Nalinis goldene Hochzeit in Indien

Dr. Nalini Sahay und ihr Ehemann 16:9

Auch in Indien feiert man die goldene Hochzeit, ein besonderer Tag für große Feierlichkeiten. Die Yoga Vidya Gastlehrerin Dr. Nalini Sahay nutzte den 50. Hochzeitstag für spirituelle Bhakti Yoga Praxis in und um Varanasi – für die Hindus die heiligste Stadt der Welt. Wir gratulieren recht herzlich! Om Tryambakam!

Besuch im Tempel der Göttin

Unser Plan war es, den Vindhyachala-Tempel zu besuchen, in dem Ma Vindhyachala ihren Segen spendet. Der Legende nach wurde Ma Durga zu Vindhyavasini und tötete Mahishasura. Nicht zuletzt ist sie auch deswegen als Bezwingerin der Dämonen bekannt.

Dazu fuhren wir zunächst nach Vindhyachala. Unser Fahrer war ein Cannabis kauender Gentleman und sehr lässig. Er sagte, er sei Taxifahrer, und während wir dahintuckerten, fragte er ständig nach dem Weg. So erreichten wir den Tempel mit Ach und Krach.

Bei der Ankunft wurde uns dann gesagt, dass die Räumlichkeiten in dreißig Minuten schließen würde. Dennoch wurden wir einem Führer vorgestellt (Pandas sind gerissene Menschen, die Pilgern gegen Bezahlung zu einem Darshan verhelfen) und er bot uns eine Tour an.

Also gingen wir durch eine Schlange von zweihundert Menschen in den Tempel, die in der Hitze schwitzten, aber in religiöser Inbrunst ertranken. So ging es uns auch. Dann läuteten die Tempelglocken und wie Sie wissen, läuten die Glocken, um die Negativität in uns zu vertreiben.

Auch ich ließ diese riesigen Glocken läuten, und der Duft von Weihrauch lag in der Luft. Schließlich erreichten wir die Göttin. Ich war wie verzaubert und der Polizist packte mich am Kragen. Mein Mann war wütend und schrie ihn an.

In der Zwischenzeit war ich mir nicht bewusst, dass mir das passiert war. Wir verließen den Ort in aller Eile, als sich die Türen schlossen. Wir erreichten Varanasi und waren froh, zurück zu sein. Ich muss sagen, dass Ma meinen Geist einfach leer gemacht hat.

Goldene Hochzeit in der heiligen Stadt Varanasi

Anschließend besuchten wir den Kashi Visvanath- und den Annapurna-Tempel in Varanasi. Varanasi gilt für die Hindus als die heiligste Stadt der Welt. “Der Ort, an dem das höchste Licht leuchtet” soll 5000 Jahre alt sein. Vor allen Dingen gilt Varanasi aber auch als Heimat von Lord Shiva.

Als Shiva sich mit Uma, der Tochter des Himavat, des Himalaya-Bergs, vermählte, musste er seinen Wohnsitz in Kailash verlassen. Kashi war zu jener Zeit die prächtigste Stadt und Uma war eine Prinzessin und eine Göttin.

Es wird geglaubt, dass der Fluss Ganga Lord Shiva durch die Richtung, in die er fließt, seinen Respekt zollt. An ihrem Ufer findet sich nicht nur das Ajna Chakra, sondern auch der Kashi Visvanath Tempel. Auch der Tempel von Annapurna Devi ist gleich nebenan.

Unsere Opfergaben für Shiva

Dr. Nalini Sahay an ihrer goldenen Hochzeit

Im Kashi Visvanath Tempel gab es viele, viele Menschen, die alle Milch für den Shiva Linga, Girlanden aus Madar-Blüten, Bilwa-Blättern und Datura-Blüten und -Früchten hielten.

Datura ist eine giftige Pflanze und wird Shiva geopfert, damit man all das Gift loswird, das in uns steckt. Irgendwann haben wir es dann geschafft, Shiva unsere Opfergaben zu bringen. Im Kashi-Visvanath-Tempel spürt man die Toleranz Shivas, die von allen Seiten ausgeht. Er wird auch “Bhole Baba” genannt, was unschuldig bedeutet, und er erfüllt alle Wünsche, wenn man ein reines Herz hat.

Anschließend gingen wir zum Tempel von Annapurna Devi. Dieser Tempel ist sehr ruhig und jeder kam nach dem Darshan mit Tränen in den Augen heraus. Hier wohnt Annapurna, die nährende Göttin, und sie sieht gütig und liebevoll aus. Dort bekam ich einen grünen Sari und meine Gabe war eine Girlande aus Ringelblumen.

Der Besuch des Tempels von Annapurna Devi war, als wäre man in der Gegenwart der eigenen Mutter. Als wir aus dem Tempelkomplex traten, sah ich diese Kinder mit Tabletts mit Sandelholzpaste und einer Schablone eines Trishul. Ich bekam eine auf die Stirn, wie Sie oben auf dem Bild sehen können.

Aim Hrim Klim

Bhakti Yoga

Im Bhakti Yoga geht um Liebe, Hingabe und die Erweckung deine Beziehung zu einer höheren Kraft. Traditionelle Bhakti Yoga Praktiken umfassen dabei Mantra-Singen, Japa oder auch dem Beiwohnen von Ritualen, wie Homa und Puja. Dabei wird deine geistig-emotionale Hülle gereinigt und das Herz geöffnet. Auf diese Weise wird die Erfahrung von Verbundenheit, Frieden und Einheit sehr einfach möglich.

Die Autorin

Yoga Vidya Seminarleiterin Dr. Nalini Sahay

Dr. Nalini Sahay ist Yoga Meisterin und Doktor der Psychologie. Auf diese Weise verbindet sie tiefes klassisches Yoga-Wissen mit den Erkenntnissen von westlicher Psychologie und Medizin. Zudem lernte sie Energietechniken in intensiven Kursen in der Tradition von Swami Sivananda und Swami Satyananda.

In ihrer Arbeit mit therapeutischem Yoga in Schulen und Krankenhäusern sowie in Sozialarbeit mit Aidskranken und Suchtkranken lernte sie, diese Techniken so zu modifizieren, dass sie jeder ohne Schwierigkeiten umsetzen kann.

Dr. Nalini Sahay hat selbst eine große Ausstrahlung und begeistert durch ihre klaren Anweisungen, ihren praktischen Idealismus und ihrer einfühlsamen Art. Jedes Jahr besucht sie die Yoga Vidya Ashrams und gibt dort eine Vielzahl von Seminaren und Ausbildungen.

Daneben produziert sie auf yoga-vedanta-tantra.org regelmäßig Blog und Podcasts zu den Themen Yoga, Ayurveda, Meditation, Tantra und Vedanta.

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