Vishnus wundervolle Leben

Lakshmi und Vishnu sind das Götterpaar des Erhaltens und wohl die bekannteste Darstellung zweier Götter. Fast jeder kennt den blauen Vishnu mit seiner schönen Frau Lakshmi. Sie stehen symbolisch für die Kraft des Gleichgewichts zwischen Zerstören und Erschaffen. In den Purunas, den Göttergeschichten des Hinduismus, führt Vishnu die Götter an.

Hier geht es zu Teil 1 und Teil 2 der Reihe zur indischen Mythologie.

Im Hinduismus leben viele der Götter und Göttinnen ab und zu unter uns Menschen. Wenn ein Gott auf der Erde inkarniert, spricht man von einem Avatar. Vishnu ist bekannt für besonders viele Avatare. Es gab schon so viele davon, dass man in Haupt- und Nebeninkarnationen unterscheidet. Die wichtigsten Leben von Vishnu auf der Erde beschränken sich bis jetzt auf 9 Mal. Aktuell „warten“ wir auf die 10. Inkarnation. Also gut für uns, wir haben noch nicht alles verpasst! Die Leben von Vishnu in seinen verschiedenen Inkarnationen wurde in 6 Puranas festgehalten, speziell in der Bhagavata Purana, der Chronik der Avatare Vishnus.

Purana ist eine wichtige Literaturgattung im Hinduismus, die zu den Smriti gehört. Sie beschreiben das Wirken von den persönlichen Göttern, also solchen mit Eigenschaften. Zu diesen Göttern zählen alle Aspekte Brahmas, Vishnus, Shivas und den weiblichen Pendants. Es gibt insgesamt 18 Hauptpuranas, 6 pro männlicher Gottheit. Derjenige, der die Geschichten über das Leben der Götter schreibt, wird Vyasa genannt. Auch er inkarniert in jeder Epoche neu, um ihre Handlungen festzuhalten. Geschrieben werden die Geschichten für das allgemeine Volk, weil jeder vom Leben der Götter abgucken können darf.

Jede Inkarnation Vishnus hat zum Ziel, die Welt von den großen Gefahren zu retten. Er soll als Gott der Erhaltung die richtige Ordnung im Universum aufrecht zu erhalten. Auf Sanskrit heißt die richtige Ordnung Dharma. Eine weitere Bedeutung ist „Ethik“. Also kommt Vishnu nicht nur, um uns alle wieder an den richtigen Platz zu setzen, sondern auch, um uns an das richtige Handeln zu erinnern. Wie passend, dass eine Inkarnation der Buddha ist. Wenn wir einen Blick auf die Avatare werfen und was sie so getan haben, dann sind einige Themen sehr präsent. Vishnu hat uns immer vor irgendetwas gerettet und den Menschen ein sehr tugendhaftes Leben vorgelebt.

Vishnu als Krishna und die indische Mythologie

Die Inkarnationen wirken wie eine Evolution bzw. Geschichte der Menschheit. Was wir normalerweise in einem Lehrbuch über Evolutionstheorie erwarten würden, gibt es hier in der heiligen Schrift des Hinduismus.

Vishnu inkaniert als Evolution

Die erste Inkarnation Vishnus nennen wir Matsya. Einigen kommt eventuell die Matsyasana bekannt vor. Es handelt sich um einen Fisch. Vishnu hat beobachtet, wie jemand die Veden klauen wollte und hat sich durch eine List in einen Fisch verwandelt, um all das Wissen zu retten. In dieser Geschichte kommt übrigens direkt so etwas wie die Arche Noah zur Sprache. Wer sie nachlesen möchte, findet sie hier im Wiki. Noch nicht ganz vom Wasser befreit, inkarniert Vishnu als eine Schildkröte namens Kurma. Hier kommen das erste Mal Dämonen ins Spiel. Diese Geschichte wird immer etwas anders erzählt. In einer Version hat sich Vishnu als Schildkröte inkarniert, um einen riesigen Berg auf seinem Rücken zu transportieren. Eine Version davon gibt es hier.

Als Nächstes rettet Vishnu Mutter Erde von den Tiefen des Meeresbodens. Ein Dämon, also eine schlechte Eigenschaft, die er überwinden will, zwingt ihn allerdings, an Land zu treten und über das Wasser hinauszuwachsen. Die Geschichte des Ebers namens Varaha findest du hier. Im ersten Teil der Einführung in die indische Mythologie kam es schon mal zur Sprache. Paradoxien sind gar kein Problem im Glauben. Während der ersten Inkarnation war Brahma gerade fertig, die Welt zu erschaffen, nun ist er wieder damit beschäftigt und kann sich nicht selbst um Probleme kümmern, so dass es Vishnu braucht.

Nun werden die Themen der Inkarnation etwas abstrakter. Der Avatar ist ein Löwe namens Narasimha. Leider ist es kein Rechtschreibfehler zu Simba, dieser wird wirklich mit h geschrieben. Die Geschichte über einen fastenden Dämon zeigt uns, dass Praktizieren ohne die richtige Einstellung sogar schaden kann. Die Geschichte gibt es hier zu lesen. Durch Vishnus clevere Tricks gewinnt er gegen jeden Dämon, sogar als kleiner Zwerg Namens Vamana. Er zeigt Größe auch im Kleinsten. Dadurch, dass seine Gegner seine wahre Größe hinter dem Physischen nicht wahrnehmen, hat er leichtes Spiel.

Gerechtigkeit auf der Erde

Die letzten drei Inkarnationen von Vishnu heben die Gerechtigkeit noch ein wenig weiter ins Abstrakte. Während in den ersten Inkarnationen die Gegner jemand anderen bedroht, getötet oder unterdrückt haben, kommt die Gefahr nun doch immer näher. Als Parashurama sorgt er für Gerechtigkeit, nachdem ein böser König die heilige Kuh seines Vaters klaut. Wie das aussah, erfährst du hier.

Rama ist eine Inkarnation von Vishnu
Rama als Inkarnation von Vishnu

Rama kennen die meisten bei Yoga Vidya spätestens durch die vielen Mantren, die über ihn gesungen werden. Er kam auf die Erde, um Ravana, einen fürchterlichen Dämonenkönig, zu besiegen, der seine Frau gestohlen hatte. Krishna ist vielen ebenfalls sehr bekannt. Besonders sein Flötenspiel und die Streiche in seiner Kindheit sind vielen ein Begriff. Aufgewachsen ist er als Sohn eines Hirten und gestorben als König. Sein Todestag übrigens, der 17.02 3102 v. Chr. wird als der Beginn des Kali Yuga bezeichnet.

Die letzte Inkarnation Krishnas wird als der Buddha angesehen. Vor allem Swami Sivananda hatte viel Respekt vor ihm. Er wird als der Begründer des Buddhismus hoch geachtet und ist dafür auf der ganzen Welt bekannt. Geboren als vornehmer Sohn, entsagte er dem weltlichen Leben, zog sich zurück und übte in allen Bereichen des Lebens Yoga aus.

Im Großen und Ganzen

Vishnu ist also eine Persönlichkeit, die vor allem in den letzten Leben beides kannte. Reichtum und Armut, Fülle und Entsagung. Er ist ein Sinnbild für die Balance im Leben und zeigt, wie wahrhaftiges Yoga in allen Bereich gelebt werden kann. Für ihn ist es nicht wichtig, wo man her kommt, wie man heißt oder was andere denken. Es geht lediglich darum, was wir aus uns selber machen und wie wir unser Leben gestalten wollen.

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