Wirkungen der Hatha Yoga Praxis – Geistig

Eine körperorientierte Yoga Praxis wirkt indirekt auf den Geist ein, weil Körper und Geist ein reziprokes System sind.

Viele Menschen kommen zum Hatha aufgrund körperlicher Leiden und bleiben wegen den geistigen Wirkungen. Die Körperübungen schulen Dharana und führen letztendlich dazu, dass der Aspirant tiefer in Dhyana eintauchen kann. Für Krishnamacharya (Lehrer von Patthabi Jois und B.K.S. Iyengar) ist die Konzentrationsfähigkeit das Maß der Yoga Praxis: „Yoga bedeutet Konzentration bis an die Grenze des Möglichen“. Das gibt Yoga Praktizierenden eine gewisse Macht über ihr Leben: durch Konzentration kann man das Prana hinschicken, wo man es haben möchte und es wird nicht in alle Richtungen verschossen. Swami Sivanandas bekanntestes Buch „Erfolg im Leben und Selbstverwirklichung“ handelt von der Schulung des Mentalen und der Kraft der Gedanken.

Gedanken formen deine Worte, welche deinen Charakter und Handlungen formen, welche wiederrum dein Schicksal formen. Durch Hatha Yoga beginnst du auch deine Gedanken zu ändern und implementierst produktivere Programmierungen in dir, weil jede Asana bestimmte geistige Entsprechungen hat.

Die Yoga Vidya Grundreihe hat folgende geistige Wirkungen.

Kapalabhati (Schnellatmung)

Kapalabhati aktiviert und hilft zu einem klaren Kopf. Es ist sehr gut, um geistige und emotionelle Spannungen zu beseitigen. Es hilft gegen Müdigkeit und Niedergeschlagenheit und führt zu einer inneren Freude und Kraft.

Wechselatmung (Anuloma Viloma, Nadi Sodhana)

Die Wechselatmung fördert die Konzentrationsfähigkeit und bereitet den Geist auf die Meditation vor. Wechselatmung hilft, zur inneren Ruhe und Kraft zu finden. Emotionelle Ungleichgewichte werden umgewandelt in das ruhige Gefühl der Stärke und Kraft. Die Wirkungen von Kapalabhati sind schneller spürbar, die der Wechselatmung halten länger an.

Sonnengruß (Surya Namaskar)

Die Übung harmonisiert und gibt Selbstvertrauen

Kopfstand (Shirsasana)

Viele Gehirnfunktionen, wie Gedächtnis, Konzentrationsvermögen, kreatives Denken, geistige Klarheit werden erhöht. Die Asana entwickelt Mut, Konzentration, Willenskraft, Gleichgewicht und Koordination.

Schulterstand (Sarvangasana)

Schulterstand vermittelt ein Gefühl der Ganzheit (Sarva = Alle; Anga = Teile). Er hilft, sich und sein Leben so zu akzeptieren, wie man ist.

Pflug (Halasana)

Pflug hilft, zur inneren Mitte zu kommen. Pflug gibt die Kraft, langfristige Veränderungen einzuleiten (“sein Feld zu bestellen”) und geduldig die Wirkungen abzuwarten.

Fisch (Matsyasana)

Matsyasana hilft, das Herz zu öffnen und emotionale Spannungen zu lösen, die sich oft auf Sonnengeflecht und Herz legen. Der Fisch gibt ein Gefühl der Freiheit, der Offenheit und der Freude.

Vorwärtsbeuge (Paschimothanasana)

Entwickelt Geduld, Hingabe, die Fähigkeit loszulassen.

Kobra (Bhujangasana)

Die Kobra öffnet und befreit. Sie gibt Mut zu hohen Idealen. Sie befreit von Furcht und gibt neues Selbstbewußtsein.

Heuschrecke (Salabhasana)

Salabhasana entwickelt Selbstbewußtsein, Willenskraft und Durchsetzungsvermögen.

Bogen (Dhanurasana)

Entwickelt Selbstvertrauen. Erhebt den Geist. Führt zu einem Gefühl der Erhabenheit.

Drehsitz (Ardha Matsendrasana)

Wirkt streßabbauend, nervenstärkend, beruhigend und harmonisierend. Gibt die Kraft, im inneren Gleichgewicht zu bleiben, auch wenn äußere Umstände sich ändern, die innere Würde zu behalten, auch wenn man sich auf äußere Umstände anpaßt, seinen Idealen treu zu bleiben, auch wenn man auf andere Menschen eingeht und auf sie zugeht.

Pfau (Mayurasana)

Entwickelt Selbstbewußtsein, Mut, Konzentration, Willenskraft und Gleichgewicht.

Stehende Vorwärtsbeuge (Pada Hastasana)

Entwickelt Demut und Hingabe.

Dreieck (Trikonasana)

Trikonasana hilft, die Welt aus einem neuen Blickwinkel zu sehen und offen zu werden für Neues.

Tiefenentspannung (Shavasana, Yoga Nidra)

Tiefenentspannung regeneriert auch geistig, baut Spannungen ab, führt zu innerer Ruhe und Ausgeglichenheit. Tiefenentspannung kann auch zu einem Gefühl der Freude führen und zur Transzendierung des Körperbewußtseins.

Diese Wirkungen kommen nur, wenn man Asanas, Pranayama, Meditation, richtige Ernährung und Entspannung praktiziert und nicht wenn man darüber liest.

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