Ayurveda und Herbst – mit Rezept

Goldenes Licht. Bunte Blätter. Kühle Winde. Fallende Kastanien. Regnerische Tage. Gemütliche Abende. Meditieren. Atmen. Yoga. Ruhe. Stille. Malen. Lesen. Natur. Mantren. Dich deinen Traumwelten hingeben.

Der Herbst und der nachfolgende Winter ist eine Zeit, um langsam nach Innen zu gehen und sich für den darauffolgenden Frühling, einem neuen Beginn, zu stärken.

Welche Tipps kann dir Ayurveda – das Wissen vom Leben – für den Herbst geben und dich dabei zu unterstützen, nicht aus dem Gleichgewicht zu kommen?

Im Ayurveda gibt es je nach Jahreszeit verschiedene und bewährte Maßnahmen und Ideen, die sich günstig auf Körper und Seele auswirken können. Jahreszeitlich bedingten Beschwerden, wie z.B. einer im Herbst typischen Erkältung, Kühle oder Nervosität, können dadurch entgegengewirkt werden. Der Begriff Ritucharya (Ritu – die Jahreszeit, Charya – die Gewohnheit / Routine) beschreibt diesen Ansatz und kann dir helfen die Doshas im Gleichgewicht zu halten, bzw. gesund zu bleiben.

“Gleiches verstärkt Gleiches”

ist ein wichtiger ayurvedischer Grundsatz und bedeutet, dass wir im Herbst das Vata-Dosha (kalt, trocken, beweglich, rau, hart) mit seinen Gegensätzen entgegenwirken sollten. Alles, was uns also wärmt, feucht und ölig ist und unseren Geist (Luft) beruhigt, ist im Herbst gut und wirkt harmonisierend für uns. Denn im Herbst erhöht sich beim Menschen Vata; mehr oder weniger.

Der Begriff Vata lässt sich mit „das, was Dinge bewegt“ übersetzen. Es setzt sich aus den Elementen Luft und Äther zusammen und steht für Bewegung im Organismus. Stoffwechselprozesse, Atmung, Verdauung, sowie sämtliche Vorgänge des Ausdehnens und Zusammenziehens im Körper regulieren dieses Dosha. Auch unser Nervensystem, unsere Gedanken und Emotionen, wie z.B. Kühle, Nervosität oder Zittern, sind stark mit Vata verbunden.

Im Dickdarm hat Vata seinen Hauptsitz. Wenn Vata zu stark dominiert, kann es u.a. zu Erkältungen, Verdauungsbeschwerden, Kopfschmerzen, trockene Haut und Lippen, Energieverlust, Immunschwäche, schlechter Schlaf, kalte Hände und Füße, Muskelverhärtungen, Ängste, Sorgen oder Stimmungsschwankungen kommen.

Was kann dir bei Vata-Überschuss helfen?

Da wir uns im Herbst oft etwas orientierungslos fühlen, kann dir ein strukturierter Tagesablauf sehr helfen.

Morgens

Morgendliches Duschen in Kombination mit einer Ganzkörpermassage (Abhyanga) mit ayurvedischem oder Sesamöl besänftigt das Nervensystem, kräftigt den Kreislauf, fördert die Selbstregulationskraft der Haut und kann dir innere Ruhe für deinen restlichen Tag schenken.

Da Vata das Prinzip der Bewegung ist, können wir mit Yoga dahingehend einen Ausgleich schaffen. Dies gibt dir wiederum mehr Energie und wirkt der Antriebslosigkeit entgegen. Langsame Yoga-Übungen und Pranayama sind dabei meistens vorzuziehen. Auch Yin Yoga kann sehr wohltuend sein.

Der Herbst ist zudem eine gute Zeit für Einläufe (Basti). Besonders bei Rheuma, Muskel- und Gelenksbeschwerden, Anzeichen für ein verstärktes Vata, kann Basti helfen.

Essen

Beim Essen ist vor allem salziger, saurer und süßer Geschmack empfehlenswert. Leicht verdaulich und gekocht, oder gedünstet sollte es sein. Täglich dreimal warm zu essen und dabei ölige (vor allem Sesamöl) Speisen zu sich zu nehmen kann sehr hilfreich sein.

Gemüse wie Kürbis, Süßkartoffel, Möhre, Pastinaken, Rote Bete, Fenchel und Rüben in Suppen, sind als Mittags- und Abendmahlzeit ideal und haben vor allem erdende Qualitäten. Süße, reife, regionale und saisonale Obstsorten, wie Pflaumen, Trauben und auch Nüsse sind gesunde Zutaten für eine herbstliche Nachspeise
.

Da Brot die Eigenschaften trocken, rau und kalt hat und somit Vata erhöht, wird eher davon abgeraten dieses zu verzehren. Rohkost und Salate sollte man bedacht verzehren oder mit entsprechenden Gewürzen kombinieren. Gewürze wie Bockshornklee, Kardamom, Ingwer, Zimt, Kreuzkümmel, Kurkuma und Lorbeerblätter wärmen, entspannen und wirken stimmungsaufhellend.

Warmes bzw. heißes Wasser und Kräutertees zu trinken sind jetzt ideal. Wasser wird zum Kapha-Dosha kategorisiert und gleicht somit Vata aus. Kräutertees mit Ingwer, Chai, Eisenkraut oder Fenchel wärmen von innen. Wenn du magst, probiere unser Apfelsaft-Rezept aus:

Rezept: Warmer ayurvedischer Apfelsaft

1 Liter Apfelsaft zusammen mit einem TL Gewürzmischung, bestehend aus Ingwer, Zimt, Muskat, Nelkenpulver, schwarzer Pfeffer und Kardamom, 10 – 15 Min. kochen lassen.

Der Saft hilft besonders gut bei Erkältung, Schnupfen und Grippe. Aber auch wenn du gesund bist und dich nach einem längeren Spaziergang zu Hause aufwärmen willst, mit einem guten Buch, Mantra-Musik und Kerzenlicht, ist das Rezept vielleicht gerade das Passende?! 🙂

Abends

Um Vata auszugleichen und eine gemütliche Stimmung zu erzeugen, kannst du in deiner Wohnung mit Hilfe einer Duftlampe beruhigende Düfte wirken lassen. U.a. Lavendel, Zimt und Nelke als Duftnote eignen sich im Herbst besonders gut. Ein warmes Fußbad oder eine Massage, das Baden in der Wanne oder ein Sauna-Besuch sind abends sehr zu empfehlenGemütliche Abende mit Freunden und/oder Familie bei Kerzenschein, ausnahmsweise mal ohne Handy und Co., können in dieser Zeit besonders schön sein.

Die ruhige Kapha-Energie vor 22 Uhr hilft dir besser zu schlafen, sodass du am nächsten Morgen ausgeruht bist.

Die Natur mit ihren fallenden Blättern zeigt und signalisiert uns, dass auch wir nun mehr nach Innen gehen können und uns nicht immer, gerade jetzt zu dieser Zeit, durch Äußeres ablenken sollten.

Momente tiefer Erkenntnisse, Entwicklungen und Wandlungen für das nächste Jahr können so entstehen.

Was sind deine Herbs-Erfahrungen? Wie erlebst du diese wunderschöne Jahreszeit? Hast du besondere Tipps? Schreib es in die Kommentare!

2 Kommentare zu “Ayurveda und Herbst – mit Rezept

  1. Katrin Melcic

    Ich nehme viele Dinge über den Körper wahr und ich mag den Duft des beginnenden Herbstes.Dieses besondere Gefühl,wenn ich mit meinem Hund morgens durch den Nebel am See laufe,die kalte Luft einatme,dieses auch ganz bewusst tue.Ich arbeite sehr viel und jeder Moment in der gerade jetzt so farbenfrohen Natur ist für mich eine Kostbarkeit.Es ist als würde die laute Fröhlichkeit des Sommers plötzlich einer stillen Gelassenheit Platz machen.Wenn es richtig ungemütlich draußen ist,gehe ich extra raus um danach in meinem Minizimmer eine Kerze anzuzünden ,gemütlich im Bett zu sitzen und Tee zu trinken.

  2. Der Herbst war für mich schon als Kind die schönste Jahreszeit.
    Auf dem Land aufgewachsen,durften wir als Kinder bei der Kartoffelernte an einer kleinen Feuerstelle die frisch geernteten Kartoffeln im Feuer braten und dann essen.
    Diesen herrlichen Duft habe ich heute noch in der Nase und wie haben die geschmeckt,auch wenn wir uns beim essen schon mal die Finger verbrannten,den Messer und Gabel gab es auf dem Feld natürlichnicht.
    Blätter und Kastanien sammeln gehört für mich heute noch zum Herbst.
    Den rauhen Herbstwind um die Nase wehen lassen,was tut das so gut.
    Auch liebe ich es mit Beginn des Herbstes endlich wieder im kühlen Schlafzimmer gut schlafen zu können .
    Schade,das in unserer modernen,technisierten,hektischen Zeit so vieles verloren ging.

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