Schamanismus, Naturspiritualität und Yoga – Ein Bericht

Ein Erfahrungsbericht zum Seminar „Schamanismus, Naturspiritualität und Yoga“, das vom 10. bis 15. Juli 2016 bei Yoga Vidya Westerwald stattgefunden hat. Von Julia O.

Es war mein erster Besuch im Yoga Vidya Ashram im Westerwald und auch mein erstes Seminar zum Thema „Schamanismus, Naturspiritualität und Yoga“. Ich habe mich für dieses Seminar bei Yoga Vidya entschieden, weil ich generell offen dafür bin, mich auf neue Bereiche einzulassen und mehr darüber zu erfahren. Unsere Seminarleiterin Satyadevi hatte ich schon zuvor bei Yoga Vidya in Bad Meinberg kennengelernt und sie war mir gleich sympathisch. Ich hatte einfach ein gutes Gefühl.

Das Seminar startete Sonntagabend mit der Vorstellungsrunde und wir durften von unseren bisherigen Erfahrungen und den Erwartungen für die kommenden Tage berichten. Satyadevi stellte sich und das geplante Programm für das Seminar vor. Zu dem feststrukturierten Tagesprogramm, das es in allen Yoga Vidya Ashrams gibt (morgens und abends Satsang, sowie Buffet und mindestens eine Yogastunde am Tag) trafen wir uns zusätzlich 1 – 2 Mal am Tag, um verschiedene Workshops durchzuführen. Am zweiten Tag folgte eine kleine theoretische Einführung in das Thema. Dieser kleine Vortrag wurde von unserer Kursleiterin so lebendig vorgetragen, dass man einen guten Einblick bekam und schon neugierig auf die Praxis war. Damit ging es dann nach der Mittagspause los. Ich war schon sehr gespannt. 

Im Wald

Es erwartete uns ein (hauptsächlich meditativer) Spaziergang durch den Westerwald mit einigen Zwischenstationen. Mir machte das totalen Spaß, in der Gruppe und doch schweigend durch den Wald zu gehen. Ich genoss die Natur und nahm sie schon hier intensiver wahr als vorher. Die Gruppe bekam an diesem Tag einige anfängliche Inspirationen und einen guten Start in’s Seminar. Wir lernten z.B. etwas über die heilige Raumöffnung und wie wichtig dieses Ritual ist. Mit Hilfe von Rosen ließen wir Belastendes aus unserem Leben gehen und machten Platz für Positives, indem wir die Rosen erst an’s Herz hielten und dann in den Bach warfen und sie fortschwammen ließen. Während ich den Rosen so hinterherschaute, fühlte ich eine etwas befreiende Wirkung in meinem Körper. So, als hätte ich wirklich losgelassen. Danach hatten wir noch die Gelegenheit, dieses Geschehnis auf uns wirken zu lassen und wir meditierten noch etwas am Fluss. Weiter entlang des Weges hatten wir dann noch die Möglichkeit zum Wassertreten und sogar aus einer Quelle zu trinken. Das Wassertreten bereitete mir große Freude und das Wasser aus der sogenannten „Shiva-Quelle“ schmeckte sehr klar.

Ich hatte das Gefühl, alle Aufgaben an diesem Tag hatten eine reinigende Wirkung, nicht nur körperlich, auch seelisch. Ich merkte in diesem Moment, wie gut es mir ging. Unterwegs begegneten wir noch einem Baum, von dem wir nicht glaubten, dass er uns zufällig begegnet war, also setzten wir uns für eine Zeit zu ihm und nahmen Kontakt zu ihm auf. Zum Abschluss des Tages trafen wir uns alle zusammen beim Labyrinth, das im Garten des Ashrams liegt.

Das Seminarhaus Yoga Vidya Westerwald

Als wir dort ankamen, hatte es für uns als Gruppe einen magischen Anblick: Unsere Kursleiterin war gerade dabei, das Labyrinth mit Räucherstäbchen, Teelichtern und weiterem zu dekorieren und wie sie dort herumschwirrte, das wirkte auf uns sehr mystisch. Ich glaube fast, dieses Bild vor unseren Augen brachte in dieses für mich unbekannte Thema etwas mehr Klarheit.

Wir betraten dann jeder einzelnd in kurzen Abständen das Labyrinth, mit einem Teelicht in der Hand, das wir im Labyrinth abstellen durften und gerade, als wir in der Mitte zum sitzen kamen, war das für mich ein emotionaler Moment. Die Gruppe saß dort im Kreis und ich merkte schon nach diesem Tag die Energie und Kraft der Gruppe. Man könnte fast meinen, in Harmonie mit der Welt ging der erste Tag zu Ende.

Die nächsten drei Vormittage traf sich die Gruppe zur Schamanenreise. Die ersten zwei Vormittage fand diese Übung als Partnerübung statt, man durfte für den Partner in eine andere Welt reisen; am dritten Tag dann jeder für sich. Diese Übungen mochte ich besonders gerne und ich konnte mich total darauf einlassen. Satyadevi hatte den Raum für uns total liebevoll gestaltet und ich mochte den Klang ihrer Instrumente in Verbindung mit ihrer Stimme. Das hat mich sehr berührt und strahlte eine Harmonie aus, die es mir ermöglichte, gleich in eine andere Welt zu tauchen. Im Nachhinein war ich sehr erstaunt darüber, wie man bei der Partnerübung die fließende Energie zwischen dem Partner und sich spürte. Auch danach noch hatte man das Gefühl, als gäbe es eine Verbindung zueinander….

Der KlettersteigIn diesen Tagen spürte man besonders das Zusammenwachsen der Gruppe. Es wirkte sehr vertraut zwischen uns und auch in der Nähe von unserer Kursleiterin fühlte ich mich sehr wohl. An diesen Nachmittagen erkundeten wir noch etwas den Garten des Ashrams. Mit Hilfe einer Partnerübung lernten wir die Blumen des Gartens kennen und versuchten, Kontakt zu ihnen aufzunehmen. Wir gingen ebenfalls noch zum „Klettersteig am Hölderstein“. Hier konnten wir uns überlegen, ob wir den Berg über den Klettersteig erklimmen oder einen (gleichfalls anspruchsvollen) Weg gehen wollten. Ich entschied mich für den Klettersteig, der, wie ich währenddessen bemerkte, doch steiler hinaufging, als ich dachte. Ich hatte Herzklopfen beim raufklettern und war ein wenig erleichtert, als ich oben angekommen war. Aber es hat sich gelohnt, der Ausblick von dort oben war traumhaft! Als alle anderen oben angekommen waren, suchte sich jeder ein einzelnes Plätzchen und baute dort einen kleinen Altar vor sich auf, bestehend aus einem Teelicht, Räucherstäbchen und Naturmaterialien. Dort saßen wir dann eine Weile, meditierten und versuchten, eine Verbindung zum Wind herzustellen.

Ich fand diesen Ort toll, es fühlte sich sehr friedlich oben auf dem Berg an und ich genoss den Wind und die Stille. Auf dem Rückweg entdeckten wir einen Pyramidenberg, den wir auch als sehr energetisch und kraftvoll empfanden. Am letzten Nachmittag stand uns eine kleine Reise bevor. Wir verließen mit dem Auto das Gelände. Unser Ziel war der Druidenstein im Ort Kirchen. Auf halber Strecke machten wir einen Zwischenstopp bei einem Kloster. Als Gruppe gingen wir schweigend hinein, ließen es auf uns wirken und entdeckten ein paar Besonderheiten. Einige von uns konnten sich auch gleich mit einem Platz in der Stätte verbinden oder fühlten sich zu ihm hingezogen. Bei eine Person aus der Gruppe machte sich eine ganz besonders Energie bemerkbar. Zusammen erkundeten wir das Grundstück und bevor wir zum Druidenstein weiterfuhren, sammelten wir uns bei einem Symbol auf dem Platz. Als wir als Gruppe dort zusammenstanden und uns an den Händen fassten, spürte ich ein Kribbeln am ganzen Körper. Es fühlte sich an, wie Energie, die durch den Körper fließt. Schweigend fuhren wir dann weiter in Richtung Druidenstein.

Dort angekommen konnte jeder auf seine Weise den Stein erkunden und auf sich wirken lassen. Als ich vor dem Stein saß, wirkte er groß, mächtig und irgendwie geheimnisvoll. Einen Zugang zu ihm bekam ich aber nicht; auch, wenn der Platz schön war. Aber zwei Personen aus unserer Gruppe konnten sich auf eine besondere Art und Weise mit dem Stein verbinden und es kamen plötzlich Erinnerungen aus einer anderen Zeit ins Bewusstsein. Was für ein emotionaler und aufregender Tag! Am Abend feierten alle Gäste und Sevaka aus dem Ashram zusammen eine Puja in Gedenken an Swami Sivananda. Dieser Anlass half mir, die Ereignisse des Tages zu verarbeiten. In diesem Moment wurde mir bewusst, was in den letzten Tagen im Westerwald passiert ist. Wie sich die Gruppe gefunden hat und wie wir zusammen und jeder einzeln seine besonderen Erfahrungen machen konnte. Am letzten Tag trafen wir uns dann zur Abschlussrunde. Dann kam der Abschied.

Ich kann sagen, dass ich sehr froh und dankbar darüber bin, dass ich damals so offen war und mich für dieses Seminar entschieden habe. Ich habe Momente bewusster und intensiver erlebt und gespürt und habe sehr viel davon mit nach Hause genommen. Oft noch denke ich an die schöne Zeit und die vielen Erlebnisse im Westerwald zurück. Es hat mich sehr angeregt und nachdenklich gemacht. Für mich steht fest, dass es zwar das erste Seminar zu diesem Schwerpunkt war, aber definitiv nicht das letzte!

Danke Satyadevi Bretz, dass du das alles möglich gemacht hast!

Ein Bericht von Julia O. 

Hast du auch Interesse an einem Seminar mit Satyadevi? Hier findest du weitere Infos: 

 

3 Kommentare zu “Schamanismus, Naturspiritualität und Yoga – Ein Bericht

  1. Hallo, leider weilt er nicht mehr unter uns, der größte Schamane Europas ( Jan van Tilburg ), mit seinen 800 Jahre alten Klangschalen konnte er tief in die Menschenseele der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft schauen, er wurde abberufen, um in anderen Welten seine Arbeit weiter zu führen. Viele Grüße Karsten

  2. Herzlichen Dank für diesen lebendigen und informativen Bericht. Finde ich toll. Man hat fast das Gefühl selbst dabei gewesen zu sein. Alles Liebe Eva-Maria

  3. Leider weilt er nicht mehr unter uns, der größte Schamane Europas ( Jan van Tilburg ), mit seinen 800 Jahre alten Klangschalen konnte er tief in die Menschenseele der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft schauen, er wurde abberufen, um in anderen Welten seine Arbeit weiter zu führen.

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