Was ist Yoga? Teil 1

Yoga ist mittlerweile weit verbreitet und 4-5 Millionen Deutsche praktizieren die Technik regelmäßig (mindestens 1 x die Woche). Doch was ist Yoga überhaupt?

Yoga ist ein sehr vielfältiges Phänomen doch die Mehrzahl der Indologen sind der Ansicht, dass Yoga auf dem indischen Subkontinent vor ca. 5.000 Jahren entstanden ist und dann vom Hinduismus, Buddhismus und Jainismus adoptiert wurde. Weiterhin wurde Yoga in einer oralen Kultur etabliert, was es weiterhin erschwert den facettenreichen Teilgebieten des Yoga eine punktgenaue Definition zu geben.

Nach Patañjali, dem berühmten Zusammensteller einer Sammlung von Aphorismen über Yoga, genannt: „Yoga Sutra“ (ca. 200 v. Chr.) ist Yoga das zur-Ruhe-bringen der Gedanken im Geist. Durch die Beruhigung der geistigen Turbulenzen, kann die innere Natur, das wahre Selbst, hindurchscheinen und wurzelt dann nicht länger in leidbringenden Identifikationen. Die tiefste Realisierung der eigenen wahren Natur, des wahren Selbst, ist das Ziel des Yoga. Ähnlich, wie eine Schatzkiste am Grunde eines Meeres bei starkem Wellengang nicht erkannt werden kann, weil das Meer zu unruhig ist, so kann das Selbst nicht erkannt werden, weil der Geist zu unruhig ist. So könnte man auch sagen: Yoga ist glätten der Wogen des Geistes.

Der Begriff „Yoga“ bedeutet wörtlich übersetzt „Einheit“ und „Harmonie“ und ist abgeleitet von der Wurzel „yui“, welches „anjochen“ bedeutet. Etymologisch ist „Yoga“ außerdem mit dem deutschen Wort „Joch“ verwandt. Was wird angejocht? Der Geist wird angejocht und die mentalen Schwankungen kommen zum Ausgleich, kommen in Harmonie.

Die Sonne (Selbst) kann von vielen Wolken (geistige Turbulenzen) verdeckt sein aber diese ist, genauso wie die Schatzkiste aus dem obigen Beispiel, immer da. Es geht also im Yoga darum, die Wolken zum verschwinden zu bringen, so dass das Licht des Selbstes durchscheinen kann.

Alle großen Meister sagen: „Mensch, erkenne dich selbst“; dies ist auch die Innenschrift des Tempels zu Delphi. Yoga verhilft dazu, sein Selbst (mehr) zu erkennen. Warum?

Es ist das Ziel der Technik, dass Selbst zu verwirklichen. Bedeutet dies etwa, dass man jetzt nicht man selbst ist? Doch, auf einer relativen Ebene ist man immer man selbst. Doch absolut betrachtet ist man reines Bewusstsein, Sein-Wissen-Glückseligkeit (Sat-Chid-Ananda) und solange man dies nicht erkannt hat, hat man sein tiefstes Selbst nicht verwirklicht. Dann identifiziert man sich mit verschiedensten Hüllen die das Selbst verdecken (Upadhis), wie beispielsweise Gedanken, Beruf, Körper, Geschlecht, Besitz…

Das schöne am Yoga ist nun, dass man alle möglichen Wirkungen sofort selber spüren kann. Man fühlt sich nach einer Yogastunde körperlich außerordentlich entspannt; aufgrund der Asanas, der Körperpositionen. Durch die Praxis ist aber auch der Geist ruhiger geworden; die Identifikationen mit Gedanken und Emotionen haben an Intensität verloren; das ‚Gedanken-Karusell’ dreht sich ein wenig langsamer. Man „ruht mehr in seiner Mitte“; ist mehr in Harmonie mit sich selbst (und somit automatisch mit der Umwelt).

www.facebook.com/Men.Yoga

2 Kommentare zu “Was ist Yoga? Teil 1

  1. Shivamoon

    Hallo C.S.

    ja, ich wünsche mir ebenfalls, dass Yoga/ Meditation oder zumuindest eine Technik, die eine Sicht nach Innen fördert an öffentlichen Schulen gelehrt wird.
    Ich kann mir vorstellen, dass darüber in den nächsten Jahren ernsthaft von Verantwortlichen diskutiert werden wird.

    Nichts gegen das Wissen, dass gelehrt wird aber es kann ganz einfach nicht sein, dass nichts über den Denkprozess an sich gelehrt wird…Wie der Geist (grob) funktioniert, warum er nicht das einzige Instrument ist oder oder wie man „in seine Mitte“ findet. Schule und Uni gehen nur auf den Intellekt. Menschen sind aber (auch) energetisch-spirituelle Wesen, was unser Bildungssystem und eigentlich auch die Gesellschaft völlig außer Acht gelassen hat. Aber das ändert sich jetzt. Wir schreiten gerade voran in ein neues Bewusstsein.
    Ich glaube, Du wirst in diese Richtung noch einiges erleben, C.S….
    Om Shanti

  2. So wahr und so wichitg. Hofffentlich erlebe ich die Zeit noch, dass yoga ein Pflichtfach in Schulen wird. Ich bin heute 48 Jahre. OM shanti.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.