Sonnen- und Licht-Meditation: Die Reise zum Licht

Die Sonne spielte heute und auch im alten Indien eine wichtige Rolle. Viele Hinduisten verbinden sich mit dem Gott „Surya“, der als Sonnengott für das Licht steht, das die Dunkelheit vertreibt. Es ist die sehnsucht das göttliche Licht in sich selbst zu fühlen.

Du hast viele Möglichkeiten dich mit dem göttlichen Licht zu verbinden, dich ganz mit göttlichem Licht auszufüllen. Hier stellen wir dir nun einige Methoden vor. Vielleicht möchtest du eine davon einmal für dich ausprobieren.

Gayatri-Mantra

Singe oder rezitiere das Gayatri Mantra, das dir hilft das Lichtvolle in dir zu kultivieren.

Om Bhur Buhvah Svahah Tat Savitur Varenyam Bhargo Devasya Dhimahi Dhiyo Yo Nah Prachodayat

Wir verehren das Höchste Göttliche Licht (Gayatri), welches die drei Welten geschaffen hat: Die physische Welt (Bhur), die Astralwelt (Bhuvar) und die Kausalwelt bzw. Himmelswelt (Swaha). Wir meditieren über dieses strahlend leuchtende Licht. Möge es unser Verständnis erleuchten, sodass wir zur Wahrheit kommen.

Manipura – dein Sonnengeflecht

Das Manipura Chakra wird auch das Sonnengeflecht genannt. Es ist eine Energie des Lichtes, des Feuers und der Transformation. Das Sonnengeflecht ist dein Energiespeicher und gibt das Feuer in die anderen Chakras.

Das Manipura Chakra kannst du durch Pranayamtechniken und Manipura aktivierende Asanas wie Vorwärtsbeuge, Dreieck, Kamel oder Rad in sein Gleichgewicht und seine Stärke bringen.

Sonnen-Meditation

In dieser Meditation kannst du mit Hilfe der Sonne und des Lichts dein Bewusstsein ausdehnen und eins werden mit dem Licht. Du kannst dich für diese Meditation ins Freie setzen.Wenn die Sonne scheint, fällt diese Meditation natürlich besonders leicht. Richtig schön ist diese Meditation auch bei Sonnenaufgang oder Sonnenuntergang. Du kannst dir die Sonne und deren Kraft auch einfach nur vorstellen und visualisieren.

Sitze ruhig und gerade für die Meditation. Atme tief bewusst ein und aus. Nimm bewusst den vom Sonnenlicht aufgeladenen Prana (Lebensenergie) in dich auf. Mit jeder Ein- und Ausatmung.

Du sitzt entweder draußen und beobachtest einen wunderschönen Sonnenaufgang oder –untergang. Vielleicht sitzt du mit geschlossenen Augen in der Sonne oder in einem Raum mit geschlossenen Augen. Visualisiere bei geschlossenen Augen eine wunderschöne Stimmung mit der Sonne.

Male dir einen besonders schönen Sonnenaufgang oder Sonnenuntergang vor deinem inneren Auge in allen Farben aus. Werde dir dabei der Qualitäten bewusst, die dabei in dir erwachen und die du mit der Sonne oder deinem inneren Bild verbindest. Du siehst innerlich wie das Strahlen immer stärker wird, spürst die Wärme der Sonnenstrahlen auf deiner Haut.

Jetzt begib dich auf deine Reise zum Licht. Sei es zu deinem Sonnenbild, sei es zu einem anderen Licht, das jenseits der Sonne strahlt. Es ist ein strahlendes, helles Licht. Du machst dich auf den Weg dorthin und unterwegs erlebst du verschiedenste Dinge, Gefühle, Gedanken, Wahrnehmungen.

Nimm einfach alles wahr, schau es an ohne es zu beurteilen, ohne zu werten, ohne etwas verändern zu wollen. Lass das Schöne und das weniger Schöne einfach an deinem Weg da sein, am Wegesrand. Lasse es vom Sonnenlicht bescheinen, nimm es wahr und gehe weiter zu diesem strahlenden Licht hin. 

Nimm mit offenem Herzen, mit achtsamem Gewahrsein, alles wahr was dir unterwegs begegnet auf deiner Reise zum Licht. Und während du so weitergehst zum Licht, links und rechts des Weges, schöne oder weniger schöne Dinge siehst, die im Geist auftauchen, kommt das Licht näher, kommst du dem Licht näher.

Richte jetzt deine Aufmerksamkeit mehr auf das Licht. Ein strahlendes, überirdisches Licht welches dich magisch anzieht. Je näher du kommst, umso strahlender wird es, umso größer wird es. Schau wie dein Licht aussieht, ob es weiß strahlt oder eher golden oder vielleicht auch ein bisschen bläulich.

Wie auch immer es scheinen mag: Schau dein Licht an. Es wird strahlender, größer. Bald siehst du nichts anderes mehr, als nur noch dieses Licht, das jetzt alles erfüllt. Du kommst noch näher. Der ganze Raum ist in dieses strahlende Licht getaucht und das Strahlen erfüllt auch dich ganz. Das Licht nimmt dich auf.

Du gehst weiter. Du gehst in das Licht hinein. Das Licht nimmt dich auf, durchdringt dich ganz und du gehst auf in dem Licht. Du bist das Licht. Du bist höchstes Licht und strahlst in alle Richtungen aus. Du bist diese Helligkeit, dieses Strahlen. Du gehst darin auf und es gibt nichts anderes. Spür auch die Freude, diese große Öffnung, das Loslassen, das Auflösen von Relativem in diesem absoluten, reinen Licht. OM.

~ Swami Nirgunananda

Tratak – Licht-Meditation

1.

Stelle eine Kerze auf und setze dich etwa 3 bis 5 Meter entfernt davor. Die Kerzenflamme sollte etwas über deiner Augenhöhe sein. Richte dich in deiner dir bequemen Sitzhaltung ein. Atme ein paar mal tief und bewusst ein und aus.

Dann öffne deine Augen und schaue etwa 1 bis 3 Minuten in die Kerzenflamme. Wenn es dir möglich ist, mit einem unbeweglichen Blick ohne zu blinzeln. Tratak heißt wörtlich „starren“.

Wenn deine Augen nach einer Weile anfangen zu tränen, ist das ein gutes Zeichen für die Reinigung deiner Augen. Wenn es aber brennen oder unangenehm sein sollte, blinzele ein paar Mal und schließe zwischendurch deine Augen.

Danach öffne sie wieder und schaue möglichst bewegungslos in die Kerzenflamme.

2.

Während du in die Kerzenflamme schaust, nimm das Wesen der Flamme, des Lichtes wahr. Welche Empfindungen weckt sie in dir: vielleicth ist es Licht, Wärme, Ruhe, Stille, Geborgenheit, Frieden, Liebe, Strahlen …

Nach etwa 1 bis 3 Minuten schließe deine Augen. Nimm das Nachbild der Flamme bei geschlossenen Augen wahr und spüre gleichzeitig, wie diese Eigenschaften des Lichtes, der Kerzenflamme in dir stark werden: goldenes Licht, Wärme, Ruhe, Stille, Geborgenheit, Frieden, Liebe, Strahlen.

Dann öffne wieder deine Augen, schaue 1 bis 3 Minuten bewegungslos in die Flamme, danach schließe die Augen und lasse die Lichteigenschaften, die du am meisten mit der Kerzenflamme assoziierst, weiter in dir stark werden.

3.

Lass jetzt mit deiner Achtsamkeit und deiner Bewusstheit diese Flamme, das Licht der Kerze und seine Eigenschaften in dir lebendig werden.

4.

Bringe das Licht zu deinen einzelnen Körperteilen. Gehe mit dem Bewusstsein zu deinen Füßen und Beinen und lass dort die Flamme sein. Das warme goldene Licht mit dem inneren Strahlen erfüllt deine Füße und Beine ganz, und lässt Licht, Wärme, Ruhe, Stille, Geborgenheit, Frieden, Liebe, Strahlen in dieser Körperregion einkehren.

Gehe mit dem Bewusstsein zu deinem Rumpf: Becken, Gesäß, Bau