Yoga Wiki über Zucker

Früher hat deine Mutter dich ermahnt: „Jetzt gibt es keine Süßigkeiten mehr!“ Nun hast du es selbst in der Hand, wieviel Zucker du isst. Trotzdem ist da eine Stimme in dir, die sagt, dass das dritte Stück Sahnetorte keine gute Idee wäre. Und das zu Recht, denn etwas Umerziehung, was Zucker angeht, haben wohl die meisten von uns nötig.

Schließlich hat die moderne Industrie all unsere ursprünglichen Essgewohnheiten pervertiert. In der Steinzeit wies der süße Geschmack auf ein kalorienhaltiges Nahrungsmittel hin. Der Körper nahm mit dem Nahrungsmittel zahlreiche wertvolle pflanzliche Stoffe auf. Deswegen ist der Körper auch verwirrt, wenn er ein Marmeladebrot oder etwas anderes mit viel Zucker verdauen soll. Wo sind die wertvollen Nährstoffe, nach denen er sich sehnt? Der Körper hofft weiterhin auf etwas Verwertbares und sendet das Signal: Heißhunger!

Der Heißhunger hat auch den Grund, dass der Blutzuckerspiegel nach dem Verzehr von Zucker eine La-Ola-Welle schlägt. Durch den Zucker werden Unmengen an Insulin ausgeschüttet. Insulin setzt Serotonin frei und macht dich euphorisch. Doch kurze Zeit später stürzt der Blutzuckerspiegel in die Tiefe. 1,5 Stunden nach dem Verzehr von Zucker kommt es zum Rekordtief. Das Energietief kann bis zu zwei Stunden anhalten.

Auch ein Yogi im Ashram ist vom Zucker nicht automatisch befreit und hat morgens zahlreiche Verführungen am Buffet in Form von Honig und Agavendicksaft. Aber – so schießt es dem Yogi durch den Kopf – sind dies nicht gesunde, natürliche Süßen? Und ein Brot mit Marmelade wird doch okay sein? Aber auch die „gesunden“ Alternativen zu Zucker wie Agavendicksaft und Honig müssen euch an dieser Stelle leider auch ein wenig vermiest werden. Der Anteil an reinem Zucker in Honig ist mit 80% sehr hoch, der von Agavendicksaft noch höher. Agavendicksaft besteht vor allem aus Fructose, ein Spitzenreiter unter den Dickmachern und krebserregend dazu.

Wenn der Yogi also 2 Stunden nach dem Essen seine Yogapraxis beginnen will, hat er dank seines Zuckerverzehrs unter Umständen mit einem Energieloch zu kämpfen. Er wird dann wohl nicht die Farben der Chakras visualisieren, sondern vielmehr Bilder von Kuchen und Schokolade sehen. Während er etwas für seine Gesundheit tun will, muss sein Körper den Zucker abbauen. Langfristig ist das wie ein Raubbau von Vitaminen und Mineralien, der Mangelerscheinungen hinterlässt.

Du kannst nun überlegen, woher deine Lust auf Süßigkeiten kommt und was dein persönlicher Weg sein könnte, Zucker zu reduzieren. Vielleicht kompensierst du etwas und solltest die Süße des Lebens nicht im Supermarktregal, sondern in der Yogapraxis oder in der Meditation suchen. Manchen hilft es, Zucker zu reduzieren, die anderen bekommen nach einem Stückchen erst recht einen Heißhunger auf die ganze Tafel Schokolade und können mal versuchen, Zucker ganz wegzulassen.

Sei nicht zu streng mit dir, informiere dich über Zucker und experimentiere mit dem Wissen herum. Lasse dir notfalls mit einer Banane aus einem Energietief helfen! Einen guten Überblick zum Thema Zucker und einige gesunde Alternativen bietet unser Wiki-Artikel. ks

6 Kommentare zu “Yoga Wiki über Zucker

  1. Stevia heißt das Zauberwort! Seit es endlich von unserem lieben „Staat“ freigegeben wurde, ist das mein Zuckerersatz. Gesunde Ernährung ist mega wichtig und so kann man das ohne Reue tun. Beim Backen funktioniert es leider nicht wirklich, aber ab und an ein bischen Zucker kann man überleben. 🙂

  2. Hallo Petra, das Thema kenne ich aus eigener Erfahrung. Mir fällt es sehr schwer auf Zucker zu verzichten. Aus gesundheitlichen Gründen musste ich drei Wochen komplett auf Zucker verzichten. Eine Ernährungsberaterin hat mich in dieser Zeit begleitet. Während dieser Zeit hatte ich echte Entzugserscheinungen. Das hat mich sehr erschreckt und sehr nachdenklich gemacht. Traubenzucker durfte ich nach Rücksprache mit meiner Ernährungsberaterin in diesen Situationen nehmen. Nach drei Wochen fühlte ich mich deutlich besser und war 4 kg leichter.

    Also meine Empfehlung: Keine Süßigkeiten kaufen. Traubenzucker hilft mir in akuten Situationen. Ob Du das als Diabetikerin essen darfst, weißt Du vermutlich.

    Mir tut der Verzicht auf Zucker gut. Ich fühle mich einfach wohler. Aber es ist schwer. Ich schaffe es nicht immer, fange aber immer wieder neu an.

    Also, alles Liebe + Gute und viel Erfolg bei der zuckerarmen Ernährung.

  3. Wenn mich der Süßhunger plagt besonders abens dann nehme ich
    2-3 Mandeln und kaue diese so lange bis nur Saft zurück bleibt
    Und der Süßhunger ist weg.

  4. Ute Deffner

    Ich verzichte, wenn möglich auf Zucker. Als Alternative nehme ich Birkenzucker. Man isst wieder mit Genuss und schmeckt die anderen Zutaten intensiver. Probiert es mal aus, gerade jetzt in der Plätzchenzeit.

  5. Ich kann euch jedenfalls bestätigen: Zucker zu reduzieren ist möglich. Ich lebe zuckerreduziert schon ca. 2 Jahre lang. Habe sozusagen langsam abtrainiert.
    Köpfchen anstrengen und kreativ sein. Gar nicht so schwer.

  6. Nagel, Petra

    Hallo Ihr Lieben, ich finde die Information super. Es heisst zwar immer Zucker ist ungesund, aber was man gegen den Appetit Unternehmen kann, sagt keiner
    Verzicht – ja – aber wie schafft man das? Vielleicht könntet Ihr dazu immer mal was schreiben. Ich lese alle monatlichen Informationen. Da ich Diabetikerin bin, ist das Thema sehr wichtig. Einen schönen 1. Advent allen Menschen

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