Die Karriere einer Melodie

Online Medien bei Yoga Vidya – Von Christian Einsiedel

Wer bei Yoga Vidya Bad Meinberg anruft wird neuerdings mit einer kleinen Melodie begrüßt. Klare warme Gitarrentöne mit sanftem Rhythmus, dezent genug, um die anschließenden Ansagen nicht zu stören. Und doch zu einer meditativen Reise einladend, wenn man einmal auf Gesprächspartner warten muss. Dies ist die Geschichte dieser Melodie – wie sie entstand, zum Leuchten gebracht wurde und sich auf ihre ganz eigene Reise begeben hat. 

Die Reise führt uns hinter die Kulissen von Europas größtem Yoga-Seminarhaus. Denn im Kurort Bad Meinberg werden nicht nur Yoga-Ausbildungen angeboten, leckere vegetarische und vegane Bio-Gerichte zubereitet und heilsame Ayurveda und Yogatherapie-Anwendungen durchgeführt. Hier ist auch der Verwaltungssitz des Yoga Vidya e.V. und der angeschlossenen Verbände. Fünf der insgesamt 160 Sevakas und Sevaka kümmern sich um Online Medien – sie sind zum Beispiel zuständig für das Yoga-Forum unter mein.yoga-vidya.de und für Video- und Tonaufnahmen. Also auch für die Produktion unserer kleinen Melodie.

Krach im Schweigegarten

Alles beginnt an einem idyllischen Spätsommertag im Bad Meinberger Schweigegarten. Eine Yogamatte ist in der Sonne ausgebreitet, sanfter Wind streicht durch die Sträucher, zwei Kameras sind in Position, um Asana-Videos mit den Yogalehrerinnen Katja und Gauri aufzunehmen. Mit dem ersten Sonnengruß setzt ohrenbetäubender Lärm ein. Ausgerechnet heute wird am Nachbargebäude gearbeitet – Hämmern, Bohren, Sägen und laute Kommandos anstelle sanfter Yoga-Ansagen. Aber Abbrechen kommt nicht infrage, zu viel Mühe haben wir investiert, zu unsicher sind die Wetteraussichten. Also annehmen, was ist! Wir drehen mit größtmöglicher Entspannung bei laufendem Presslufthammer. Um die Tonspur können wir uns ja im Schnitt noch kümmern. Kurz darauf kommt Johannes ins Spiel. Er bietet für die Bad Meinberger Gäste und Sevaka Klangreisen mit Gitarre, Trommeln und Klangspielen an. Wer das erlebt hat, möchte es nicht mehr missen – eine ruhige Stunde am Abend, gut zugedeckt auf einer Yoga-Matte, die Augen geschlossen, das Herz geöffnet für die gefühlvolle musikalische Reiseleitung. Genau richtig, um sich vom Presslufthammer und dem damit verbundenen Stress wieder zu erholen, so der Gedanke im Team. Gefolgt von einem zweiten: Könnten wir nicht diese fließende Musik unter unsere Videos legen?

Achtung, Aufnahme

Johannes freut sich über das Interesse, zieht sich in sein Zimmer zurück und kommt mit Aufnahmen wieder, die ebenso wunderschön wie stark verrauscht sind. Für die Videos nicht zu verwenden, aber wir alle spüren: die Idee hat Potenzial. Also wird ein Aufnahmetermin vereinbart, diesmal mit professionellem Gerät und besserer Akustik. Gemeinsam geht es in den Shiva-Raum – weiche Teppiche und holzvertäfelte Wände sorgen für guten Klang. Das hier häufig Satsang stattfindet, gibt zusätzliche Energie. Johannes spielt ein Stück ein und improvisiert dann noch über einen indischen Rhythmus, den er in den Kopfhörer bekommt. Dann wandern die Aufnahmen in eine professionelle Musikbearbeitungssoftware und werden technisch weiter veredelt. Beim Hören fallen kleine Spielfehler auf, die sich mit einer rasch dazu gespielten Synthesizer-Spur aber kaschieren lassen – schon ist das erste ruhige Stück fertig, das Video geht auf  Youtube online.

Für ein anderes Video, in dem Katja die ganze Grundreihe des Yoga Vidya-Stils vorführt, wäre das Stück allerdings zu kurz und zu ruhig. Also schneiden wir aus Johannes‘ Improvisation einen eigenen Song zusammen und bauen den Rhythmus weiter aus. Es wird geschnitten, umgeschichtet, Variation erzeugt, neue Spuren und Klangeffekte kommen hinzu. Am Ende sind gut fünf Minuten Musik entstanden, mit ruhigeren und etwas belebteren Teilen, gegliedert von den zwei mal vier Tönen, die am Anfang jedes neuen Abschnitts stehen. Musik, die man wunderbar nebenbei hören und prima auf verschiedene Videolängen anpassen kann. Die weiteren Schweigegarten-Videos gehen damit online, seither auch einige weitere Yoga-Sequenzen von anderen Drehorten.

Namasté

Kurz darauf installiert das Support-Team unsere neue Telefonanlage. Dafür müssen Ansagen aufgenommen und ins benötigte Format konvertiert werden – und das möglichst schnell, da die alte Anlage schon Aussetzer hat. Also wird improvisiert: Krishnaprema vom Rezeptions-Team bietet sich als Sprecherin an, das Aufnahmegerät kommt im Durga-Raum auf einen Stapel Yoga-Kissen vor ihren Mund, wir kürzen spontan die Texte, die sie mit einem Lächeln einspricht.

Beim Schneiden kommt wieder unsere Melodie ins Spiel: in Kurzform passt sie wunderbar unter die Ansage des Auswahlmenüs, das ganze Stück füllt die Warteschleife. Problematisch sind nur die Zwischenansagen – zu kurz, um sie mit Sequenzen aus dem Song zu unterlegen. Zum Glück bietet Johannes am Abend wieder eine Klangreise an. Diesmal direkt nach dem großen Satsang im Raum mit der intensivsten spirituellen Energie – dem Sivananda-Saal. Wir platzieren das Aufnahmegerät auch hier, er spielt die zwei mal vier Töne noch einmal einzeln ein. So ist die Erkennungsmelodie auch für die kurzen Ansagen verwendbar – warm und voller Strahlkraft wie der besondere Ort, an dem sie aufgenommen wurde, heißt sie dich nun bei jedem Anruf willkommen!

Wusstest du…

…dass es in unseren Videos nicht nur Yoga-Sequenzen zu sehen gibt, sondern auch Meditationsanleitungen, Mantras, Vorträge und sogar ganze Yogastunden? So kannst du auch zu Hause im Yoga Vidya-Stil praktizieren! Eine Übersicht findest du unter mein.yoga-vidya.de/video. Ein Video mit der beschriebenen Melodie findest du unter goo.gl/IztnZ1

…dass Yoga Vidya vier große Yoga-Foren betreibt, in denen du dich mit anderen Yoginis und Yogis austauschen kannst und immer die neuesten Infos bekommst? Wenn du noch nicht dabei bist, melde dich kostenlos an bei mein.yoga-vidya.de oder in unseren Foren für Ayurveda (www.ayurveda-community.net) Kinderyoga (www.kinder-yoga.cc) und englischsprachige Inhalte (my.yoga-vidya.org)

 

Christian-Einsiedel-prvChristian Einsiedel ist stellvertretender Leiter des Online Medien-Teams. Neben seiner Yoga-Praxis beschäftigt er sich leidenschaftlich mit Musikproduktion, Coaching und Kommunikation.

 

 

 

 

 

Dieser Artikel ist erschienen im Yoga Vidya Journal – Ausgabe Nr. 30

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