“Ist dir wichtig, dass dein Partner Yoga praktiziert?” – 7 Yoga-Bloggerinnen berichten

Wer regelmäßig eine Yogastunde besucht, stellt schnell fest, dass Männer dort eher selten anzutreffen sind. Schon komisch, wenn man bedenkt, dass Yoga jahrhundertelang nur von Männern praktiziert wurde. Heutzutage sind es aber die Frauen, die ganz klar die Yogaklassen und Ausbildungen dominieren.

Als ich Anfang Januar im Yoga Vidya Ashram Bad Meinberg war, haben wir uns gefragt, warum die meisten Frauen ohne ihre Männer ins Seminarzentrum kommen. Denn auch hier in Bad Meinberg gibt es einen Frauenanteil von 80 Prozent. Möchten die Frauen ihre Leidenschaft alleine ausleben, Zeit für sich haben und den Alltag inklusive Familie hinter sich lassen? Und ist ihnen überhaupt wichtig, dass ihr Partner Yoga praktiziert? Das sind die Fragen, die wir uns dabei gestellt haben.

Deswegen haben wir uns überlegt eine kleine Befragung zu starten und haben Deutschlands wunderbaren Yogabloggerinnen folgende Frage gestellt:

Ist dir wichtig, dass dein Partner Yoga praktiziert?

Christina Waschkies ist Gründerin vom Happy Mind Magazine – einem Blog über Yoga, Ayurveda, Ernährung & Lifestyle:

„Ich finde es prima, dass mein Mann kein Yoga macht. Er praktiziert statt dessen Brazilian Jiu Jitsu und geht so richtig anständig das Eisen stemmen.

Ich mag, dass wir jeder „unser Ding“ haben. Trotzdem respektiert er Yoga und alles, was es mit sich bringt – er kam nämlich auch schon in den Genuss einer sehr friedfertigen Christina nach einer vierwöchigen Kundalini Kriya und kennt somit die wahnsinnige Wirkung, die es auf den Geist hat. Und er hat mit mir auch schon die ein oder andere Yoga Puja zu Hause vollzogen, liebt es, wenn ich die Bude mit Salbei räuchere und  ist großer Fan von Yin Yoga Übungen, um den steifen Männerkörper etwas zu lockern. Ich hingegen schätze es nicht so, wenn er mir Submission Moves aus dem Jiu Jitsu zeigen will.“

Rebecca Randak ist Yogalehrerin und Mit-Gründerin von Fvck Lucky Go Happy – einem Blog für „yoga lovers & spiritual souls“:

“Als ich mit Yoga angefangen habe, war ich so begeistert, dass ich am liebsten alle zur spirituellen Gymnastik auf der Matte bewegen wollte. Allen voran natürlich meinen Freund. Das war die ersten paar Jahre erfolglos, doch irgendwann wagte er sich in einen Anfängerkurs. Völlig verstört, wie anstrengend Yoga sein kann und betört von dem Gefühl nach der Klasse, blieb er dabei. Heute glaube ich nicht mehr, dass jeder Yoga üben sollte und halte mich auch in Sachen Bekehrung stark zurück. Trotzdem bin ich froh, dass mein Partner mit Yoga und anderen Formen der Spiritualität etwas anfangen kann. Sowohl beruflich als auch privat nimmt dieser Bereich in meinem Leben so viel Raum ein, dass es sonst schwierig wäre, auf einen gemeinsamen Nenner zu kommen. Eine regelmäßige spirituelle Praxis bringt außerdem viel (persönliche) Weiterentwicklung mit sich, was auch unsere Beziehung im positiven Sinne wachsen lässt.”

Franziska Schulze arbeitet als Soul Coach und ist Mitgründerin von Fvck Lucky Go Happy:

“Mir ist es völlig gleich, ob mein Partner Yoga praktiziert. Ich denke, dass jeder Mensch einen ganz individuellen spirituellen Weg geht. Ich kenne viele Männer, die eine tiefe Verbindung zu ihrer spirituellen Seite haben und kein Yoga praktizieren. Und darauf kommt es doch in einer Partnerschaft an, auf bewusste Liebe.“

Silke Schuster ist Yogalehrerin und bloggt auf Lebensflow – dem Blog für Yoga und Lebensfreude:

„Grundsätzlich finde ich nicht, dass mein Partner Yoga praktizieren muss – solange er meiner Leidenschaft mit Toleranz, Wertschätzung und Verständnis begegnet. Das gilt für mich umgekehrt übrigens genauso! Wenn mein Partner seine Erfüllung auf der Pferdekoppel, im Bergsport oder beim Schlagzeugen findet, respektiere ich das und freue mich, wenn er mit leuchtenden Augen nach Hause kommt. Natürlich braucht eine funktionierende Partnerschaft daneben gemeinsame Interessen und Zeit für Erlebnisse als Paar.

Heute schätze ich mich insofern glücklich, als dass mein Partner ebenfalls Yogalehrer ist. Wir unterstützen uns gern mit unserer Anwesenheit, wenn einer von uns z. B. einen neuen Workshop hält. Immer wieder gehen wir gegenseitig in unsere Klassen, wir tauschen Gedanken und Ideen aus. Das ist unglaublich bereichernd! Darüber hinaus genießen wir jeweils unser ganz eigenes Yoga – denn jeder hat seine Schwerpunkte, Herangehensweisen und Phasen mit mehr oder weniger Yoga.“

Natascha Nazar arbeitet als Yogalehrerin und bloggt auf Yogascha über die wunderbare Welt des Yoga:

„Zu Beginn meiner spirituellen Praxis war es mir enorm wichtig, dass mein Partner Yoga praktiziert. Der Transformationsprozess hinein in die spirituelle Welt hat bei mir so eine Art Euphorie ausgelöst, die mich denken lassen hat, dass ich mein Leben nur noch mit einem Yogi zusammen verbringen kann. Heute bin ich da um einiges entspannter. Mein Partner macht manchmal mit, begleitet mich zu allen möglichen Events, ist manchmal Model und manchmal Fotograf für meinen Blog. Aber ob er nun Yoga praktiziert, ist mir nicht wichtig. Für mich ist alles Yoga. Vor allem die