ja, ich glaube, dass es eine Lösung gibt.

Ayurveda glaubt als grundlegendste Behandlungsform an Nidanpaivarjanam, was bedeutet, dass das Heilmittel durch die Erkenntnis der Wurzelursache gefunden wird. Und die Wurzel ist unsere selbstsüchtige Ausbeutung der natürlichen Ressourcen. Diese sind ein Geschenk der fünf Elemente.

Sich gegen die natürlichen Gesetze zu stellen, wird also letztlich die fünf Elemente destabilisieren. Doch wie können wir wieder Frieden mit ihnen schließen? Und was bedeutet das?

Die Philosophie des veganen Ayurveda basiert auf dem Prinzip des Lebens in Frieden und Harmonie mit allem Leben in allen Sphären, ob im Wasser, der Erde, der Luft, etc. Wir Menschen müssen lernen, mit den unterschiedlichen Spezies des Lebens auf den unterschiedlichen Ebenen des Seins in Harmonie zu kommen – das ist der einzige Weg Frieden mit ihnen zu schließen.

Charaka spricht über das Konzept von Hita Ayu und Ahita Ayu. Hierbei bedeutet Hita Ayu ein Leben, das gut für andere ist und Ahita Ayu ein Leben, das anderen Leid zufügt, was ein Grund für die Entstehung von Krankheit ist. Charaka betont die Wichtigkeit von Hita Ayu und den Wandel von Ahita Ayu zu Hita Ayu für das Wohl der Gesellschaft.

Ein weiteres wichtiges Konzept ist Prajnaparadha

Prajnaparadha bedeutet, dass wir gegen den Willen unserer inneren Weisheit handeln. Wir wissen durch unsere innere Stimme, dass eine Handlung nicht gut ist und tun es trotzdem. Ein solches Verhalten kreiert Knoten im Geist und in der Folge Krankheit.

Ein weiteres Konzept, wieder von Charaka, bezieht sich auf Sadvritta, die Wichtigkeit von Moral/Ethik in unserem Denken, Sprechen und Handeln und Ahimsa, Nicht-Verletzen.

Ich glaube, dass wenn alle Menschen die Wichtigkeit dieser Prinzipien verstehen und ihnen in ihrem persönlichen Leben folgen, diese Welt ein besserer Ort zum Leben werden wird und wir für die kommenden Generationen ein besseres Geschenk hinterlassen können.

ayurveda vegan

Autor: Dr. Devendra Prasad Mishra

Dr. Devendra Prasad Mishra ist Master in der ayurvedischen Medizin und legt seine Schwerpunkte im traditionellen Ayurveda und in der westlichen Medizin. Aufgewachsen im Himalaya ist er besonders dem spirituellen Ansatz und der Naturheilkunde zugeneigt. Dr. Devendra unterrichtet weltweilt Ayurveda, Marma Therapie, Panchakarma Kuren und Phytotherpie. Außerdem leitet er eine Ayurveda Praxis in Rishikesh, die Kewalya Nature Care Society und ist seit März 2020 auch Teil des Centers of Excellence Ayurveda vegan bei Yoga Vidya, wo er dauerhaft Konsultationen und veganes Pancha Karma anbietet. Davor war er in Deutschland und Frankreich als Arzt tätig.

3 Kommentare zu “Ayurveda vegan: Eine Erkenntnis für eine bessere Welt

  1. Helmut ( elmu das nichts ).

    elmu schreibt : sehr Gut ausgeführt. … Ich persönlich vom christlichem Standpunkt
    betrachtet sage : beachte nur streng das 5. Gebot , was ja lautet : Du sollst nicht töten,
    tue Gutes lass das Schlechte. ( Das ist das Urgebot.) OM, OM, OM und Haleluja !

  2. Volker Schad

    Lieber Dr. Devendra Prasad Mishra, herzlichen Dank für Ihren Beitrag. Wir machen als Menschen gerade sehr wichtige kollektive Erfahrungen. Wir erleben die schmerzhaften Konsequenzen unseres Irrwegs der Ausbeutung der Natur, die Anfälligkeit unseres global vernetzten „just-in-time“ Wirtschaftssystems und die Sackgasse der „Wenn jeder für sich selbst sorgt, ist für alle gesorgt!“-Denke. Ihre Gedanken und die vedischen Prinzipien können uns wichtige Orientierung geben für die Entwicklung des neuen Miteinanders, das wir jetzt dringend brauchen. 🙏Namaste

  3. Volker Schad

    Lieber Dr. Devendra Prasad Mishra, vielen Dank für Ihren Beitrag. Wir haben in den vedischen Weisheiten ein so wunder-volles Reservoir an ungenutzten Reserven für ein neues Miteinander. Die von Ihnen genannten Prinzipien können die Bausteine sein, aus der wir unsere „neue Welt danach“ bauen sollten. Viele Menschen machen derzeit wichtige Erfahrungen bezüglich unserer Menschlichkeit, Verbundenheit miteinander und mit der Natur. Dieses erhöhte Bewusstsein können wir nutzen zu einem Redesign unserer Gesellschaft und Wirtschaft hin zu mehr Nachhaltigkeit, Gegenseitigkeit und Menschlichkeit. Die Natur lädt uns ein, dass wir uns unserer wahren Natur als Menschen erinnern und eine neue Ordnung schaffen, die „artgerechtes“ Zusammenleben ermöglicht. Eine Wirtschaft und Gesellschaft in der der Einzelne Entscheidungen trifft, die für ihn selbst und die Gemeinschaft des Lebens am besten sind. Sie haben mich mit Ihrer Darstellung dieser Prinzipien sehr inspiriert. Möge das Leben mit warmen Winden in Ihre Segel blasen. Alles Gute für Sie, Ihre Familie und alle Menschen, die Sie lieben. Namaste🙏❤

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