Felix war der Grund für ProVegan

Bitte lest diese Zeilen!! Felix (* 27.07.1993 † 25.07.2012) war der Grund für ProVegan. Vorgestern ist Felix, 2 Tage vor seinem 19. Geburtstag, von uns gegangen. Felix lebte seit ca. 16 Jahren vegan. Ich bin mir sicher, dass er nur so dieses hohe Alter erreichen konnte. Am Morgen und Mittag hat er noch sein gesamtes Futter gegessen. Am Abend konnte er sich nicht mehr auf den Beinen halten und wollte kein Futter mehr. Die Haustierärztin hat ihn erlöst. Mir war wichtig, ihn nicht leiden zu lassen und den richtigen Zeitpunkt im Sinne von Felix zu finden. Lange habe ich mich vor diesem Tag gefürchtet, jetzt ist dieser Tag gekommen. Es ist besonders schlimm für mich, weil ich nur durch Felix zu einem Tierschützer, Tierrechtler und Veganer geworden bin, ihm also viel zu verdanken habe. Ich habe nach besten Kräften versucht, es ihm zu Lebzeiten zurückzugeben.

Meine Erfahrungen aus einer 19 Jahre dauernden besonderen Beziehung – meine Ratschläge als Tierrechtler und Veganer aus dieser Zeit für diejenigen, die sie lesen möchten und für sich nutzen möchten

Eine damalige Freundin wollte mir unbedingt eine Hundezucht zeigen. Also fuhren wir hin. Ich hatte keinesfalls vor, mir einen Hund zuzulegen. Erst recht keinen kleinen Hund, über die ich mich vorher immer lustig gemacht hatte. Ich war mit Schäferhund und Boxer gross geworden. Als wir dann dort waren, sahen wir einige Welpen in einer Wanne. Einer sprang am Rand immer hoch, als ob er zu mir wollte. Er wurde mir als Felix vorgestellt. Ich wehrte mich aber und ich weiss gar nicht mehr, ob ich ihn überhaupt anfasste, streichelte oder gar auf den Arm nahm. Ich merkte aber sofort, dass etwas anders war und etwas Unerklärliches mit mir passierte. Klingt merkwürdig, aber es war so. Trotz allem wehrte ich mich, einen Hund mitzunehmen. Was wollte ich als junger robuster Sportler und im Aufbau meiner Firma mit einem kleinen Hund? Das passte doch überhaupt nicht! Wir fuhren deshalb ohne Hund weg. Allerdings war tatsächlich etwas mit mir passiert. Ich konnte nicht schlafen und musste immer an diesen kleinen Hund denken. Ich versuchte immer noch mich zu wehren. Aber am nächsten Tag konnte ich nicht mehr anders, rief bei der Hundezucht an und fragte, ob der kleine Rüde noch da sei. Also holte ich Felix ab. Sein voller Name ist übrigens Felix of Mayflower. Übrigens bin ich heute strikt gegen jede Hundezucht, wo doch die Tierheime voll sind und es Millionen von Strassenhunden gibt.

Ich habe ihn von Anfang an nicht wie einen Schosshund gehalten, sondern so, wie ich es von den grossen Hunden aus meiner Familie gewohnt war. Nach einiger Zeit nahm ich ihn dann auch mit zum Jogging. Und dies haben wir auch bis 2009/2010 beibehalten. Felix war auch ein Hund, der zeigte, wenn es genug war. Denn auch ein Hund sollte keinesfalls überanstrengt werden.

Mit der Zeit durfte ich durch Felix erfahren, dass er die gleichen Reaktionen zeigte wie ich selbst. Er freute sich, war müde, er gähnte, er streckte sich wenn er ausgeschlafen hatte, hatte Lust zu spielen, forderte mich auf etwas zu tun, hatte Bedürfnis nach körperlicher Nähe usw. usw. Mit der Zeit erkannte ich, dass es ja ein Lebewesen ist, was sich kaum von mir unterscheidet. Und es stellte sich mir automatisch die Frage warum dieses Lebewesen weniger wert sein sollte als ich bzw. als ein Mensch. Mit dieser Vorstellung vom „minderwertigen Tier“ war ich aufgewachsen und so sind die gesellschaftlichen Vorstellungen von Tieren. Der Gedanke liess mich nicht mehr los. Ich kam schnell zu dem Ergebnis, dass ich den Bedürfnissen von Felix den gleichen Stellenwert einräumen sollte wie meinen eigenen. Ausserdem hatte ich die Verantwortung für ein Lebewesen übernommen, also musste ich dieser Verantwortung nach besten Kräften gerecht werden.

Ich kann nicht alle Erlebnisse schildern, aber letzten Endes übertrug ich den Wert, den ich Felix zubilligte, mit der Zeit auch auf andere Tiere. Denn warum sollte ein Tier mehr wert sein, nur weil es in meiner Obhut ist? Dies führte zunächst dazu, dass ich nur noch Biofleisch und Biomilch kaufte. Denn diesen Tieren war es nach meiner damaligen Meinung gut gegangen. Aber je mehr ich mich in die Materie einarbeitete, desto mehr wurde mir klar, dass es Unrecht ist, ein Tier zu töten. Also wurde ich Vegetarier. Das Thema liess mich aber nicht los. Ich beschäftigte mich weiter mit dem Thema. Das Leid der Mutterkühe und Kälber auch in der Biohaltung, das Leid der Legehennen und der Mord an den männlichen Küken, die vergast oder im Schredder zermust werden, liessen mich nicht mehr los. Sobald ich dies erkannt hatte, wurde ich vegan. Gleichzeitig hatte ich mich als Arzt auch mit den gesundheitlichen Fragestellungen der Ernährung beschäftigt. Denn zum einen gehörte die Ernährung als gesundheitliche Prophylaxe nicht zur Ausbildung innerhalb meines Medizinstudiums. Und dies ist weltweit so. Zum anderen ging ich wie die meisten anderen Menschen und auch die ärztlichen Kollegen davon aus, dass Fleisch in Ordnung und Milch sogar gesund sei. Je mehr ich mich aber in dieses Thema einarbeitete, desto mehr konnte ich gar nicht fassen, wie sehr sich die wissenschaftlichen Fakten von der öffentlichen Meinung über Fleisch, Milch, Milchprodukte, Eier und Fisch unterschieden. Eine vegane Ernährung war also nicht nur aus ethischen Gründen der Tiere wegen geboten, sondern auch der eigenen Gesundheit wegen. Ich wusste nun, dass es nicht nur ein Verbrechen ist, Tiere zu quälen und zu töten, sondern dass der Verzehr von tierlichen Produkten eine extreme Gesundheitsgefährdung und Gesundheitsschädigung darstellt. Je mehr ich forschte, um so mehr erfuhr ich. Während etwa 50% der weltweiten Getreideernte und etwa 90% der weltweiten Sojaernte an „Nutztiere“ verfüttert wird, sterben jeden Tag etwa 40.000 Kinder an Hunger, während die gemästeten Nutztiere ausgebeutet, gequält und getötet werden. Ist es unter diesen Umständen nicht ein MUSS, sich vegan zu ernähren? Somit war es nur folgerichtig und konsequent, sofort vegan zu werden.

Aber was war mit der Ernährung von Felix? Er stammt doch von einem Raubtier bzw. einem Fleischfresser ab! Also arbeitete ich mich auch in diese Materie ein. Denn ich wollte ja keinesfalls Felix schädigen, gleichzeitig aber auch keine anderen Tiere wegen dem Futter von Felix quälen und töten lassen. Es schien mir, dass ich in einem ethischen Dilemma steckte, aus dem es keinen Ausweg gab. Aber ich hatte mich zum Glück total getäuscht. Zum einen ist der Hund domestiziert, also an das Leben mit dem Menschen und an seine Ernährung angepasst. Er ist ein Allesfresser. Auch der Wolf frisst den Mageninhalt seiner Beute. Zum anderen wurde mir der ganz simple und logische Sachverhalt klar, dass es nicht darauf ankommt, woher der Hund alle seine Nährstoffe für eine optimale Gesundheit und ein optimal langes Leben erhält, sondern DASS er alle diese Nährstoffe bekommt. Zudem gab es schon eine Anzahl von positiven Erfahrungsberichten von vegan ernährten Hunden, die in der Regel gesünder waren und auch länger lebten. Wichtig war nur, dass man bei der Ernährung der Hunde auf Vitamin B12, Carnitin und Taurin achtete. Mit der Zeit verschaffte ich mir immer mehr Literatur zu diesem Thema. Z.B. „Vegetarische Hunde- und Katzenernährung“ von Peden und die Doktorarbeit der Tierärztin Engelhard von der Veterinärmedizin der Universität München, die eine fleischfreie Fütterung von Hunden untermauerte. Also ernährte ich Felix auch vegan. Denn ich erfuhr letzten Endes, dass eine vegane Fütterung nicht nur möglich, sondern sogar gesünder für Felix ist! All das dumme Gerede von der „natürlichen“ und „artgerechten“ Fleischfütterung, der ich vorher so wie fast jeder aufgesessen war, war der Absurdität überführt. Ich halte diese Konsequenz zudem für ethisch zu 100% geboten, denn es ist ethisch nicht zu rechtfertigen, wegen dem eigenen Haustier eine Mehrzahl von „Nutztieren“ qualvoll leiden und sterben zu lassen.

Lange Zeit konnte ich es mir aber gar nicht erklären, warum vegan ernährte Hunde in der Regel gesünder sind und auch deutlich länger leben. Erst als ich die Studien von Professor Dr. T. Colin Campbell von der amerikanischen Cornell Universität las, der als einer der renommiertesten Ernährungswissenschaftler weltweit gilt, wurde mir auf einmal klar, woran dies liegt. Professor Campbell stellte nicht nur bei Menschen, sondern auch bei Tieren fest, dass der Verzehr von tierlichem Protein (im Gegensatz zu pflanzlichem Protein) die Entstehung und das Wachstum von Krebs förderte. Da der Konsum von tierlichen Produkten aber nicht nur das Krebswachstum beim Menschen fördert, sondern auch andere schwerwiegende Erkrankungen wie Herzinsuffizienz, Diabetes, Bluthochdruck, Demenz usw., wurde mir als Arzt auf einmal sehr klar, dass der Verzehr von Tierprodukten sich auch bei Hunden katastrophal auswirkt.

Felix entwickelte sich zu einem lebhaften, prächtigen Hund, der mir keinerlei Sorgen machte. Da ich viel auf Reisen war, nahm ich ihn überall hin mit. In den ganzen 19 Jahren waren wir vielleicht 4-5 Tage wegen eines Klinikaufenthaltes getrennt. Ansonsten habe ich mich strikt geweigert, irgendwo hinzugehen wohin ich Felix nicht mitnehmen konnte. Auch in meinem früheren Stammrestaurant in Siegen war Felix ständiger Begleiter. Felix bestand auch immer darauf, mit mir auf dem Bürostuhl zu sein, wenn ich am Schreibtisch arbeitete. Wenn er nicht auf dem Stuhl war, bellte er so lange, bis er an der gewünschten Stelle war. Dabei zwängte er sich in eine kleine Kuhle hinter meinem verlängerten Rücken. Das spielte sich über die Jahre so ein, dass er darauf vertrauen konnte, dass ich mich nicht auf ihn setzen und verletzen würde. Die Folge ist allerdings, dass ich auf jedem Stuhl bis heute mehr liege als sitze, auch wenn Felix dort nicht mehr sitzt. Leider wird er dort auch nie mehr sitzen.

Ich weiss nicht wie lange es her ist, dass Felix Zahnstein in Narkose entfernt bekam, aber seit diesem Zeitpunkt habe ich ihm wahrscheinlich für etwa 15 Jahre täglich abends vor dem Schlafengehen die Zähne geputzt. Daher hatte er auch mit 19 Jahren noch ein sehr, sehr gutes kräftiges Gebiss! Mein Tipp: Herbax-Hundezahncreme (vegan) und eine Kinderzahnbürste!

So war er all die Jahre bei bester Gesundheit. Auf seine Gesundheit habe ich mindestens so geachtet, wie auf meine eigene: Ernährung, Bewegung, Pflege und all die Liebe, die ich im Stande war zu geben. So wurde mir auch zum ersten Mal klar, was selbstlose Liebe bedeutet. So sehr ich an Felix hing, so hätte ich ihn doch abgegeben, wenn er sich woanders wohler gefühlt hätte. Hätte mir jemand eine Million oder gar eine Milliarde für Felix gegeben, ich hätte ihn nie verkauft. Dies denke ich nicht erst heute, sondern es war mir insbesondere in den letzten Jahren sehr bewusst geworden. Denn es gibt Dinge im Leben, die mit keinem Geld erhältlich sind. Seine Gesundheit war über die Jahre prächtig, nur die Sehkraft liess in den letzten Jahren nach. Dies behinderte ihn zunehmend beim gemeinsamen Jogging, aber auch im täglichen Leben. Ich fuhr zu verschiedenen Ärzten und Kliniken, die auf Linsentrübung und deren Operation spezialisiert sind. Ich wusste, dass die Operationen wegen der Narkosen ein Risiko darstellten, gerade für einen damals 18jährigen Hund. Immer wenn es um Felix ging, fragte ich mich, wie ich mich entscheiden würde, wenn ich in der Lage von Felix wäre. Welche anderen Massstäbe hätte ich sonst verwenden sollen? Kosten spielten für mich im Bezug auf Felix überhaupt keine Rolle. Ich hätte alles für ihn gegeben. Auch meinen letzten Euro oder Franken. Garantiert. Daher entschied ich mich, dass mir die Chance auf ein wieder unbeschwerteres Leben mit besserem Sehvermögen das Risiko der Narkosen wert wäre. Denn Lebensqualität geht bei mir vor Lebensdauer. Ich hoffte damit die für Felix richtige Entscheidung zu treffen. Aber so ein Eingriff ist schwerwiegender als ich mir das als Humanmediziner vorgestellt hatte. Denn beim Menschen ist es beinahe ein Bagatelleingriff ohne Narkose. Ein Tier hält aber nicht still. Deshalb sind zwei Narkosen notwendig. Eine bei der Voruntersuchung, um festzustellen, ob der Eingriff überhaupt durchgeführt werden kann. Die zweite Narkose bei der eigentlichen Operation. Es ist sicherlich nachvollziehbar, welche Qualen ich während der OP gelitten habe, denn ich wusste, dass es meine Entscheidung gewesen war, Felix dieser OP auszusetzen. Aber die Eingriffe verliefen ohne Komplikationen. Denn Felix war robust und sonst bei guter Gesundheit, wie die Voruntersuchungen ergeben hatten. Ich war erleichtert. Nach der OP musste Felix diverse Augentropfen und entzündungshemmende Medikamente und Antibiotika einnehmen. Ich führte alles mit grosser Gewissenhaftigkeit aus. Ich war allerdings überrascht darüber, welche Menge an Medikamenten anscheinend notwendig war, auch ohne dass irgendwelche Komplikationen auftraten. Eine Halskrause musste er ebenfalls für 2 Wochen tragen. Zuerst war jedenfalls eine kleine Sehverbesserung festzustellen. Nach kurzer Zeit fiel die Sehkraft auf den alten Stand zurück. Wenn ich das vorher gewusst hätte, wäre meine Entscheidung wahrscheinlich anders ausgefallen. Aber im Nachhinein ist man immer klüger.

Unglücklicherweise stellte ich kurz nach der Augenoperation ein Analadenom (gutartig) fest, welches einer Operation bedurfte. Zudem ist in solchen Fällen eine Kastration notwendig, um die hohe Wahrscheinlichkeit eines Rezidivs vorzubeugen, da diese Adenome hormonabhängig sind. Hier gab es keine Wahl für mich, ich musste die dritte Narkose in kurzen Abständen bei dem 18jähren Felix durchführen lassen. Da das Adenom sehr schnell wuchs, hatte ich zudem die Befürchtung, dass es bösartig sein könne. Ich denke, jeder kann sich ausmalen, welche Qualen ich wieder durchmachte. Aber auch diese Operation verlief komplikationslos. Die Histologie ergab, dass alles gutartig war. Allerdings war Felix danach sehr geschwächt und musste wieder Antibiotika und andere entzündungshemmende Medikamente einnehmen. Felix erholte sich wieder etwas, so dass wir fast täglich Spaziergänge zwischen 1 und 3 km durchführen konnten.

Autofahren mochte er immer sehr gerne. Im Dezember 2011 bin ich das letzte Mal mit ihm 560 km in meine Heimatstadt gefahren. Während der ganzen Hinreise und der gesamten Rückreise hat er gebellt. Beide Male war er am Ziel völlig erschöpft. Er wollte mir durch das Bellen zeigen, dass das Autofahren nichts mehr für ihn ist. Ich hatte es verstanden und habe von da an keine Reise mehr mit ihm unternommen.

Die letzten Monate wurde er aber immer schwächer. Im Rahmen einer Blutuntersuchung vor einigen Wochen fiel zudem auf, dass er erhöhte Nierenwerte hatte. Mir war sofort klar, dass die gewaltige Medikation rund um seine Operationen die Nieren geschädigt hatte. Zudem entwickelte sich in den letzten Wochen eine Autoimmunerkrankung an den Ohren, die wahrscheinlich auch durch die Medikamente ausgelöst wurde. Er bekam ein Medikament für die Nieren und Kortison für die Ohren, was ihn stabilisierte und die Ohren schmerzfrei machte. Aber er wurde immer schwächer. Trotzdem frass er noch mit grosser Begeisterung sein veganes Futter morgens, mittags und abends. So wusste ich, dass er leben wollte. So hoffte ich, dass er ohne Leid und Schmerzen seinen 19. Geburtstag erleben würde.

Vor 2 Tagen, also am 25.07.2012, frass er morgens und mittags sein veganes Futter noch vollständig auf und genoss auch noch seine veganen Snacks, die er regelmässig nach der „Hauptmahlzeit“ bekam. Nachmittags tat ich ihn noch einmal raus auf die Wiese, damit sein Geschäft machen konnte. Gegen 17 Uhr holte ich ihn dann zu seinem Abendessen. Er wollte schon nicht aufstehen. Aber da dachte ich mir noch nichts dabei, weil er es gerne hatte, wenn ich ihn wachstreichelte (was so gut wie immer erfolgte) und ich ihn dann aufhob und trug. Als wir dann auf der Wiese ankamen, konnte er nicht mehr auf seinen Beinen stehen und klappte zusammen. Er konnte auch kein Geschäft machen. Ich tat ihn rein und bereite sein Essen vor, während er auf seiner Decke lag. Ich versuchte ihn wie sonst auch, von seiner Decke zu seinem Essen zu führen. Aber er konnte nicht selbst laufen. Ich trug ihn zum Essen, aber er hatte am Essen überhaupt kein Interesse mehr. Also trug ich ihn auf sein Lager in meinem Schlafzimmer. Mir war jetzt klar, dass es dem Ende zugehen würde. Dieses Gefühl oder diese Eingebung war so klar und deutlich wie im Sommer 1993, dass ich das Gefühl bzw. die Eingebung hatte, Felix aufzunehmen. Auch war mir klar, dass ich ihn sicherlich mit allerlei Medikamenten noch Monate am Leben erhalten hätte können. Aber das war weder mein Ziel noch halte ich es für ethisch richtig. Mein wichtigstes Ziel, ausser einer optimalen Pflege und Betreuung von Felix, war den richtigen Zeitpunkt nicht zu verpassen, um ihm Leid zu ersparen. Ich rief die Haustierärztin an und bat sie zu kommen. Mir war es wichtig, dass meine Entscheidung nicht durch meine extreme emotionale Situation beeinflusst würde und bat die Tierärztin um ihren aufrichtigen Ratschlag. Sie sagte mir, dass sie sicherlich noch mit zweifelhafter Wirkung Aufbaupräparate spritzen könne, aber wenn Felix ihr Hund sei, würde sie ihn erlösen. Ich stellte mir die letzte und wichtigste Frage, was ich wünschen würde, wenn ich in der Situation von Felix wäre, was dann mit mir geschehen sollte. Dann war mir klar, dass es ein letzter Liebesdienst an Felix sein würde, ihn zu erlösen. Zwar sträubte sich alles in mir, diesen Schritt zu tun, aber ich durfte nicht egoistisch an mich denken, sondern ausschliesslich an Felix. Natürlich wäre es mir am liebsten gewesen, wenn er von selbst eingeschlafen wäre. Aber das kann man sich leider nicht aussuchen. Die Zeit zwischen dem Anruf bei der Haustierärztin und ihrem Eintreffen nach ca. 45 Minuten habe ich bewusst und allein mit Felix verbracht und von ihm Abschied genommen. Ich wusste und fühlte, dass es die letzten Minuten sein würden, denn wie gesagt, ich spürte die starke Verbindung zu Felix wie bei unserer ersten Begegnung vor fast 2 Jahrzehnten. Ich fühlte, dass er keinen Lebenswillen mehr hat und dass ich ihn gehen lassen sollte. Daher war vorgezeichnet, was beim Eintreffen der Tierärztin folgen würde, obwohl ich so inständig wie sonst noch nie im Leben gehofft habe, dass mir die Haustierärztin etwas anderes sagen und ein Wunder geschehen würde. Zwei Tage vor seinem 19. Geburtstag!

Während ich diese Zeilen schreibe, muss ich schon mal ins Bad gehen. Mein Büro liegt neben Bad und Schlafzimmer. Wenn ich ins Bad gehe, starte ich unwillkürlich durch, um nach Felix zu sehen, um dann zu realisieren, dass er nicht mehr im Schlafzimmer liegt. Ist das nicht verrückt? Ich ertappe mich dabei, die Temperatur in seinem Bereich kontrollieren zu wollen, ob sie für Felix angenehm ist. Als ich die letzten beiden Nächte im Bett lag, schrecke ich mehrfach auf, um wie gewohnt meinen Blick auf die Stelle zu werfen, an der Felix sein Lager hatte, um dann zu realisieren, dass er nicht mehr da ist. Ich wusste, dass der Schmerz tief sein würde. Schon als mir die Bedeutung von Felix für mein Leben bewusste wurde, hatte ich den Augenblick gefürchtet, der jetzt mit aller Wucht eingetreten ist und so unendlich schmerzt. Aber auch das ist eigentlich nicht richtig. Denn ich sollte mit Freude daran zurückdenken, welche Freude mir Felix bereitet hat und wie mir das Herz aufging, wenn ich ihn sah. Und dankbar daran zurückdenken, welch einschneidende Wendung mein Leben dank Felix genommen hat. Ich versuche dies mit aller Kraft.

Welche Botschaft möchte ich hiermit abgeben?

Falls Sie noch nicht vegan sind, werden Sie vegan. Es ist ganz einfach. Sie ändern lediglich Gewohnheiten. Es ist die wirksamste Methode, um auf friedfertige Weise den wichtigsten Beitrag für Klima, Umwelt, Tiere, Menschen und die eigene Gesundheit zu leisten. Je länger Sie damit warten, umso mehr werden Sie dieses Warten bereuen und mit Unverständnis auf ihr vorheriges nicht-veganes Leben zurückblicken. So geht es mir.

Ernähren Sie Ihr Haustier vegan. Es ist gut für Ihr Tier und gut für die „Nutztiere“, die nicht zu Futter für Ihr Tier verarbeitet werden. Wie ich und viele andere die vegane Fütterung durchführen, finden Sie auf der ProVegan Website ausführlich auch an Beispielen beschrieben.

Bedenken Sie stets, dass Ihr Tier nicht mehr wert ist als andere Tiere. Deshalb ist es Unrecht, andere Tiere zu töten um Ihr Tier zu füttern.

Lassen Sie eine Augenoperation nur in jungen und mittleren Jahren bei Ihrem Tier durchführen. Die Belastung ist hoch. Jede Narkose ist ein Risiko. Starke Medikamente haben meistens auch starke Nebenwirkungen.

Die Nebenwirkungen von Medikamenten und die Risiken von Operationen sollten auch die Menschen bedenken, die Tierprodukte essen und hoffen, dass sie die Medizin schon wieder kurieren wird. Die meisten täuschen sich und bezahlen es mit langem Leiden und vorzeitigem Tod.

Putzen Sie Ihrem Tier regelmässig die Zähne. Sie mögen es am Anfang zwar nicht, gewöhnen sich aber schnell daran. Verfeinern Sie ihre Putztechnik, so dass alle Zahnteile erreicht werden. Herbax hat sich als Zahncreme bewährt.

Was von Felix bleibt

Durch Felix bin ich vegan geworden, durch Felix ist ProVegan entstanden und aus ProVegan soll eine Stiftung werden, die ich aber erst Ende des Jahres gründen kann. Wer auch immer mir die Botschaft durch Felix gegeben haben sollte, ich habe sie verstanden. Ich werde diese Botschaft in Zukunft noch stärker und mit all meiner Kraft versuchen umzusetzen. Im Sinne der Tiere, der Menschen, der Hungernden und der Umwelt. Aber nicht zuletzt zum Gedächtnis und zu Ehren von Felix.

Werden Sie vegan. Es ist ganz einfach. Sie ändern lediglich Gewohnheiten. Es ist die wirksamste Methode um auf friedfertige Weise den wichtigsten Beitrag für Klima, Umwelt, Tiere, Menschen und die eigene Gesundheit zu leisten.

Dr. med. Ernst Walter Henrich

20 Kommentare zu “Felix war der Grund für ProVegan

  1. Habe vom Autor gerade folgenden Vortrag im Netz gefunden:
    https://www.youtube.com/watch?v=EIjwShXdh8A

    Sehr interessant gemacht!

  2. Für Dich!

    Ich betrachtete all diese Tiere…
    die Wegwerfprodukte der menschlichen Gesellschaft.
    Ich sah in ihren Augen Liebe und Hoffnung,
    Angst und Schrecken, Trauer und Verrat.
    Und ich war voller Zorn.
    „Gott,” sagte ich, „das ist schrecklich!
    Warum tust Du nicht etwas?”
    Gott war einen Moment lang still, und dann sprach Er sanft.
    „Ich habe etwas getan, antwortete Er.
    „Ich habe Dich geschickt.”

    Jim Willms, 1999

  3. Toll, nach und nach stellen immer mehr auf vegan um. Vor ein paar Jahren wurde ich noch belächelt.
    Jetzt brechen die Widerstände langsam auf.
    Ich traf einen 80 jährigen Yogi letztens auf dem Veggie Street Day in Dortmund, einer der ersten Yogalehrer in Deutschlands :-). Auch er wurde belächelt und freut sich über die Entwicklung. Er sagte: „Das ich das noch erleben darf.“ 😉 Wie süß 🙂
    Om Shanti
    Satyadevi

    PS: Vor einer Woche habe ich mit einem Familienvater in unserem Speisesaal gesprochen. Er hatte mit seiner Frau und Kindern Urlaub auf einem Bio Bauernhof gemacht. Er sagte es war zum Teil sehr tragisch. Er musste, obwohl es sehr warm war 2 Nächte mit geschlossenen Fenstern schlafen, weil gerade ein Kind von einer Kuhmutter weggerissen
    wurde. Er konnte es kaum glauben. Es hat ihn sehr zum Nachdenken gebracht. Er trinkt noch Milch aber überlegt schon, ob er umstellt auf vegan. Jeder müsste es mal mit eigenen Augen sehen und hören, dann ….

  4. Hallo Calm Awareness of the heart, danke für die Info. Interessant, dass Plum Village also schon seit 2007 vegan lebt. Letztes Jahr sagte mir nämlich jemand, dass Thay auf vegan umstellen wollte, aber sich nicht durchsetzen konnte. Ich freue mich, dass diese Aussage anscheinend nicht gestimmt hat, und Plum Village seit 2007 vegan ist.

  5. Calm Awareness of the heart

    Hallo Yoga-Vidya-Infos,
    woher ich weiss, dass Plum Village vegan geworden ist, weil ich für das Winter-Retreat im Januar/Februar 2009 da war und man mir sagte, dass die Gemeinschaft erst seit etwa 2 Jahren (also seit 2007) vegan lebt. Allerdings muss ich sagen, dass es viel Soja und wenig Linsen und Bohnen gab und es war dort auch nicht alles Bio, z.B. verkauften sie in ihrem Shop Nutella oder Mars (wie schrecklich). Aber da ich seit über 3 Jahren nicht mehr in Plum Village war, sollte ich vorsichtig sein mit solchen Kommentaren, ich kann nicht sicher sagen, was heute dort los ist.

  6. Hallöli Yoga Vidya Infos

    Yoga Vidya Sevaka helfen sich ja sehr gerne füreinander, und allen anderen.

    http://www.institut-achtsame-kommunikation.de/index.php/achtsamkeitszentren-kloester/plum-village

    Alles Liebe,
    😀

  7. Ich finde die mittlerweile VEGANE Einstellung bei Yoga Vidya nur konsequent. Wenn man mal überlegt wie sehr unsere armen Milchkühe ausgebeutet werden, ist die vegetarische Lebensweise nur ein Anfang und fast Heuchelei…Sage das obwohl ich es noch nicht schaffe, mich vegan zu ernähren. Aber ich will für mich auf jeden Fall dahin! Und daher freue ich mich immer über vegane Rezepte (z.B. im monatl Newsletter von Yoga Vidya)- oder auf die bevorstehende Veröffentlichung des Neuen Yoga Vidya-Kochbuches!

    Vielleicht könnte man über den Yoga Vidya-Shop diese vegane Zahncreme für Hunde und möglicherweise veganes Tierfutter verkaufen? Das wäre ein guter Schritt! Häufig wissen die Menschen gar nicht von veganen Alternativen!

    Fand den Beitrag über Felix wunderschön und er ging mir sehr nah,da ich selber stolze Besitzerin eines Seniorenhundes bin! Konnte mich bei der Ernährung allerdings noch nicht gegen meinen Mann durchsetzen….vielleicht lasse ich ihn mal den Beitrag lesen! (o:

    Alles Liebe,
    die waldfee

  8. Liebe Rafaela, liebe Satyadevi,

    dem Beitrag von Calm Awarenee of the Heart möchte ich mich anschließen. Mit dogmatisch meinte, dass das moralische Predigen vermieden werden sollte … das ist sehr unangenehm und damit wird wirklich nur das Gegenteil erreicht. Leider stelle ich immer wieder fest, dass es immer wieder zu diesen moralischen Predigten kommt bei Yoga Vidya … lasst es bitte einfach sein!! Danke!

    Beste Grüße
    Kurt

  9. Hallo, Autor namens „Calm Awareness of the heart“ – woher weißt du dass Plum Village vegan geworden ist? Hast du einen Link dazu? Danke dir!

  10. Danke! Ich finde deinen Kommentar sehr schön und wertvoll. Aber du konntest uns deinen inspirierenden Kommentar nur so schreiben, wie die vorigen waren, so hat doch der Blog-Beitrag und jeder Kommentar seinen Sinn gehabt, ohne dabei moralisch predigen zu wollen.

    Ja! Das gute Beispiel, schweigend und mit Liebe genügt. Vielleicht noch mit einer Portion achtsame Kommunikation…, so dass das Gleigewicht gehalten wird YinYang

  11. Calm Awareness of the heart

    Die Gemeinschaft von Thich Nhat Hanh in Plum Village ist schon seit einigen Jahren (nach einem langen, schmerzhaften Prozeß) vegan geworden. Thây hatte schon sehr lange diesen Wunsch, wollte aber auch nichts erzwingen. Jede Entwicklung muss in dem Tempo erfolgen, dass auch langsamere Seelen mithalten können. Liebe Veganer von Yoga-Vidya, bitte habt Geduld und vermeidet moralisches predigen, das erreicht meist nur das Gegenteil. Das gute Beispiel, schweigend und mit Liebe genügt.

  12. Manfred Atmarama Johannes Maria

    Danke, dieser Beitrag hat mich gerade veranlasst auf mein-yoga-vidya.de einen Artikel zum Thema „Sterbehilfe aus yogischer Sicht“ zu veröffentlichen. Bin gespannt auf eure Kommentare.

  13. 🙂
    Om Namo Narayanaya
    Möchte noch darauf hinweisen, auch im Namen von Satyadevi, dass Vegan zum Schutz der Tiere und Umwelt sich e n t w i c k e l t hat. Allein aus diesem Grund müssen wir dafür sorgen, dass Vegan rein bleibt, das heißt, dass man nicht für alle Produkte, die Tiere beinhalten ein Ersatzprodukt brauchen, sondern mehr die Fülle der Natur nutzen, die uns alles schenkt solange wir auch die Natur nicht manipulieren, und aus ihr alles herausziehen, sondern mit Respekt und Sattwig umgehen.

    Bei Vegan kann es durch den Kommerz, also geschäftlich gewinnorientiertes Handeln das Vegan zu künstlichen Ersatz Produkten kommen, die dann nicht mehr gesund sind. Daher ist die natürliche Natürküche die uns sehr reich mit natürlichen veganen Lebensmittel beschenkt jetzt an der Reihe, so dass weiter Harmonie und Frieden durch eine reine und weise Gedankenschwingung sich ausbreiten kann, was eine große Göttliche Schöpfung und Heilung hervorbringt.
    In diese Vegane Bio Naturküche sollte jetzt unsere Energie fliessen, die wir für die Ernährung aufbringen müssen.

  14. Satyadevi

    Danke erst mal an Rafaela, die den Mut hatte das zu posten :-). Es gibt einige die finden das gut und einige finden es nicht so gut.
    Danke an Brahmani, so sehe ich das auch. Veganismus ist bei vielen ein sehr emotionales Thema. Es geht ja auch um Muttermilch :-). Die Vegetarier waren vor einigen Jahren noch Exoten. Jetzt sind es noch die Veganer. Aber das Bewusstsein wird sich weiter anheben. Ich habe letzte Woche persönlich mit Kali Ray gesprochen. Das ist die berühmteste Yogalehrerin, Meisterin aus Amerika. Ihr liegt das Thema Veganismus auch sehr am Herzen. Sie spricht in ihren Retreats und Seminaren darüber. Ihre Schüler sind vegan. Sie hat einen veganen Koch, der sie immer auf ihrer Tour begleitet. Kali Ray ist begründeren des Tri Yogas und sie sagt, dass sie durch den Veganismus erst das Tri Yoga in seiner Reinheit channeln konnte. Erst dann haben sich ihre subtilen Kanäle geöffnet.
    Auch bei mir kam die Hellhörigkeit erst, als ich Veganerin wurde -nach ein paar Tagen schon.
    Auch Sukadev hat durch den Veganismus noch mehr Lebensqualität erlangt.
    Das schreibt er hier : https://blog.yoga-vidya.de/warum-ich-veganer-geworden-bin/

    Sukadev sagt: Wenn ich einen neuen Ashram aufmachen würde, dann einen ohne Milchprodukte…
    Om Shanti für Mensch und Tier
    Satyadevi
    Lebe vegan, lebe Ahimsa

  15. Ich weiß ehrlich gesagt nicht was an diesem Bericht dogmatisch sein soll?
    Ich finde diese Schilderung sehr ehrlich und berührend und für einige sicherlich auch aufklärend. Ich habe mir viel Zeit gelassen und lasse mir auch immer noch mit der Umstellung zum veganen Leben, aber letztendlich gibt es für mich keine vernünftigen Gründe mehr „nicht vergan“ zu leben.
    Die Aufruhr die um dieses Thema betrieben wird ist meist nur emotionaler Art.
    Vor circa dreißig Jahren hatten die Vegetarier mit den gleichen Vorurteilen zu kämpfen.
    Ich denke es wird noch ein paar Jahre dauern bis sich auch hier eine Bewusstseinsveränderung einstellt.
    Aber ich denke auch,dass Thema vegan ist „dank mutiger Menschen“ wie „pro vegan“ auf dem besten Wege, die Welt wieder ein Stück zu verändern und zu einer besseren zu machen.
    Danke für diesen Artikel.

  16. Hallo ihr Lieben,

    Als ich die Geschichte über Felix las, fühlte ich die Botschaft an uns, die aus dem tiefsten innern von Dr. med. Ernst Walter Henrich kam. Und diese Botschaft wollte ich natürlich mit Euch teilen.
    Wie tiefgreifend muss für Dr. med. Ernst Walter Henrich die Zeit mit seinem Hund Felix gewesen sein. Eine innere Offenbarung was Tiere wirklich sind.

    *
    Die folgenden Worte von Ingolf Bossenz 17.08.2012 / Europa, geben eine weitere Antwort auf meinen Blog Beitrag.

    Der Autor ist Redakteur des »nd« und schreibt unter anderem zu Themen aus dem Bereich Tierrechte/Tierethik.
    *

    Tiere im Tollhaus

    »Es ist nicht das zu tun, was mir ein Anwalt sagt, dass ich es darf, sondern, was mir Menschlichkeit, Vernunft und Gerechtigkeit gebieten.« Edmund Burke (1729-1797) schrieb dies in seinen »Philosophischen Untersuchungen über den Ursprung unserer Ideen vom Erhabenen und Schönen«. Der irische Politiker und Philosoph gilt als geistiger Vater des Konservatismus. Doch sein zitiertes Diktum ist von nachgerade revolutionärer Brisanz. Beispielsweise mit Blick auf den Umgang mit Tieren, Tierschutz und Tierrechten in Europa. Seit Jahrzehnten wird national und EU-weit daran gebosselt, »was mir ein Anwalt sagt, dass ich es darf«, sprich: Wie das tagtäglich Millionen sogenannten Nutztieren zugefügte Leid in juristische Normen gegossen werden kann, wie ihr elendes Leben und Sterben die zweifelhafte Weihe von immer neuen Paragrafen erhält.

    Tierschutzgesetze sind Tiernutzgesetze. Daran ändern letztlich alle durch hartnäckigen Einsatz von Tierschützern erkämpften – meist marginalen – Verbesserungen nichts. Und Gesetze, die die wirtschaftliche Ausbeutung von derart wunderbar wehrlosen Kreaturen ernsthaft behindern, gehören ins Reich der Illusion. Zudem ist die Welt profitabler Möglichkeiten größer als die EU. So wurde in Letzterer durch geringfügige Vergrößerung der Legehennenkäfige der Gigantismus von Hühnerfabriken zwar etwas gedämpft. Aber da gibt es ja noch andere Länder. Wie die Ukraine. Dort will jetzt ein deutscher Exporteur zwei Anlagen für insgesamt acht Millionen Hühner errichten. Zum Vergleich: In Deutschland sind höchstens 50 000 Tiere in einer Hühnerfabrik eingepfercht. Das Tolle am Ukraine-Geschäft: Das Bundeswirtschaftsministerium übernahm dafür sogar die Kreditbürgschaft. Tollhaus EU.

    Als würde es nicht reichen, dass jedes Jahr in der EU rund fünf Milliarden Tiere (ohne Wassertiere) für den Verzehr sterben müssen: Selbst für die sogar von vielen Fleischessern als besonders grausam abgelehnten Aufzuchtmethoden findet sich eine lautstarke Lobby. So für »Foie gras«, die französische Stopfleber, für deren Erzeugung jedes Jahr 30 Millionen Gänsen und Enten mittels Stahltrichter der Futterbrei brutal in den Magen gepresst wird. Stopfleber-Gegner aus Belgien haben Frankreichs Präsident François Hollande jetzt eine vegetarische Alternative zu der vorgeblichen Delikatesse zukommen lassen: eine Pastete aus Trüffeln und Champagner. Immerhin gehört die grausame Herstellung von »Foie gras« zu jenen Tierquälereien, die auf einen Schlag beendet werden könnten, ohne die – ansonsten gern bemühte – Versorgung der »Verbraucher« auch nur ansatzweise zu gefährden. Dennoch gäbe es in Frankreich sicher einen Sturm der Entrüstung, wenn die als nationales »Kulturerbe« verehrten Qualprodukte vom Markt verschwänden.

    Ebensolche Reaktionen wären wohl in Spanien zu erwarten, wenn das grausame wie überflüssige Spektakel des Stierkampfes von europäischen Instanzen angetastet würde. Glücklicherweise ist das Gegenteil der Fall. Der EU-Vertrag von Lissabon nimmt beim Tierschutz ausdrücklich auf solche »kulturellen Traditionen« Rücksicht – und stellt ihnen damit einen Freibrief aus. Die Brüsseler Eurokratie fördert den Stierkampf zudem mit Millionensubventionen, da auch Züchter von Kampfstieren Anspruch auf Bezuschussung haben.

    Zwar werden hierzulande weder Stopfleber produziert noch Stiere in der Arena massakriert. Doch wer einen Blick auf die gefüllten Fleischtheken deutscher Supermärkte wirft, sollte sich vielleicht bisweilen fragen, ob die »Produktion« dieser Körperteile von Rindern, Schweinen oder Hühnern über den Status des Erlaubten hinaus auch Maßstäben entspricht, wie sie Burke setzte: »Menschlichkeit, Vernunft und Gerechtigkeit«.

  17. Ihr Lieben,
    fast dreißig Jahre habe ich mich vegetarisch ernährt und seit
    Ostern ernähre ich mich nur noch vegan. Auch meine Kosmetik habe ich total umgestellt. Heute wundere ich mich, daß ich so lange gebraucht
    habe um zu verstehn. Die Beiträge von Yoga Vidya haben mich sehr bei meiner
    veganen Lebensweise unterstützt und ich war für jede Aufklärung dankbar!
    Viele Menschen die ich kenne möchten nicht auf Fleisch verzichten und ich
    respektiere das. Ich finde es klasse, daß Yoga Vidya diese Aufklärungsarbeit leistet!
    Danke an alle, die es wirklich gut meinen!
    Mögen alle Wesen glücklich sein!
    Lichtvolle Grüße aus dem sonnigen Düsseldorf,
    Monika

  18. Liebe Rafaela,

    alle mit vegan „missionieren“ zu wollen, steht Yoga Vidya nicht so gut zu Gesicht, wie ich finde, zumal Yoga Vidya doch sonst eine große Toleranz für sich in Anspruch nimmt, was ich auch sehr positiv finde und weswegen ich gerne regelmäßig zu Yoga Vidya komme.

    Viele Grüße
    Sonja

  19. Hallo,

    vegetarisch ist auch ok.
    Ansonsten meine Bitte: nicht zu dogmatisch werden.

    LG

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