Mantra

Om Bhur Bhuvah Swaha, Tat Savitur Varenyam
Bhargo Devasya Dhimahi, Dhiyo Yo Nah Prachodayat

ॐ भूर्भुव: स्व: तत्सवितुर्वरेण्यं । भर्गो देवस्य धीमहि, धीयो यो न: प्रचोदयात् ।।

Das Gayatri Mantra, es zählt sicherlich zu den bekanntesten unter den Mantren. Doch was sind Mantren überhaupt und heißt es nicht Mantras? Werden sie gesungen oder gechantet oder gar rezitieren?!

Eines scheint klar zu sein – es macht Spaß, sie gemeinsam mit andern Menschen herzhaft zu trällern. So singen wir hier im Yoga Vidya Westerwald sowie in den andern Yoga Vidya Häusern mehrmals am Tag ein oder mehrere Mantren gemeinsam. Denn das gemeinsame Singen hat zusätzlich etwas Verbindendes. Die Sanskritsilben zu verstehen, aus denen sie meistens bestehen, ist dabei wie ich meine, vorerst Nebensache. Auch wenn der Sanskritgelehrte missmutig die Nase dabei rümpfen würde, der Freude tut es keinen Abbruch in einprägsamer Melodie „jaya jaya shiva shamboo“ zu singen.

Doch zuerst ein wenig Aufklärung: Klassischer Weise ist ein Mantra eine Silbenfolge in Sanskrit. Mantren werden nicht erfunden und es werden auch keine neuen geschrieben, sondern sie wurden vor 2500 bis 3500 Jahren von Rishis, den Sehern empfangen. Es gibt einige nette Geschichten darüber wie einzelne Mantren ihren Weg zu uns fanden. Im Falle des Gayatri Mantras spielt zum Beispiel die wunscherfüllende Kuh eine Rolle. Die Mehrzahl von Mantra lautet auf Deutsch „Mantren“ und auf Englisch „Mantras“ und so singt man sie in deutschsprachigen Ländern, während man sie im englischsprachigen Raum chantet. Möchte man sie jedoch rezitieren, würde man die Melodie fast vollständig opfern und in einer gleichbleibenden, wenig melodiösen Form kontinuierlich wiederholen. So kann man ein Mantra also sowohl singen als auch chanten (was das gleiche ist) aber auch rezitieren. Rezitiert werden Mantren meist vor und nach und inmitten bestimmter Anlässen wie gemeinsamer Meditation, einer Puja (Verehrungsritual), einer Homa (Feuerritual), oder sonstigen Ritualen. Zuguterletzt werden Mantren jedoch meist auf Kirtan Art und Weise gesungen. Singen spiritueller Lieder im Wechselgesang. Das heißt einer singt eine Zeile oder Strophe vor und die andern singen sie aus vollem Herzen nach. Womit wir schon beim nächsten Aspekt des Mantrasingens sind, dem Herzen.

Wer singt, kann nicht gleichzeitig denken, wer nicht denkt kommt früher oder später raus aus dem Kopf und hinein ins Herz. So einfach ist das. Daher ist (Mantra) singen reinstes Bhakti Yoga – Yoga des Herzens und der Hingabe. Was wir dabei singen ist erst einmal nebensächlich. Oft ist es sogar gut, dass wir nicht wissen was wir singen, denn dadurch kann sich unser Verstand nicht mit dem Inhalt beschäftigen, ihn gut oder schlecht finden, oder sich in Abneigung oder Zuneigung verfangen.

Darüber hinaus hat jedes Mantra hat eine ganz bestimmte Schwingung und so werden mittlerweile Mantren auch gerne in Yogastunden eingesetzt um die Wirkungen der Asanas zu verstärken. Mantrayogastunden sind in letzter Zeit sehr beliebt geworden und es gibt bei Yoga Vidya auch eine meist sehr gut besuchte Weiterbildung zum Mantrayogalehrer.

Wer so richtig in herzöffnender Atmosphäre schwelgen möchte besucht am besten das sommerliche Mantracamp. Da gibt es von Frühmorgens bis Spätabends Mantren in jeder Schattierung. Angefangen von Konzerten mit Musikern wie Sundaram, the love keys, Janin Devi und den Gaiatrees über Mantrayogastunden und Harmoniumworkshops bis hin zu mystischen Sufigesängen und Kreistänzen. Unser Mantra Sommercamp findet dieses Jahr vom 05. – 10. Juli statt (siehe www.yoga-vidya.de/center/haus-westerwald/start.html)

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