Parinama

2019. Neues Jahr, neues Glück – so sagt man. Für viele ist es eine gute Zeit etwas Neues zu beginnen, etwas anders oder anderes zu machen. Vielleicht ist jetzt endlich der richtige Zeitpunkt gekommen, endlich etwas bestimmtes zu machen oder sich den ein oder anderen Wunsch zu erfüllen.

Vasanas sind die kleinen und großen Wünsche in unserem Leben – jeder hat sie. Viele unserer Ziele und Sehnsüchte werden durch Vasanas beinflusst. Sei es einen tollen Job zu haben, der einen erfüllt und sogar Spaß macht, eine superschöne gemütliche Altbauwohnung mit viel Licht und Holz in Stadtnähe aber auch nicht weit entfernt vom Meer, die Möglichkeit immer mal wieder zu reisen und natürlich eine eigene wunderbare Familie mit dem/der tollste/n Partner/in und Hund. Und alles soll so bleiben, wie es ist.

Aber dann kommt es doch nicht dazu oder anders als erwartet. Menschen, die wir mögen oder lieben verlassen uns, sind krank oder sterben. Du bekommst den Job doch nicht, dein/e Partner/in verliebt sich in jemand anderes und eine Altbauwohnung ist für dich alleine zu groß und teuer.

Parinama. Alles ändert sich ständig. Langsam oder schnell.

Ist das ein Grund traurig und frustriert, vielleicht wütend, zu sein? Erstmal schon. Veränderungen, sei es von einem selbst oder durch andere, können manchmal ganz schön gemein sein und weh tun. Etwas Neues und Unbekanntes kann in den ersten Augenblicken erstmal furchteinflößend sein und Angst machen.

Die einzige Konstante im Leben ist der Wandel – Heraklit

Den Wunsch, die Dinge kontrollieren zu wollen und die Angst vor negativen Überraschungen kennen die meisten. Wir können nicht wissen, ob wir mit den Gefühlen, die vor allem bei einschneidenden Veränderungen schnell entstehen können, umgehen können.

„Finde ich überhaupt jetzt noch einen sinnvollen Job, weil ich gekündigt wurde? Bin ich jetzt jahrzehntelang Single, weil mich mein/e Freund/in verlassen hat?“

Auf der einen Seite zeigt uns dies, dass wir die Zeit schön fanden und wir können dafür dankbar sein. Sich aber auf der anderen Seite auf eine Sache, einen Umstand oder eine Person zu fixieren, ist eines der größten Ursachen von Leid.

Was immer unbeständig ist unterliegt der Veränderung. Was immer der Veränderung unterliegt führt zum Leid. – Buddha

Glückliche Umwege

Oft können wir in unserem Leben nichts erzwingen oder sogar festhalten. Vielleicht meint es Gott oder das Universum aber auch gerade dann nur gut mit uns und schickt uns vielleicht, aus erster Sicht gesehen, auf einen Umweg, bei dem wir aber meistens viel lernen können und später den Sinn erkennen, dass alles gut ist, so wie es sich ereignet hat.

Nicht zu bekommen, was man will, ist manchmal der größte Glücksfall. – Dalai Lama

Manchmal kann etwas vielleicht sogar besser für uns sein als erwartet, und es steht noch etwas viel Großartigeres bevor. Dann hat Gott oder das Universum noch etwas anderes mit uns vor.

Der liebevolle Gott Shiva und die eher extreme Göttin Kali stehen in der indischen, hinduistischen Mythologie für Veränderung. Oftmals wird Shiva auch als Nataraja, dem König des Tanzes, symbolisiert. Shiva steht also vor allem für das Prinzip des Beendens, damit etwas Neues entstehen kann. Beim Tanzen zerstört er das Universum, um es dann sofort wieder neu zu kreieren bzw. zu erschaffen. Oftmals ist etwas Neues auch der Schlüssel zu mehr Zufriedenheit und Glück.

Manchmal kann es daher gut sein, das Leben fließen lassen und zu vertrauen, dass alles gut wird.

Wenn du etwas loslässt, bist du etwas glücklicher. Wenn du viel loslässt, bist du viel glücklicher. Wenn du ganz loslässt, bist du frei. – Ajahn Chah

Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne,
Der uns beschützt und der uns hilft zu leben. –Hermann Hesse

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