Hohelied der Liebe

Zu „Pfingsten“ erinnert man sich daran, dass der Heilige Geist auf die Apostel und Jünger Christi herabkam, als sich diese zum jüdischen Fest Schawuot versammelt hatten. Dieses Ereignis wird in der christlichen Tradition auch als Gründung der Kirche verstanden.

Was bedeutet Gott? Welches Ziel verfolgt Religion? Wer bin ich? Zu Pfingsten sei dazu als heutige Inspiration das „Hohelied der Liebe“ aufgeführt.

Das sogenannte „Hohelied der Liebe“ entstammt dem 13. Kapitel des ersten Korintherbriefs des Paulus. Dabei handelt es sich um kraftvolle Aussagen, die auf das großartige, gütige, reine Wesen der Liebe als den bedeutendsten Aspekt spiritueller Entwicklung und des menschlichen Seins hindeutet.

Korinther – Kapitel 13

  1. Wenn ich mit Menschen- und mit Engelzungen redete, und hätte der Liebe nicht, so wäre ich ein tönend Erz oder eine klingende Schelle.
  2. Und wenn ich weissagen könnte und wüsste alle Geheimnisse und alle Erkenntnis und hätte allen Glauben, also dass ich Berge versetzte, und hätte der Liebe nicht, so wäre ich nichts.
  3. Und wenn ich alle meine Habe den Armen gäbe und ließe meinen Leib brennen, und hätte der Liebe nicht, so wäre mir’s nichts nütze.
  4. Die Liebe ist langmütig und freundlich, die Liebe eifert nicht, die Liebe treibt nicht Mutwillen, sie blähet sich nicht,
  5. sie stellet sich nicht ungebärdig, sie suchet nicht das Ihre, sie läßt sich nicht erbittern, sie rechnet das Böse nicht zu,
  6. sie freut sich nicht der Ungerechtigkeit, sie freut sich aber der Wahrheit;
  7. sie verträgt alles, sie glaubet alles, sie hoffet alles, sie duldet alles.
  8. Die Liebe höret nimmer auf, so doch die Weissagungen aufhören werden und die Sprachen aufhören werden und die Erkenntnis aufhören wird.
  9. Denn unser Wissen ist Stückwerk, und unser Weissagen ist Stückwerk.
  10. Wenn aber kommen wird das Vollkommene, so wird das Stückwerk aufhören.
  11. Da ich ein Kind war, da redete ich wie ein Kind und war klug wie ein Kind und hatte kindische Anschläge; da ich aber ein Mann ward, tat ich ab, was kindisch war.
  12. Wir sehen jetzt durch einen Spiegel in einem dunkeln Wort; dann aber von Angesicht zu Angesicht. Jetzt erkenne ich’s stückweise; dann aber werde ich erkennen, gleichwie ich erkannt bin.
  13. Nun aber bleibt Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei; aber die Liebe ist die größte unter ihnen.
    [Text: Luther 1912]

Yoga und das Hohelied der Liebe

Wie kann man die Aussagen des Paulus im 13. Kapitel seines Ersten Korintherbriefes deuten? Folgende Gedanken stellen lediglich mögliche Betrachtungsweisen dar – vielleicht für die eigene Kontemplation und Meditation:

  • zu 1 und 2.: Die Rishis – die „Seher“ – dien(t)en als Kanal, um Wissen zu empfangen und an die Menschheit weiterzugeben. Doch was bedeutet dieses Wissen ohne die Liebe? Was bedeutet „weltliches“ Wissen, ohne [unser] Wissen von Gott?
  • zu 2.: Aus den Yoga Sutras von Patanjali kennen wir die Siddhis, die übernatürlichen Kräfte. Was helfen Kräfte, wie Einfluss auf Materielles zu haben („Berge zu versetzten“), ohne die Liebe? Welche „Macht“ ist größer als die Liebe?
  • zu 3.: Karma Yoga animiert uns zum nicht-egoistischen Handeln („alle meine Habe den Armen gäbe“), ohne uns dabei an die Resultate unserer Handlungen zu klammern. Doch was ist Wohlfahrt ohne Liebe?
  • zu 8. und 9. und 10.: Brahman, das Absolute, Gott, das Göttliche, die LIEBE ist nondual. Eins ohne Zweites. Ein in sich Ganzes, Vollkommenes, Unendliches – unabhängig von Raum und Zeit. („so doch die Weissagungen aufhören werden und die Sprachen aufhören werden und die Erkenntnis aufhören wird“). Was ist das Vollkommene, Ganze, Unendliche, wenn nicht das, was mit dem Wort „Liebe“ gemeint ist?
  • zu 12.: „Erkenne dein Selbst und sei frei.“ ― Swami Sivananda („dann aber werde ich erkennen, gleichwie ich erkannt bin.“)

… und was denkst du? Teile deine Gedanken als Kommentar unter diesem Beitrag!

Es geht um die Liebe

Die Liebe wohnt in deinem Herzen. Die Liebe ist unendlich weise, ewig gütig, stets gerecht.

In dir erkennt sie sich als Teil von mir, in mir als Teil von dir, in uns als Teil von allen und von allem.

Die Liebe ist das Licht, in dem du siehst.

Sie dreht sich niemals bloß um irgendeine Form, noch um ein Ding und auch nicht um des Menschen Sinnesglück allein.

So ist die Liebe, was sie ist.

Ohne die Liebe wäre alles nichts.

Die Liebe ist das Zentrum allen Glücks, die Kraft des Lebens,

der Kern der Freude innerhalb der Wandlung aller Dinge.

Die Liebe liebt. Die Liebe ist. Die Liebe bleibt. Die Liebe siegt.

Dies sei das Motiv der Meisterschaft, der Grund zur Hoffnung und das Ziel.

Om Shanti

Das Leid ist Liebe und die Freude ist Liebe. Der Tag ist Liebe und die Nacht ist Liebe. Der Himmel ist Liebe und die Erde ist Liebe. Das Licht ist Liebe, der Schatten ist Liebe. Liebe ist Liebe, als Ganzes im Ganzen, als Wirklichkeit im Sein.

~dg

2 Kommentare zu “Hohelied der Liebe

  1. Christin

    Liebe <3

  2. Premajyoti

    Die göttliche Liebe steht über allem, ist alles, gibt alles, die Liebe ist neutral, die Liebe kennt keine Formen,keine Rishis, keine Sutren,keine Relgionen, die Liebe ist das Göttliche, das Höchste. Die Liebe ist alles.
    Om Shanti

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