60 Lampenfieber-Transformationsatmung: praktische Übungsanleitung für Gelassenheit

Gelassenheit Entwickeln - Podcast für mehr Gelassenheit im Alltag

Eine praktische und hochwirksame Übung um Lampenfieber in positiv nutzbare Energie umzuwandeln: Du stellst oder setzt dich gerade hin. Brust nach vorne gewölbt. Du atmest ein paar Mal tief mit dem Bauch ein und aus: Einatmen – Bauch hinaus, Ausatmen – Bauch hinein. Atme etwa 3-Sekunden lang ein, atme etwa 3-4 Sekunden lang aus. Dann stelle dir die Situation vor, wegen der du Lampenfieber hast. Oder sei dir dieser Situation bewusst. Dann stelle dir vor, dass du beim Einatmen Licht, Kraft und Positivität in den Bauch atmest. Beim Ausatmen atme vom Bauch her dieses Licht mit einem Lächeln über das Herz zu den Menschen/zu dem Menschen hin, zu dem/denen du gleich sprechen wirst. Probiere es aus – das kann Wunder bewirken.

Ein Mitschnitt aus einem Seminar von und mit Sukadev Bretz. Dies ist die 60. Ausgabe des Yoga Vidya Gelassenheits-Podcast.

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Heute kommen wir zu einer praktischen Übung, nämlich die Lampenfieber-Transformationsatmung. Ich kann es euch nur empfehlen, diese Übung ist eine sehr gute und sehr wirksame, machtvolle Übung, um Lampenfieber und Ängste zu transformieren in positiv nutzbare Energie. Sei gespannt, wie es funktioniert.

Es gibt eine schöne Übung aus dem Kundalini Yoga und Hatha Yoga, die ich gerne Lampenfieber-Transformationsatmung nenne, und die zeigt, wie man die Energie des Lampenfiebers umwandeln kann in positiv nutzbare Energie. Vielleicht vorher ein paar Worte zum Thema Lampenfieber: Also, als erstes ist wichtig, die Nervosität erst mal positiv zu bejahen und sich darüber zu freuen, dass man Lampenfieber hat. Da kann man sogar darauf vertrauen, man braucht keine Angst zu haben, dass man vor einer wichtigen Sache vielleicht zu müde ist, dass man nicht konzentriert genug ist, selbst wenn man die Nacht vorher nicht geschlafen hat, das ist alles irrelevant. Wenn man Lampenfieber hat, ist man wach und in der Gegenwart, insbesondere wenn man Techniken kennt, um dieses Lampenfieber positiv nutzbar zu machen. Also, das wäre der erste Ansatz, falls Lampenfieber etwas ist, was euch aus eurer Gelassenheit herausbringt und ihr vielleicht sogar Angst vor dem Lampenfieber habt. Die Ängste können sich ja im Kreis drehen und einen letztlich sogar in die Panik hineinbringen.

Das erste ist erst mal, es ist gut, dass wir Lampenfieber haben, da können wir sogar darauf vertrauen. Und das zweite ist auch, praktisch jeder, der öffentlich redet, hat Lampenfieber, jeder, der mit seinem Chef redet, hat normalerweise Lampenfieber, jeder, der engagiert ist, hat Lampenfieber, auch wenn man es nicht bemerkt. Also angenommen, ihr geht mal zu einer Politikerveranstaltung, nächstes Jahr sind ja wieder Wahlen. Ich weiß nicht, ob jemand mal auf so eine Wahlkundgebung geht. Auch eine Angela Merkel hat furchtbar Lampenfieber davor, ein Peer Steinbrück hat großes Lampenfieber. Wenn ihr irgendwann mal im Theater seid, jeder der Theaterschauspieler hat Lampenfieber vor der Aufführung. Selbst der Chef hat Lampenfieber vor Sevakagesprächen, vor allem, wenn es ein wichtiges Gespräch ist. Aber bemerkt ihr das, dass die anderen Lampenfieber haben? Das bemerkt man normalerweise nicht. Da könnt ihr also auch wissen, die anderen bemerken von eurem Lampenfieber höchstens zehn Prozent, während ihr selber natürlich alles spürt. Ihr braucht also auch keine Angst davor zu haben, dass andere euer Lampenfieber bemerken, und die zehn Prozent, die die anderen vielleicht bemerken, wenn ihr großes Lampenfieber habt und nicht genau wisst, wie ihr das überspielen könnt, wirken gar nicht negativ, sondern dafür fühlen sich die Menschen geehrt.

Also z.B. ein Personaler, der freut sich, wenn der Bewerber leicht unsicher rüberkommt. Zu unsicher darf er auch nicht rüberkommen, insbesondere wenn er im Verkauf tätig sein soll, aber außerhalb vom Verkauf tätig, dann freut sich der Personaler: „Offensichtlich ist ihm die Stelle wichtig und er kommt nicht nur, um eine Unterschrift von mir zu bekommen fürs Arbeitsamt.“ Oder auch, ein Kunde freut sich auch, wenn der Verkäufer nicht ganz so ausgebufft rüberkommt. Und der Chef freut sich, wenn der Sevaka auch mal leicht unsicher ist. Und auch ein Sevaka freut sich, wenn der Chef nicht ganz so überlegen und kühl rüberkommt. Also, zweite Sache, die auch hilft im Umgang mit Lampenfieber, wissen, höchstens zehn Prozent eurer Unsicherheit bemerken die anderen und da fühlen sich die anderen typischerweise geschmeichelt.

Und jetzt kommt aber die nächste wichtige Sache und da sind wir nochmal im Hatha Yoga als Übung für das Kundalini Yoga. Es gibt eine einfache Übung, die hochwirksam ist und von der ich sehr überzeugt bin, auch aus eigener Erfahrung und Erfahrung von vielen Menschen, denen ich es beigebracht habe, das ist eben diese Lampenfieber-Transformationsatmung, die einfach darauf beruht, dass die Energie des Lampenfiebers umgewandelt werden kann in positiv nutzbare Energie. Gut, und um die zu praktizieren, könnt ihr mal aufstehen. Man kann sie auch im Sitzen machen, aber ich glaube, ihr habt schon viel gesessen und ihr werdet heute auch noch viel sitzen, und so ist es immer gut, wenn man zwischendurch mal aufstehen kann.

Ok, also Grundprinzip ist, Lampenfieber ist Aktivierung von Energie. Die Energie wird im ganzen System freigesetzt, aber es gibt ein Energiezentrum, das im besonderen Maße wichtig ist, gerade bei allem, was Lampenfieber ist, wo man ja etwas ausdrücken will, etwas ausstrahlen will, dass ist das Nabelchakra, Sonnenchakra, Sonnenenergie, Feuerenergie, und so gilt es, diese Energie hier besonders harmonisch fließen zu lassen und darum ist ein ganz wichtiger Aspekt die Bauchatmung. Diejenigen von euch, die Hatha Yoga kennen, wissen, zumindest, wenn es ein klassisches Hatha Yoga ist, wird ständig gesagt: Einatmen, Bauch hinaus, ausatmen, Bauch hinein. Die Ein- und Ausatmung mit dem Bauch kann man also lernen im Hatha Yoga, die meisten kennen sie. Das ist also das erste Prinzip, wenn man im Lampenfieber ist, anstatt sich zu blockieren, und sehr viele Menschen im Lampenfieber hören auf, tief zu atmen, und fangen an, flach zu atmen – ich übertreibe etwas – aber so ein bisschen in der Richtung haben Menschen eine Neigung. Die Technik wäre jetzt, tief mit dem Bauch zu atmen. Das könnt ihr jetzt gerade mal machen: Ausatmen, Bauch hinein, einatmen, Bauch hinaus, ausatmen, Bauch hinein, einatmen Bauch hinaus, ausatmen, Bauch hinein, einatmen Bauch hinaus.
So könnt ihr ein paar Mal atmen und dabei ist wichtig, das Ausatmen ist wichtiger als das Einatmen. Also nicht sehr tief einatmen, sondern tief ausatmen und sanft einatmen. Das ist schon eine wichtige Grundlage. Und die zweite Grundlage ist, man kann sich vorstellen, dass man beim Einatmen Energie von oben aufnimmt bis in den Bauch und dass man dann beim Ausatmen vom Bauch über das Herz die Energie zum dem Menschen hinschickt oder zu den Menschen hinschickt, mit denen man gleich sprechen wird oder in den Raum, in dem man gleich einen Auftritt haben wird oder gleich sprechen wird. Das könnt ihr jetzt erst mal als Trockenübung machen. Also, ihr könnt euch vorstellen, einatmen, Energie fließt in euch hinein in den Bauch und ausatmen, ihr lasst die Energie vom Bauch über das Herz weit ausstrahlen. Einatmen, Energie von oben bis zum Bauch, und ausatmen, vom Bauch über das Herz zu den Menschen, mit denen ihr gleich zu tun habt.
Gut, das ist hier natürlich eine entspannte Situation. Jetzt könnt ihr euch aber einfach mal vorstellen, irgendeine Situation, in der ihr vielleicht wart oder noch besser, in den nächsten ein, zwei Wochen sein werdet, vor der ihr eventuell ein bisschen Lampenfieber haben könntet. Ob das jetzt der Chef ist, ob es ein Kunde ist, ob es ein Bewerbungsgespräch, eine Prüfung, ein Vortrag oder eine Präsentation ist oder ein Heiratsantrag oder was auch immer es sein mag. Und dann könnt ihr euch das mit geschlossenen Augen gerade nochmal ganz bewusst vorstellen, dann könnt ihr einatmen, Energie von oben in den Bauch, und ausatmen, vom Bauch über das Herz zu diesem Menschen hinatmen. Einatmen, Licht von oben bis zum Bauch, und ausatmen, vom Bauch über das Herz dieses Licht zu diesem Menschen. Das noch mit einem Lächeln verbunden. Einatmen, lächeln nach oben und dort Licht aufnehmen bis in den Bauch, und ausatmen, ein Lächeln vom Bauch über das Herz zu dem oder den Menschen hin. Dann könnt ihr wieder die Augen öffnen, könnt euch kurz hinsetzen.

Probiere diese Übung doch in nächster Zeit ein paar Mal aus. Auch schon kleine Ängste, kleines Lampenfieber können Energie aktivieren, mit dieser Übung kannst du diese Energie schnell in positiv nutzbare Energie umwandeln.

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