56 Astrologie intuitiv – die innere Planetenkonferenz

Gelassenheit Entwickeln - Podcast für mehr Gelassenheit im Alltag

Die Astrologie hat eigene Modelle entwickelt, innere Anteile in dir zu entdecken und geschickt mit dir selbst umzugehen. Sukadev zeigt dir hier einen intuitiven Ansatz des Umgangs mit astrologischen Konzepten: Du brauchst dazu gar kein Horoskop. Du wirst dir bewusst, dass es verschiedene Kräfte in dir gibt, für welche die Planetengötter symbolisch und archetypisch stehen. Du wirst dir bewusst, dass all diese Planetenkräfte in dir wirken. Du kannst deine inneren Planetenkräfte zu einer Konferenz einberufen – so wird jeder gehört, und du kannst gelassener damit umgeben. In der indischen und klassischen westlichen Astrologie wird von 7 Planetengöttern gesprochen: (1) Sonne: Strahlen, nach außen gehen, etwas bewirken, aktiv sein (2) Mond: Empfangen, sensibel sein, Verbundenheit spüren, Liebe (3) Venus: Die Schönheit, das Genießen, die Liebe, das Weibliche (4) Mars: Etwas angehen; sich durchsetzen; auch gegen Widerstände; loslegen (5) Jupiter: In der indischen Astrologie der Guru, der Lehrer; das Expansive, das Ausdehnende, das Verbindende (6) Saturn: Der Kontrahierende, die Disziplin, der Skeptiker, der die Hohlheit sieht, das Oberflächliche meidet, zur Spiritualität führen will, zum Ursprung, zum Göttlichen; der alles abschneiden will, was nicht göttlich ist (7) Merkur: Das Verbindende; der Händler, der Abwägende, der Kommunikator, der Götterbote. Sukadev Bretz, Gründer und Leiter von Yoga Vidya, erläutert dir diese inneren Anteile. Er zeigt, wie du diese Prinzipien auch praktisch anwenden kannst. Er zeigt dir das anhand eines gemeinnützigen Vereins. Du kannst eine innere Planetenkonferenz einberufen. Es kann aber auch hilfreich sein, dieses Konzept auch bewusst in einer Besprechung zu nutzen: Ihr könnt Entscheidungsrelevantes von allen 7 Aspekten aus beleuchten.

Dies ist die 56. Ausgabe des Yoga Vidya Gelassenheits-Podcast.

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Heute will ich über die Konferenz der Planeten sprechen. Wir sind gerade bei diesem Gebiet, dass du in dir die verschiedenen Kräfte und Fähigkeiten siehst und dass du von verschiedener Warte aus erkennst, du hast so viele großartigen Fähigkeiten, so viele großartigen Helfer, so viele großartigen Minister, Sevaka, Familienmitglieder, wie auch immer du es ausdrücken willst. Du brauchst vor keinem Angst zu haben, jeder meint es gut, jeder will dir helfen. Erst dann, wenn du einen nicht beachtest, dann wird er sich manifestieren. Er wird sich manifestieren über Emotionen, wie Ärger, Ängste, wie Depressionen, wie Neid, Eifersucht, Gier, wird sich manifestieren über Süchte, über unkontrollierbare Handlungen, er wird sich manifestieren über Destruktivität, auch über Mangel an Energie usw. Es gilt, dass du deine Anteile in dir erkennst, dass du sie würdigst und dass du sie wertschätzt und zu Wort kommen lässt. Einfach indem du die verschiedenen Anteile in dir mal bemerkst und ihnen Aufmerksamkeit schenkst, sie zu Wort kommen lässt, auf diese Weise kannst du zu mehr Gelassenheit kommen. Du brauchst vor nichts Angst zu haben in dir, du brauchst auch nicht wirklich Angst zu haben vor den inneren Anteilen anderer. Du kannst sehr wohl auch Angst haben vor dem, was Menschen tun und dann dich zur Wehr setzen, du kannst sehr wohl dich engagieren bei allem Möglichen, aber es gibt weder in dir noch in anderen das Böse. In dir gibt es nur alle möglichen guten Kräfte und Fähigkeiten und so haben sich im Laufe der Zeit auch in den verschiedenen Kulturen Systeme entwickelt, die die verschiedenen Anteile klassifizieren. Und eine Möglichkeit ist eben, du schaust sie dir an in den verschiedenen Situationen: Was sagen die über dich? Was sagen sie zu dir? Wie kommunizieren sie miteinander?

Und heute will ich sprechen über das System der sieben Planeten. Eigentlich müsste man sagen, der sieben beweglichen Himmelskörper, der Himmelskörper, die im Verhältnis zur Erde beweglich sind, denn da gehören jetzt dazu, die Sonne, der Mond, die im engeren Sinne ja keine Planeten im modernen Sinne sind, aber eben im astrologischen Sinne sowohl in der klassischen Astrologie im Westen, wie auch der indischen Astrologie. Da gibt es Sonne und Mond, ein Gegensatzpaar. Venus und Mars, ein zweites Gegensatzpaar. Jupiter und Saturn, ein drittes Gegensatzpaar. Und Merkur als siebter, der Verbindende. Du kannst alle sieben in dir wirken sehen. Wer sich mit Astrologie auskennt, wird da vielleicht noch sehr viel mehr dazu wissen, und natürlich, die einzelnen Menschen haben auch die einzelnen Planeten in unterschiedlichem Maße in sich, aber letztlich, jeder hat alle sieben in sich. Und es kann hilfreich sein, dass du dir in bestimmten Situationen dieser sieben bewusst wirst. Oder wenn du in dir bemerkst, dass irgendwo etwas komisch ist, dann kannst du auch schauen: „Ah, da ist gerade dieser Planet am Werk.“ Im Griechischen, wie auch im Sanskrit, also im Indischen, werden die Planeten nicht nur als Himmelskörper angesehen, sondern als Götter und als Engel und als Kräfte im Menschen. Sie wirken im Äußeren und sie wirken im Inneren. Sie sind in dir und sie treten von außen auf dich zu. Und manchmal kommen äußere Ereignisse, um einen dieser Planeten oder zwei oder drei in dir stärker werden zu lassen.

Gut, gehen wir durch diese sieben hindurch. Zunächst die Sonne. Sonne steht für Strahlen, Sonne steht für nach außen gehen, steht für etwas bewirken, die Sonne steht für aktiv sein. Manchmal merkst du, etwas in dir will wirklich etwas bewirken. Du willst in den Mittelpunkt treten. Wie eine Sonne, die ausstrahlt und andere auch zum Leuchten bringt, zum Leben erweckt. Diese Sonne ist auch in dir. Zweitens, der Mond. Der Mond, oder eigentlich müsste man sagen die Mondin, die gilt ja in den meisten Kulturen als weiblich, genauso wie Sonne, man eher sagen müsste, der Sonnengott, der oft als männlich gilt, aber das sind ja Geschlechtsstereotypen, die man auch andersherum sehen kann. Also, Mond steht für Empfangen, steht für sensibel sein, steht für Verbundenheit spüren, Liebe, steht dafür, Emotionen, Gefühle sprechen zu lassen, währenddessen Sonne oft für Ratio steht.
Das nächste Gegensatzpaar ist Mars und Venus. Durchaus ähnlich wie Sonne und Mond. Aber Mars, man kann sagen, ist wie die etwas fokussierte Sonne. Mars steht für etwas angehen, sich durchsetzen, auch gegen Widerstände, loslegen. Mars gilt ja auch als der Kriegsgott. Ich bin ein friedvoller Mensch und will nicht, dass irgendwelche Kriege entstehen, aber es ist auch gut, dieses Marsprinzip in sich zu leben. Es gilt, etwas anzugehen. Manchmal musst du dich durchsetzen, manchmal auch gegen Widerstände, manchmal auch loslegen. Manchmal ist auch das Venusprinzip angesagt. Die Venus ist die Schönheit, das Genießen, die Liebe, das Weibliche, die Natur, in diesem Moment einfach sein und genießen. Venus kann auch wiederum die Gemütlichkeit sein, sie kann das Sinnliche sein.
Nächste Polarität ist Jupiter und Saturn. Jupiter, in der indischen Astrologie, ist er der Guru, der Lehrer, in der griechischen Astrologie ist Jupiter ja der Zeus, also der Herrscher der Götter, der König der Götter, der Göttervater. Jupiter symbolisiert das Expansive, das Ausdehnende, das Verbindende, das Lehrende. Jupiter kann auch heißen, dass du andere etwas lehren willst. Es kann auch heißen, dass in dir jemand ist, der auf andere zugehen will. Jupiter kann auch heißen, dass du eine Führungspersönlichkeit sein willst, dass du andere unterstützen willst, dass du willst, dass andere sich gut entwickeln. Und der andere Pol zum Jupiter ist der Saturn. Saturn ist der Kontrahierende, die Disziplin, der Skeptiker, der die Hohlheit sieht, die Oberflächlichkeit meidet, zur Spiritualität zurückführen will, zum Ursprung, zum Göttlichen, der alles abschneiden will, was nicht göttlich ist, der auch andere maßregeln will, der auf Regeln besteht und will, dass Regeln eingehalten werden. Saturn, ein sehr wichtiger Aspekt, der auch das Leiden letztlich annimmt und als wichtiges Prinzip nimmt. Dann gibt es Merkur. Merkur als siebter Planet, der, der alle zusammenführt. Er ist der Verbindende, er ist auch der Händler, er ist der Abwägende, der Kommunikator, er gilt als der Götterbote.

Was kannst du jetzt damit anfangen, wenn du das jetzt weißt? Gut, du kannst auch selbst überlegen: Angenommen, du bist Mitglied eines Vereins, du bist im Vorstand eines Vereins, und irgendwo gibt es Probleme. Die Mitglieder engagieren sich nicht wirklich, du fühlst dich frustriert, du musst immer den Karren aus dem Dreck ziehen, du weißt nicht, wie soll es weitergehen. Was sollst du machen? Du kannst jetzt in dir eine Planetenkonferenz einberufen oder eine Götterkonferenz oder eine Planetengötterkonferenz, wie auch immer du es nennen willst. Da kannst du alle erst mal fragen: „Sonne, was meinst du?“ Du kannst auch fragen: „Wäre es jetzt an der Zeit, wirklich zu strahlen, eine enthusiastische Rede zu halten, nach außen zu gehen, aktiv zu werden, über die Großartigkeit zu sprechen, was im Verein alles stattfindet, möglich ist?“ Oder ist jetzt vielleicht eine Mondphase angesagt. Vielleicht mal zuhören, vielleicht einen runden Tisch einzuberufen und vielleicht den zu beginnen mit etwas Schönem, vielleicht gemeinsam sich am Anfang umarmen oder einen großen Kreis bilden, sich gegenseitig anschauen und ein bisschen etwas Meditatives machen oder einfach jeden mal zu Wort kommen lassen. Man kann einen Kreis bilden, im Indianischen gibt es ja den Talking Stick, man lässt einen heiligen Stock oder einen besonderen Stock herumgehen oder einfach das Wort herumgehen, jeder kann etwas sagen. Oder ist vielleicht das Venusprinzip angesagt? Das Genießen, vielleicht auch das Genießen des Erreichten, oder etwas Schönes zusammen tun. Anstatt jetzt gleich wieder aktiv zu sein, einfach eine kleine Feier feiern. Oder vielleicht ist Marsprinzip angesagt. Vielleicht gibt es ein oder zwei Blockierer. Du kannst dort überlegen, die zwei Blockierer, solltest du die öffentlich bloßstellen? Solltest du sagen: „Entweder ihr, oder entweder die oder ich.“ Es dort anzugehen, wirklich zu kämpfen. Oder vielleicht gibt es einen anderen Bewerber für den Vorstand, der sagt: „Ja, jetzt geht es los.“ Vielleicht will der Jupiter in dir etwa dazu sagen. „Jupiter, was ist los? Sollte ich etwas lehren? Sollte ich auf andere zugehen? Sollte ich verbindend sein? Soll ich dort die Führungsrolle in diesem Sinne annehmen? Bin ich vielleicht der Guru? Ist jetzt vielleicht angesagt, dass ich diese Gururolle, diese Lehrerrolle übernehme?“ Oder Saturn, im Sinne von, kontrahieren, Disziplin, Skeptiker. „Soll ich anderen eine Standpauke halten? Sollte ich mich vielleicht auch zurückziehen?“ Auch das kann Saturn sein. „Soll es einfach heißen, die Zeit im Verein als leitendes Mitglied ist zu Ende und es gilt, sich zurückzuziehen? Oder soll es allen sagen, es ist Zeit, sich zu besinnen, es ist Zeit, mal aus der Expansion herauszugehen? Wir müssen uns auf unsere Wurzeln besinnen. Wir müssen schauen, was haben wir alles gemacht, was wir vielleicht sein lassen sollten. Wir müssen zu unserer Corporate Identity gehen oder wir müssen uns auf unsere Kernkompetenz zurückziehen.“ Das ist alles der Saturn. Man kann sagen, diese Krise ist eine Chance, wieder zurückzukehren zu den Wurzeln, wer wir wirklich sind. Und natürlich der Merkur: „Sollte es vielleicht etwas mehr Verbindendes sein? Sollten wir uns im Gegenteil etwas ausdehnen? Sollen wir auf andere Gruppen zugehen? Sollten wir vielleicht manche alten Zöpfe abschneiden? Sollten wir mit anderen kommunizieren?“ All das kannst du überlegen und so, allein dadurch, dass du alle zu Wort kommen lässt, wird deine Intuition plötzlich merken: „Ja, es gibt viele Alternativen.“

Gelassenheit heißt auch, eine gewisse Freiheit. Gelassenheit heißt auch, wegkommen von Zwängen. Gelassenheit heißt auch, vertrauen auf deine Intuition, vertrauen auf das Göttliche. Du kannst die nächste Woche überlegen, ob diese Konferenz der sieben Planeten hilfreich für dich sein kann. Es kann sowohl im Inneren hilfreich sein, du könntest aber auch z.B. in der Familie das überlegen, wenn über wichtige Dinge in der Familie gesprochen wird. Du kannst diese sieben auch ansprechen, wenn du in einer politischen Partei eine Führungsrolle hast oder in einem Verein oder in der Arbeit oder in einer Arbeitsgruppe. Wo auch immer Menschen zusammen sind, es kann helfen, zu überlegen in einer bestimmten Phase, welche dieser sieben dort das sein könnte. Es gibt sogar das Spielerische, dass jeder in einer Gruppe einen dieser sieben Planeten vertreten kann. Sie können alle zu Wort kommen und sie können alle etwas sagen. Indem alle etwas sagen, bleibt nichts ungesagt und braucht nichts unter der Oberfläche zu bleiben, trotzdem braucht sich keiner letztlich nachher als Rebell manifestieren oder als irrationale Ängste oder als Blockierer oder als Süchte usw. Jeder hat seinen Platz. Und obgleich jeder seinen Platz hat, du behältst immer im Hinterkopf, du bist das unsterbliche Selbst, du bist Satchidananda, du bist Sein, Wissen und Glückseligkeit, nicht gebunden an irgendetwas, nicht identifiziert. Gerade indem du spielerisch mit verschiedenen Konzepten umgehst, hängst du dich nicht fest, sondern du merkst, es gibt viele Weisen, wie du deine innere Welt sehen kannst, es gibt viele Weisen, sie zu strukturieren, es gibt viele Weisen, wie du dich auf dich selbst beziehen kannst. Und indem du das so anerkennst, kannst du größere Gelassenheit haben, weniger Identifikationen, und dabei dennoch engagiert und voller Energie im Leben stehen.

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